#WIEEINMÄDCHEN: Bildung für iranische Mädchen steigert ihren Marktwert (Advertorial)

1

Bis zu meinem sechsten Lebensjahr bin ich in Iran zwischen sieben Cousins und einem Bruder aufgewachsen. Mal war ich das mutige Mädchen und mal das nervige Nesthäkchen. Oft wollte ich einfach nur ein Junge sein, um mehr akzeptiert zu werden und auch mehr zu dürfen. In meiner Familie, wurden die Jungs im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften extrem gefordert, weil man bei ihnen von einer ‘Begabung’ ausgegangen ist. Was irgendwie in der klassischen, iranischen Erziehung sehr lange so war.
Das Resultat war, dass die Jungs einem enormen Druck ausgesetzt wurden etwas großes zu leisten, während die Mädels in ihren musischen Fähigkeiten mehr oder weniger gefördert wurden. Letztendlich sollten sie später gute Ehefrauen und gute Mütter werden. Eine Bildung steigerte den Marktwert und eröffnete die Tür zu einer guten Gesellschaft oder gar ins Ausland. Vieles hat sich in den letzten dreißig Jahren geändert, aber von einer Gleichstellung ist das Lang noch sehr weit entfernt.

Jungen und Mädchen werden getrennt unterrichtet und in der Öffentlichkeit tragen sie auch offensichtlich eine andere Kleidung. Mädchen und Frauen, so will es die oberste Moral, sollen ihre Reize abdecken. Das größte aller Gefühle, die den Mädels frühzeitig anerzogen wird, ist ein übertriebenes Schamgefühl und eine extrem unnatürliche Beziehung zu ihren Körper. Sie müssen sich für ihre Weiblichkeit vor anderen schämen. Das ist sicher nicht allein ein iranisches sondern viel mehr ein mit islamisch, konservativen Werten belegtes patriarchalisches Modell.

Nun gab es bei mir einen radikalen Schnitt in meiner Erziehung: Der Umzug aus dem Iran nach Deutschland. Hier tauchte ich direkt in eine liberalere Kultur ein und durfte mich in meiner körperlichen Entwicklung frei entfalten. Mit kurzen Hosen auf Bäume klettern. Eine Selbstverständlichkeit hier, aber in meiner alten Heimat nicht auszudenken.

Die Pubertät und das reifen meiner Weiblichkeit, war für meine Eltern eine große Herausforderung. Denn sie saßen noch mehr als ich zwischen zwei Kulturen. Plötzlich wurden Jungs mehr unter die Lupe genommen, wenn ich mich mit ihnen zum Spielen verabreden wollte. Aber was meinen etwas lockeren Kleidungsstil anging, waren sie nicht sonderlich streng. Ganz im Gegenteil, sie freuten sich für mich, dass ich eben diese Freiheiten habe, denn sie kannten es noch vor der Revolution.

In der Schule entdeckte ich, dass ich irgendwann, dass ich in Mathe und Physik eigentlich ganz gut war. Das aber verdankte ich einem Lehrer, der unvoreingenommen meine ‘Begabung’ in der 11. Klasse entdeckte. Er sprach auch mit meinem Vater und er wiederum war stolz.

Irgendwann, kam dieser Moment in meinem Leben, der mir bewusst machte, dass alles was wir machen und alles wovor wir uns fürchten oder Schämen, nur in unseren Köpfen irgendwann verankert wurde. Sei es, weil man es nur gut meinte oder es nicht besser wusste. Jede/r trägt sein/ihr eigenes Päckchen, von Generation zu Generation. Das ist der Lauf der Dinge und wir sind keine Opfer sondern Gestalter unseres eigenen Lebens.
Diese Erkenntnis brachte mich dazu, mir viel mehr in meinem Leben zuzutrauen und mich nicht auf mein Alter oder meinem Geschlecht auszuruhen und niemand anderes trägt die Verantwortung für mein Leben!

Erfahre, wie Always junge Mädchen unterstützt und ihr Selbstbewusstsein stärkt – während der Pubertät und danach.

Titelbild: hapal, CC BY-ND 2.0


Dieser Artikel wurde gesponsert von Always



Flipboard
Folge uns auf Flipboard @Blogrebellen

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.