Classic Cosmic Music: DJ Pery – Melodj Mecca (26.02.1994)

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Über die Hippiesause namens Cosmic schreibe ich hier im Blog immer wieder mal. Das Thema liegt mir am Herzen, denn meine DJ-Wurzeln liegen zu hundert Prozent bei dieser kleinen regional begrenzten Musikrichtung. Dompteur Mooner meint zwar, dass es spätestens in den 90er Jahren mit der Innovation vorbei war, aber das sehe ich anders. Natürlich sehe ich das anders, schließlich müsste ich sonst meine Sozialisation schlechtreden und wer will das schon.
Klar, in den 90ies war es vorbei mit dem verspulten Spacedisco-meets-Electronic-Gefühl. Dafür kamen (zumindest bei den guten DJs) verstärkt, Ragga- und Trip Hop-Einflüsse zum Zug. (Ich nenne es jetzt mal Trip Hop, auch wenn die Bezeichnung erst 1994 erfunden wurde und der Ausdruck als dieses Tape aufgenommen wurde, noch nicht geläufig war.). Was Cosmic immer auszeichnete, war der Flirt mit dem Kommerz und so finden sich auf diesem Tape auch Trackks von Leila K. oder Schmonzetten à la Deep Forest. Das ist die eine Seite. Auf der anderen Seite kam aber auch der hochpolitische Ethno-Sound von Interpreten wie Natacha Atlas oder Transglobal Underground auf Nation Records zum Zug. Was für die damalige Zeit auch sehr typisch war, nämlich Techno auf 33 zu spielen, wurde von Pery eher sparsam eingesetzt, aber wenn er es tut, dann richtig. Tenth Chapters “Prologue” ist so langsam ein Brett. Könnt ihr bei Minute 41 gut hören.
Es war also auch in den 90ern noch eine ziemlich ungewöhnliche und spannende Mischung. Definitiv kein normaler Urlaubsdisco-Sound, wie man ihn von einer großen Discothek in Rimini erwarten würde.

Ich habe dieses Tape von DJ Pery ausgesucht, weil ich den Sound mag und weil ich Pery selbst immer sehr sympathisch fand, wenn ich ihn sah. Er machte wenig Aufhebens um sich und seine Auflegen, konnte aber Mixen wie der Teufel. Er war viele Jahre lang Resident in einem Tanztempel (ja, das muss so) namens Melodj Mecca in Rimini, in dem es heute so aussieht:

Melodj Mecca, Rimini. Photo by alessandro, https://www.flickr.com/photos/alecosta69/7957458540/in/set-72157631469872218
Melodj Mecca, Rimini. Photo by alessandro, https://www.flickr.com/photos/alecosta69/7957458540/in/set-72157631469872218

Genug der Worte, hört es euch an. Und wundert euch nicht über die Pause nach dreissig Minuten. Ich nenne den Mix nicht zum Spaß “Tape”. Damals wurden DJ Mixe noch auf Compact-Cassetten aufgenommen und hatten zwei Seiten.




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3 KOMMENTARE

  1. Danke Walter. super der Pery, wobei ich in den Mitte 90igern das nicht mehr verfolgte. meine Heros aus den end – 80igern Yano, Corrado, TBC, Loda, Stefan Egger und Moz-art. Ich schick dir demnächst unser Hamburg Fyer und Mixe. Cool das du dieses Thema betreust und interessant.

  2. DAS ist aber nicht Vinyl gemixt!!!! Das ist alles schön editiert und geloopt…und wahrscheinlich auch hier und da mit betätigung
    das Sync Buttons…

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