Der Pioneer DJM-S9 ist da – Ändert er wirklich alles?

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Gestern hat Ole das wolkige Hochglanzvideo von Pioneer mit ein paar Spekulationen verbloggt, heute ist das “richtige” Produktvideo veröffentlicht worden. Wie die geleakten Photos schon vermuten ließen, bringt Pioneer mit dem DJM-S9 einen Battlemischer für Serato auf den Markt. Eine modernisierte Version des DJM-909, wie Ole meinte? Ja, kommt hin. Mit all den Bells and Whistles, die heute von einem DVS-Mischer erwartet werden und noch ein bisschen mehr. Das Ding bläst zum Angriff auf den Rane 62. Verglichen mit seinem Hauptkonkurrenten, kann man sogar fast von einem “übersichtlichen Design” sprechen. Aber wirklich nur im Vergleich mit diesem Featuremonster. Beide sind sich darin ähnlich dass sie die Zielgruppe scratchende DJs im Auge haben und deswegen der Bereichh um Cross- und Kanalfader sehr goßzügig und “leer” gestaltet wurde.
Entsprechend crowded und eng geht es dann auf der oberen Hälfte der Oberfläche zu. Für mich wäre so ein Design nichts, aber was weiß ich schon von den Bedürfnissen der #realdjs.
Oles Spekulation, dass zusammen mit dem Gerät evtl. eine zum DVS-System aufgebohrte Version von Recordbox gehören könnte, hat sich nicht bewahrheitet.

Der Pioneer DJM S9 Alles was der Turntabelist von heute braucht.
Der Pioneer DJM S9 Alles was der Turntabelist von heute braucht.

An Bord sind einige Hardware-Effekte, man kann aber auch die Serato-Effekte nutzen. Die großen farbigen Pads laden zu Cuepunkt-Juggling ein. Das Layout erinnert mich stark an einen Reloop Neon oder einen Pioneer DDJ-SP1, den man in einen 2-Kanalmischer gezwängt hat. Gute Idee eigentlich.

Das Herzstück eines jeden Battlemixers ist der Crossfader. Beim DJM-S9 ist ein Exemplar von Magvel verbaut, bei dem sich nicht nur die Crossfaderkurve einstellen lässt, sondern auch der Widerstand, den er dem Bediener entgegensetzt. Mittels Plastikeinsätzen lässt sich sogar die Härte und der Sound der “Klicks” beim Anschlag an den Seiten anpassen.

Der frei konfigurierbare Magvel-Crossfader. Mirt den blauen Plastikteilen lässt isch der "Klick" anpassen.
Der frei konfigurierbare Magvel-Crossfader. Mirt den blauen Plastikteilen lässt isch der “Klick” anpassen.

Ebenso wie die Flagschiffe von Rane, verfügt der Pioneer über 2 Soundkarten und bietet damit die Möglichkeit, nahtlose Übergänge zwischen zwei Serato-DJs zu realisieren. So eignet sich der Battlemixer hervorragend als Festinstallation in Clubs, in denen viel mit Serato gespielt wird.
Leider ist auch der preis so, wie wir es von Pioneer gewöhnt sind, nämlich happig. Nicht ganz so happig, wie der des Rane 62, aber der spielt auch klanglich in einer anderen Liga, als die Pioneers, denen nicht unbedingt der beste Sound nachgesagt wird. Zudem verfügt der Rane noch über ein paar Features wie Send/Returns und ein Display, mit dem sich sämtliche Parameter der Maschine feinjustieren lassen.

Der Pioneer DJM-S soll ab Herbst für $1699.00 oder 1.899,- Euro erhätlich sein.

Der Mikrofoneingang bringt eine komplette Klangregelung, seinen eigenen Echo-Effekt und natürlich eine Talkover-Funktion mit.
Selbstverständlich für ein Gerät dieser Klasse lassen sich auch sämtliche Bedienungselemente MIDI-mappen, um damit Software zu steuern.

Die Vorderseite mit dem Mikrofoneingang und der Feinjustierung des Crossfaders
Die Vorderseite mit dem Mikrofoneingang und der Feinjustierung des Crossfaders

Ein kleines Detail, das mich stutzen lässt, ist der “Clip“-Schriftzug oberhalb der 2 roten LEDs am Ende der 12teiligen Pegelanzeigen.
Liest sich für mich so, als würde man noch einen Schritt weiter gehen und jetzt nach den gelben auch noch die roten LEDs zum “normalen Bereich” zählen, und erst wenn der Schriftzug aufleuchtet, verzerrt der Mischer wirklich, oder fährt gegen den Limiter. Ich hoffe, ich habe unrecht, denn das ist eine ungesunde Entwicklung an deren Ende niemand mehr weiß, ob die Messgeräte im Mischer überhaupt irgendeine Aussagekraft haben. Die Folge: Noch mehr “Redlining”

Fazit

Der Pioneer DJM-S9 ist ein Gerät, auf das viele Pioneer-Fans gewartet haben dürften. Zusammen mit den PLX-1000 Plattenspieler und dem brandneuen PCX-10 Tonabnehmersystem hat der neue Mischer das Zeug, auch in der DVS- und Turntabelism-Welt zum Defacto-Standard zu werden.
Der Preis ist pioneertypisch hoch, aber solche Kleinigkeiten haben das Unternehmen bisher auf seinem Weg zur Weltherrschaft über die Clubs auch nicht aufgehalten….



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5 KOMMENTARE

  1. *gähn* macht das Ding jetzt irgendwas besser als der Z2 von NI, also gerade was mich als Traktor und nicht Serato User betrifft? Irgendwie nicht oder, wobei das Ding auch so unsagbar teuer ist…

    Für diesen Preis bekomme ich 2 Turntables, nen Z2 und dazu sogar nochn Traktor A6…

  2. etablierte Rane-Mixer … ich weiß nicht. Ich kenne fast keinen Veranstalter, der NICHT abkotzt, dass ich einen 62 auf dem Rider stehen habe. Das ist doch schon bezeichnend und spricht gegen “etabliert”.

    • Hi Tereza,

      mit “etabliert” meinte ich, dass die Ranes unter Turntabelisten etabliert sind.
      Veranstalter kotzen über alles ab, was nicht das Standardequipment im Club ist, das ist normal. 🙂

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