ZehnMalZwei: Weltuntergangs-Spezial mit K.I.Z.

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K.I.Z. sind zurück! Und mit ihnen eine Bombe von Album, das zwischen nur vordergründig schizophren wirkender lebensbejahender Weltuntergangssehnsucht und klassischen K.I.Z.-Sprachbildern changiert. Ein paar krasse und prominent platzierte Kampfansagen sind auch mit dabei und haben schon im Vorfeld für einigen Wirbel gesorgt. Fakt ist: Wenn K.I.Z. einen rauslässt kreischt der Boulevard, hyperventilieren die Szene-Heads und schnappatmet das Feuilleton. Und weil das so ist und auch weil der Weltuntergang offenbar unmittelbar bevorsteht, machen wir heute was ganz Verrücktes und lassen elf statt zehn Fragen zu, damit ihr das Perlen-Dasein der K.I.Z.-Zitate in vollen Zügen genießen könnt. Viel Spaß mit dem ZehnMalZwei-Weltuntergangs-Spezial mit Maxim, Nico und DJ Craft von K.I.Z.!

1 Letzter Gig vor dem Weltuntergang-Auf der Splash oder auf den Straßen Berlins?

Maxim: Mariannenplatz. Das ist einfach Heimat, aber ehrlich gesagt: Heimat ist da, wo das Publikum ist, also spielt es gar keine Rolle.

DJ Craft: Heinrichplatz vor dem Cafe Jenseits.

Maxim: Aber am Wochenende haben wir einen Überaschungs-Gig auf der Splash gespielt. Das war wirklich großartig. Wir hatten uns vorher ein bisschen eingekackt, weil wir nicht wussten, ob das funktioniert, weil es wirklich relativ geheim war. Doch es hat ne ganze Menge interessiert und wir waren auch gut in Form, haben uns viel Mühe gegeben, das Publikum hat sich viel Mühe gegeben und es hat sehr gut harmoniert.

2 Lieber auf einer einsamen Insel oder im Wald?

DJ Craft: Ich wäre immer noch gerne vor dem Cafe Jenseits am Heinrichplatz.

Maxim: Also im finsteren Wald.

Kommt alle zur Kundgebung!
Wir zählen auf euch!
#kizweltuntergang

Posted by K.I.Z. on Dienstag, 14. Juli 2015

3 Soundtrack für die Apokalypse – Annenmaykantereit oder Terrorgruppe?

DJ Craft: Terrorgruppe natürlich. Annenmaykantereit habe ich neulich live auf dem Kosmonaut-Festival gesehen. Das ist schön gemachte Musik, aber ich bin dann doch musikalisch zu weit weg davon. Die Texte sind schön, aber die Musik ist mir zu folklorisch. Aber das sind supernette Jungs, mit denen man super kiffen kann.

Für die neue Single habt ihr mit Annenmaykantereit-Sänger Henning May zusammengearbeitet. Wie kam das zu Stande?

DJ Craft: Unser Manager hat den angeschleppt.

Maxim: Ja, er hat Henning mal empfohlen und wir waren natürlich erstmal misstrauisch, weil unser Manager ein Vollidiot ist und keine Ahnung von Musik hat, wie man sich denken kann. Aber wir haben uns Henning trotzdem angehört und da lag unser Manager ausnahmsweise richtig. Dieser Typ kann ja großartig singen und hat eine großartige Stimme. Dann haben wir ihn getroffen, er ist auch noch ein großartiger Kerl und wir haben dann diesen großartigen Song mit ihm aufgenommen.

4 Werkzeuge im Survival-Kit: Schaufel oder Messer?

DJ Craft: Wie man in unserem Video sehen kann, habe ich ein Messer dabei, mit dem ich Früchte aufschneiden kann. Das macht auf jeden Fall Sinn.

Maxim: Messer ist immer gut. Früher wurden Messer ja auch zum Gemüse schneiden benutzt und weniger um anderen Leuten in die Leber zu stechen, aber das sind vergangene Zeiten. Das verstehen die jungen Leute von heute ja gar nicht mehr.

Nico: Damals hat man Messer nicht dafür benutzt, weil jeder noch ein Schwert hatte.

5 Letzter 5-Liter-Kanister: Schnaps oder Benzin?

Nico: Schnaps.

DJ Craft: Schnaps, weils ja keine Straßen mehr gibt, auf denen man mit Autos fahren kann.

Maxim: Man könnte aber auch Benzin trinken.

Ums schneller zu beenden?

Maxim: Nein. Mein Körper ist aber auch etwas anders beschaffen. Ich bin ja, wie ich vor kurzem herausgefunden habe, eine künstliche Intelligenz. Das hat mich erstmal sehr erschreckt und ich war sehr schockiert darüber. Aber ich lebe damit mittlerweile sehr gut und mein Körper kann mit Benzin sehr gut umgehen.

DJ Craft: Und mit Aids auch.

Maxim: Ja, ich bin immun gegen Aids.

Wenn Schnaps, dann welcher Schnaps?

Nico: Kettenfett aus dem Sonic Ballroom in Köln.

6 Schuhwerk für die Apokalypse: Springerstiefel oder GoreTex-Funktionswanderschuhe?

Maxim: Nackt, ausschließlich nackt. Eingeölt, damit die Feinde einen nicht fassen können.

DJ Craft: Aber mit einem Feigenblatt.

7 Dokumentation des Weltuntergangs: Mit der Go Pro oder Polaroid?

Maxim: Mal kucken, was die Vice dafür zahlt.

Nico. Die Frage ist, ob die genügend zahlen, damit man sich ne fette Go Pro leisten kann

DJ Craft: Oder ne Red!

Nico. Ja, ich denke auch: Red ist die richtige Antwort.

Die Rapper von K.I.Z. reißen seit zehn Jahren die Latte des guten Geschmacks und präsentieren sich aktuell als…

Posted by aspekte on Samstag, 11. Juli 2015

8 Live-Moderation-Jo Schück oder Visa Vie?

Maxim: Ich hätte gerne den Box-Ansager Michael Buffer.

DJ Craft: Ich glaube jeder Ansager, der in Las Vegas arbeitet, bitet ihn.

Also eher nicht so eine betretene Weltuntergangsstimmung, sondern eher sowas daraufhin fieberndes?

Maxim: Genau! Stimmung machen!

9 Last Resort: Royal Bunker oder Atomschutzbunker?

Maxim: Da gibt’s eigentlich keinen Unterschied.

DJ Craft: Ich würde Royal Bunker sagen, weil man da die Sofas auf die Straße stellen und dem Treiben auf der Straße zusehen kann.

Nico: Ist auch nicht so weit bis zum Prince Charles.

Also schon lieber alles vollkommen live miterleben als die letzten Stunden in irgendeinem Loch verrotten!?

Maxim: Ja, da haben wir auch nen Kaisers nebenan. Da können wir uns was zu essen kaufen, das wird bestimmt ganz gut. Und da gibt’s auch ne sehr gute Pizzeria gegenüber.

Und vielleicht brennt dann auch mal wieder ein Supermarkt in Berlin!?

Maxim: Nein, wir plündern den einfach nur. Supermarkt anzünden ist kompletter Blödsinn. Durch die Versicherung freuen sich die Ladenbesitzer, wenn geplündert wird, weil die Versicherung ja die Neubestückung zahlt. Plündern ist sehr schlau, abbrennen nicht so schlau.

10 Die Stimme von Gott nach dem Weltuntergang: In Autotune oder Flanger?

DJ Craft: Autotune auf jeden Fall, aber so Travis Scott-mäßig, so leicht schief und mit so nem Singsang. Also ich tendiere dann mehr zu Travis Scott als zu Flanger. Flanger finde ich dann zu affektiert und Travis Scott benutzt Autotune am schönsten.

11 (postapokalyptische Bonusfrage) Was kommt danach? Utopie oder Dystopie?

Maxim: Wir sollten eigentlich gerade ein Interview mit einer Wahrsagerin haben. Die wollte sich aber nicht filmen lassen, deswegen hat das nicht stattgefunden und wir hätten ihr dann diese Frage stellen können, aber das ist ja nun leider nicht passiert. Können wir nicht vorhersagen, aber wir werden sehen. Wenns mit Rap nicht mehr läuft, werden wir aber wahrscheinlich ins Hellseher-Business einsteigen und da unsere Prominenz ausschlachten.

Mit der letzten Single „Hurra die Welt geht unter“ besetzt ihr das eher negativ besetzte Thema Weltuntergang positiv. Iniwefern formuliert ihr da eine schöne Utopie von einer Welt, wie ihr sie euch vorstellt?

Maxim: Das tun wir auf jeden Fall. Wir teilen auf jeden Fall nicht die Sorge um dieses Land oder das Ansehen dieser Nation. Uns ist nicht wichtig, dass “Wetten dass!?” einen guten Moderator hat. Es kümmert uns nicht, ob der VW-Vorstand rumbumst oder ob er sich ehrenwert verhält. Es ist uns egal, ob ein Aussenminister nicht richtig englisch sprechen kann. Die Sorgen von vielen Leuten, mit denen wir nicht so viel gemein haben, kümmern uns nicht.

Foto von Christoph Voy


ZehnMalZwei ist die Interview-Reihe der Blogrebellen, bei der alle Künstler zehn Entweder/Oder-Fragen gestellt bekommen und damit anstellen können was sie wollen. Hier findest du weitere ZehnMalZwei-Interviews.


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