Die völkerverbindende Kraft der Kunst: Teherans moderne Kunstsammlung kommt nach Berlin

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Diese Nachricht erfreut jeden Kunstkenner. Da hat Frank-Walter Steinmeier einen enorm wichtigen kulturellen Deal an Land gezogen: Die Sammlung des Tehran Museum of Contemporary Art (TMoCA) ist eines der größten Sammlungen zeitgenössischer Kunst des Westens außerhalb von Europa und sie kommt nach Berlin!
Eine Sammlung, die vor der Revolution unter der Schirmherrschaft der letzten Kaiserin Irans, Schahbanu Farah Pahlavi, zusammengetragen wurde. Eine Sammlung von 1500 Stücken die Impressionismus und Kubismus, der Op Art, Pop Art und Minimal Art beinhaltet.
Es ist wohl noch nicht klar, welche Werke es nach Berlin schaffen werden, denn die islamische Zensurpolitik wird sicher ein genaues Auge darauf werfen, welche aus dem Depot herausgeholt werden und welche nicht. Nach dem Sturz des Shahs wurde nämlich nur ein Ausschnitt im TMoCA gezeigt, eben wegen der islamischen Zensur.

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbestiz, bewertet diesen Austausch als eine positiven Schritt:

Während anderswo im Nahen Osten Bilder zerstört werden, holt man sie dort aus dem Keller. Das unterstreicht die zivilisatorische, völkerverbindende Kraft der Kunst. Wir wollen mit dieser Ausstellung auch ganz bewusst die Zivilgesellschaft des Iran stärken. Jetzt ist für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und die Staatlichen Museen zu Berlin eine solide Grundlage geschaffen worden, gemeinsam mit dem TMoCA ein außergewöhnlich spannendes Ausstellungsprojekt zu realisieren, eine Gegenüberstellung der künstlerischen Formen. Wir danken dem Bundesaußenminister und der Deutschen Botschaft Teheran für die großartige Unterstützung dieses Vorhabens.

Schlüsselwerke wie die von Claude Monet, Max Ernst, Wassily Kandinsky, Pablo Picasso, Francis Bacon, Jasper Johns und Andy Warhol werden in diesem besagten Depot bewahrt. Eines der interessantesten Stücke dürfte Jackson Pollocks „Mural on Indian Red Ground“ von 1950 sein. Ein Hauptwerk des amerikanischen Künstlers im Iran.

Der Konflikt, der sich hier zu lösen scheint, bringt etwas zum Vorschein, was immer da war, aber in der Öffentlichkeit nie wahrgenommen wurde: Kunst aus einer Zeit der kulturellen Vielfalt in Iran. Einer Zeit, in der Iran für Fortschritt und Wachstum nach außen repräsentierte.

Darüber hinaus wird es wohl zukünftig auf mehreren Ebenen eine Zusammenarbeit im Bereich der Kunstförderung geben:

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und das Tehran Museum of Contemporary Art äußerten ihr Interesse, über das Ausstellungsprojekt hinaus auch auf anderen Feldern der Museumsarbeit zu kooperieren, beispielsweise bei der fachlichen Begleitung der anstehenden Museumssanierung des TMoCA.

 

Quelle: Stiftung Preussischer Kulturbesitz