Bravos 100 Tipps für eine grenzdebile Ausstrahlung

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Foto basiert auf "Sugar Redefined" von Kathleen Jenney (CC BY-NC-ND 2.0)

Wooow, ihr Girls und Boys da draußen, ich bin echt obergeflasht und auch mega abgetörnt von dem gigantomanischen Shice den ich in der Bravo lesen musste! Hammer doof, ey, mein Brain so: „Whaaat? Nicht dein Ernst!“

Okay, sorry, ich geb’s auf. Ich klinge wie eine menopausierende Oberstufen-Englischlehrerin auf Speed, das ist mir bewusst. DAS IST MIR BEWUSST. So viel Selbstreflexion hätte ich mir mal vom Bravo-Team gewünscht, als es seine (jetzt schon sagenumwobenen, da nur noch per Webcache abrufbaren) 100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung veröffentlichte. Mal abgesehen von dem haarsträubenden Inhalt – Anglizismen-Overload ist so Twothousandandone!

Kurz vorweg: Ich fand die Tipps im ersten Moment richtig witzig. Zum einen war ich echt überrascht, dass sich seit meiner Teenie-Zeit die Redaktion der Bravo sprachlich anscheinend keinen Millimeter in Richtung Zielgruppe bewegt hat, sondern einfach immer noch so tut als würden Boys und Girls so oberdämlich reden wie die freshen Mittfünfziger von Bauer Media sich das seit 1998 vorstellen.

Zum anderen war ich kurz das 13-jährige Ich, dem schon einmal jemand erklären wollte, was die Boys so richtig antörnt. Ich glaube, es war im Jahre 2001 und es war “Mädchen” oder “Girl!” oder irgendein anderes Magazin mit Glitzergloss-Extra, das jeden Gender-Forscher bei ungeschützter Lektüre schockfrostet.

Jedenfalls wollten die mir auch weis machen, dass Jungs voll auf dich stehen, wenn du besonders lasziv an deiner Haarsträhne rumömmelst, die präpubertären Mäusefäustchen in die Höhe reckst, wiegenden Hinterns an den Boys vorbeischlenderst und dabei am besten noch deinen supersexy Hals präsentierst, der schon vor Twilight der absolute Scharfmacher war. Zum Glück hatte ich Brüder, die mich auslachten und aufklärten, bevor Wirbelsäule und Hirn ernsthaften Schaden davontragen konnten.

Mädchen, die nicht von ihren gemeinen Brüdern vor der Ausübung dieses frühpubertierenden Blödsinns bewahrt werden, kann das wirklich negativ in ihrem Selbstbild beeinflussen, davon bin ich überzeugt. Allerdings versuchen Bravo und Co. seit Jahrzehnten, jungen Menschen den Weg in die rosarote, devote Mädchenhölle und die khakibraune, testosterongeschwängerte Jungenhölle zu weisen, und kaum jemand hat sich so dermaßen aufgeregt wie das im Moment in allen Netzwerken der Fall ist. #Flirtennachbravo war gestern zeitweise der meistverwendete Hashtag Deutschlands. Well. Liegt vielleicht an der Komprimiertheit des Bullshits, der hier verzapft wurde, und an der Zahl 100, die schon ziemlich beeindruckend ist. Hat dann auch die Bravo gemerkt, und heute eine Entschuldigung veröffentlicht.

Um euch die Absurdität der 100 Flirttipps vor Augen zu führen, reicht es eigentlich, euch die 100 Flirttipps vor Augen zu führen. Ich habe mich, der Kurzweiligkeit halber, für eine Best-of-Auswahl entschieden. Stellt euch dabei bitte euer eigenes pickliges Ich vor, das ernsthaft versucht, diesen Anweisungen zu folgen und dabei mit 2kg Lipgloss grenzdebil grinsend und hysterisch kichernd eine Pantomime-Show vollführt, bevor es seinen Schwarm lüstern anfummelt, um ihn anschließend – beim “Klassiker” – totzutrampeln. Für die Boys unter euch hat der k_eine Unterschied das Ganze mal aufbereitet. Zum tot…kichern. Hihi. *vonuntenvollsüßhochschau*

So fällst du Jungs auf: 100 Tipps für eine Hammer-Ausstrahlung!

Flirte mit den Augen! Lass Deinen Blick einmal von oben nach unten über ihn wandern. Schenk ihm dann ein kleines Lächeln und geh einfach weiter. Er wird wahnsinnig werden vor Neugier, was Du jetzt über ihn denkst. Von nun an sucht er Deine Nähe – wetten?

Dein Traumtyp kommt an Dir und Deiner Freundin vorbei? Tut so, als hättet ihr den Spaß eures Lebens und lacht laut. Jungs lieben witzige Girls.

Egal, mit wem Du sprichst – hör nicht auf, während des Redens zu lächeln. Das lässt Dich charmanter wirken – und das nicht nur bei Deinem Gegenüber. Beobachtet Dich Dein Schwarm dabei, wirkst Du auch auf ihn süßer und sexier.

Ahme seine Gesten nach: Lehnt er sich nach rechts, lehnst Du Dich ebenso in die Richtung, stützt er den Kopf auf die Hände, machst Du das auch. Dadurch nimmt er Dich unterbewusst als total sympathisch wahr.

Sprichst Du mit Deinem Schwarm, versuch ihn leicht zu berühren. So schaffst du mehr Nähe und er fühlt sich mehr zu Dir hingezogen

Wenn Du mit einem Jungen sprichst, spiele dabei mit einer Strähne Deines Haares. Das wirkt mädchenhaft und ziemlich süß!

Der Klassiker: Stolpere in Deinen Schwarm hinein. Entschuldige Dich überschwänglich bei ihm. Er wird Dich total niedlich finden, weil Du ein kleiner Tollpatsch bist.



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