Nach Flugzeugabsturz: Stadt Haltern will keine geifernde Medien und in Ruhe trauern

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Eine ganze Stadt ist nach dem Flugzeugabsturz in Frankreich in Trauer. Die Schüler, die beim Absturz der Maschine gestorben sind, gingen in Haltern zur Schule. Da ist es mehr als verständlich, dass die Verwandten und Menschen in dieser Stadt in Ruhe trauern möchten. Doch das interessiert einen Großteil der Presse überhaupt nicht. Fotografen, Reporter, Journalisten, TV-Teams – überall lungern die Medienvertreter herum, wollen Fotos von trauernden Menschen machen, möchten O-Töne fürs Fernsehen und bieten wohl sogar Kindern Geld dafür, Informationen preiszugeben oder vorgegebene Sätze in die Kamera zu sprechen. WTF!?

Auf Facebook fordern die Menschen und die Presse unmissverständlich dazu auf, sie in Ruhe zu lassen:

An die Medienvertreter:
Ja, Haltern ist betroffen und ja, die Seestadt trauert. An einen Alltag ist wirklich nicht zu denken, wie Ihr den ganzen Tag lang stets aufs Neue berichtet (obwohl es ja eigentlich nichts Neues gibt).
Die verstörte Stimmung hat zum Teil aber auch damit zu tun, dass IHR KAMERALEUTE, REPORTER & CO. die Freunde, Angehörigen und Mitbürger in ihrer TRAUER STÖRT!

Wer zum Gedenken eine Kerze abstellen oder einen Moment an der Treppe zum Gymnasium innehalten möchte, fühlt sich wie im Zoo oder auf einem Laufsteg:

Vor einer Front aus teilweise über 50 Kameras wird jeder Emotionsausbruch von den geifernden Kameraleuten schnell eingefangen und geht kurz darauf um die Welt und wird von distanzierten Stimmen kommentiert.

Als ob man nicht sehen würde, dass es den Menschen hier schlecht geht!

Selbstverständlich besteht ein großes Interesse der Öffentlichkeit aufgrund der Dimension dieses Unglücks.
Die internationale Anteilnahme berührt uns natürlich sehr. Es tut gut, so viele Trost spendenden Stimmen aus der ganzen Welt zu lesen und zu hören.

In Momenten aber, in denen Eure Kollegen KINDERN GELD dafür anbieten, Informationen preiszugeben oder VORGEGEBENE SÄTZE in die Kameras zu sprechen ODER sich eine Fotografenmeute auf einen Mann stürzt, der vor Kummer in der Fußgängerzone zusammenbricht, WIRD HALTERN AM SEE ZUSAMMENHALTEN UND EUCH IN EURE SCHRANKEN VERWEISEN!

An dieser Stelle gilt ein besonderer Dank den freundlichen, pietätvollen und zurückhaltenden Medien. Ihr wisst, wer Ihr seid!

Screenshot Facebook
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