Frühwarnsystem für faktenresistente Autofahrer entwickelt…von faktenresistenten Autofahrern

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Vor ein paar Tagen hab ich mich bei der Formulierung des Originalartikels nicht nur in Sachen „Ableismus“ im Ton vergriffen (vgl. Nachtrag am Ende des Artikels), sondern möglicherweise auch insgesamt die falschen Worte gewählt. Klar, „Vollidioten“ im Titel zieht natürlich. Aber wo kämen wir in unserer Gesellschaft hin, wenn alle, die absonderliche Verhaltensweisen an den Tag legten, direkt als Vollpfosten abgestempelt würden.

Dazu kommt, dass man Verschwörungstheoretikern nicht wirklich vorwerfen kann, dass sie sich klärenden Diskussionen verschließen, wenn man ihnen statt Argumenten Beleidigungen an den Kopf wirft.

Der Artikel müsste sich doch theoretisch auch sanfter formulieren lassen – ohne „Dösbaddel“ etc. Vielleicht käme es so in den Kommentaren zu Diskussionen, die zwar episch lang ausfallen können, aber am Ende doch zu einem versöhnlichen Ende führen könnten.

Also, zurück auf Los:

Frühwarnsystem für faktenresistente Autofahrer entwickelt...von faktenresistenten Autofahrern

Deutschlandweit optimieren faktenresistente Autofahrer ihr Selbstmarketing: Demnächst erkennt Ottonormalverbraucher die stets an den falschen Stellen Hinterfragenden auf Deutschlands Straßen schon aus großer Entfernung. Denn: Manchmal ist der weiße Text, der die Existenz eines deutschen Staats, eines deutschen Staatsgebiets und einer deutschen Verfassung leugnet, aus der Distanz schwer erkennbar bzw. von einem vernünftigen Heckscheiben-Print kaum unterscheidbar. Wobei an der Stelle angezweifelt werden darf, ob überhaupt „vernünftige“ Heckscheiben-Aufdrucke existieren…mir fallen nur die Logos fragwürdiger Bands ein.

Wer im Straßenverkehr ausufernden Diskussionen über die Lügenpresse, Volksverräter-Politiker und Chemtrails ausweichen will, braucht künftig also einfach nur einen großen Bogen um die PKWs mit umgedrehtem Kennzeichen zu machen.

Sein Kennzeichen weiterhin richtig herum angebracht über die Straßen zu transportieren steht übrigens für:

Ich kann damit leben, dass unsere Verfassung „Grundgesetz“ genannt wird und die um die Einhaltung des Regelwerks bemühte Crew sich nicht in „Grundgesetzgericht“ umbenennen muss. Die Zusammenhänge sind eigentlich klar, auch ohne terminologisch komplett saubere Parallele. Sind nur Etiketten.

Nach Informationen des Zentralrats der wahnwichtelnden Aluhutträger wollen die mitteilungswütigen Alternativerleuchteten mit der Verdrehung auf ihren „erwachten“ Zustand hinweisen.

Ist das nicht ironisch, dass gerade diejenigen, die sich üblicherweise durch das Verdrehen von Fakten als Diskussionsteilnehmer disqualifizieren, sich jetzt mit verdrehten Nummernschildern selbst brandmarken?

Mimikama ist der Argumentation von wegen „muss ja nur gut sichtbar sein, nicht zwingend richtig rum“ auf den Grund gegangen. Und, oh Wunder, das stimmt wohl nicht.

Dass sich die Polizei NRW Essen genötigt sieht, dazu einen Warnhinweis per Facebook zu verbreiten, macht mich irgendwie nervös. Ist die Zahl der derart Verwirrten in NRW so enorm hoch?

Ein findiger Autofahrer und Facebook-Nutzer kam auf die Idee, sein Kennzeichen um 180 Grad gedreht an sein Fahrzeug zu…

Posted by Polizei NRW Essen on Monday, November 2, 2015

Artikelbild via ZdwA.

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