Der Tod ist ein Arschloch, dem wir nicht einfach die kalte Schulter zeigen können | Zwei Kurzfilme

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Wochenende, die Sonne scheint – Ein perfekter Zeitpunkt, um mal wieder über die nicht so angenehmen Seiten des Lebens nachzudenken.

Wie gehen wir eigentlich mit den Menschen um, die wir lieben?

Wir verbringen Zeit miteinander. Soviel Zeit, wie möglich. Soviel Zeit, wie wir haben. Soviel Zeit, wie uns bleibt. Wir lachen miteinander so oft es geht, haben Spaß, genießen das Leben. Wir weinen miteinander, wenn es sein muss, akzeptieren das Leben oder versuchen es zu meistern, zu ändern.
Zusammen, natürlich zusammen. Gemeinsam.

Natürlich erfüllen wir den Menschen, die wir lieben, auch ihre Wünsche. Zumindest versuchen wir es, wenn es in unserer Macht ist. Wenn nicht, versuchen wir es trotzdem; der Versuch zählt ja auch schon.

Wir lernen den anderen den anderen mit all seinen Facetten zu respektieren, die wir vielleicht nicht lieben.

Dann helfen wir diesem Menschen vielleicht sogar dabei wegzugehen und nie mehr wiederzukommen. Wenn es das ist, was der andere will und braucht, springen wir für ihn nicht nur über unseren Schatten, sondern mitten rein.

Weil wir diesen Menschen lieben. Alles andere ist egal.

Sein Kind zu verlieren gilt gemeinhin als eine der schlimmsten Erfahrungen, die man machen kann. Wie ist es aber, wenn man sein Kind dabei begleitet, wie es seinem eigenen Leben ein Ende bereitet? Aufwühlend ist eines der wenigen Wörter, die einem dazu einfallen.

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(Terminal ist ein Kurzfilm von Samuel Flueckiger.)

Weitaus häufiger kommen wir als Kinder in die Situation, dass wir unsere Eltern in den letzten Tagen begleiten müssen. Wobei… müssen? Ist es wirklich so schlimm, eine solche Bürde, dass wir reflexartig schon vor der Vorstellung zurückschrecken müssen? Sollte es nicht eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein diejenigen, die uns ins Leben geholt haben, auch aus dem Leben zu begleiten?

Der Tod gehört genauso zum Leben wir unsere Geburt und wenn ich mal gucke, an wie vielen Kurzfilmen drüben in meiner Sammlung das Schlagwort “Tod” pappt (aktuell sind das 211 Stück), ist es auch nicht so, als hätten wir den Umstand völlig aus unserem Bewusstsein verdrängt. Aber sobald die Einschläge näher kommen, scheint sich etwas zu ändern. Es ist als ob wir die Augen nur davor verschließen müssten und der Kelch geht an uns vorüber und wir müssen uns nicht damit befassen. Als wäre nie was gewesen.

Es ist aber eben doch etwas gewesen. Ein ganzes Leben, das im besten Fall so lang wie schön und ereignisreich war. Dessen Teil wir waren. Und vor allem das Leben eines Menschen, der nicht nur uns viel bedeutet hat, sondern für den auch wir eine zentrale Rolle gespielt haben. Für den wir vielleicht sogar auch der Grund zu Leben waren.

Und doch tendieren wir als Gesellschaft immer mehr dazu, uns aus der Affäre ziehen zu wollen, wenn es soweit ist. Weil wir nicht damit klarkommen.

Müssen wir aber. Und zwar nicht nur, weil es eine Frage des Respekts ist. Nicht nur, weil wir die Möglichkeit wahrnehmen sollten, einem lieben Menschen einen würdigen Abschied zu bereiten. Sondern auch, weil wir doch selbst irgendwann auch in dieser Situation nicht alleine sein möchten.

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(Alumbramiento ist ein Kurzfilm von Eduardo Chapero-Jackson.)

Dieser Beitrag basiert auf den Artikeln Kurzfilm: Terminal | Weil wir lieben und Kurzfilm: Alumbramiento | Der unausweichliche Moment, die zuerst drüben bei mir im Blog erschienen sind. Passte aber schön zusammen. 😉

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