Die Radbahn – 9km Radweg quer durch Berlin unter der U1

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Wer in Berlin mit dem Fahrrad unterwegs ist weiß: Radfahrer sind hier Verkehrsteilnehmer zweiter bis dritter Klasse. Die Skalitzer Straße ist eine besonders lebensgefährliche Zumutung in dieser an Todesfallen für Radler nicht gerade armen Stadt.
Verkehrspolitik wird fast nur für Autofahrer gemacht, zwischendurch gibt es Alibi-Maßnahmen wie die Fahrradstaffel der Polizei.

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Ein paar Berliner Visionäre haben mit der Radbahn Berlin nun einen Plan vorgestellt, die dem Elend zum Teil ein Ende bereiten könnte: Die Idee: Unter dem Viadukt der U1 ist mehr als genug Platz, der größtenteils ungenutzt ist. Sie möchten diesen Platz für eine 9km lange, überdachte Radbahn schaffen. Was wie ein volllkommen verrückter Plan klingt, ist laut denen, die die Idee hatten, gar nicht so ehrgeizig, weil unter 80 Prozent der Strecke sowieso schon ein meinst ungenutzter Weg verläuft.

Photo: Jennifer Osborne aus dem Pressekit von Radbahn Berlin
Photo: Jennifer Osborne aus dem Pressekit von Radbahn Berlin

Die restlichen 20 Prozent bezeichnen die Planer selbst als „Herausforderung“, aber machbar scheint es allemal zu sein. Den politischen Willen, zur Abwechslung nachhaltige und zukunftweisende Verkehrspolitik zu machen, mal vorausgesetzt.

An den Stellen, wo der bisherige Weg z.B. wegen der Haltestellen der U-Bahn unterbrochen ist, könnte die Radbahn an den Viadukt gehängt werden. Sieht schlüssig aus, sage ich mal so als Laie.

Bild: Radbahn.berlin
Photo: Team Radbahn Berlin aus dem Pressekit von Radbahn Berlin

Das gleiche gilt für das Überqueren des Kanals:

Bild: Radbahn Berlin
Photo: Team Radbahn Berlin aus dem Pressekit von Radbahn Berlin

Das Konzept beinhaltet nicht nur die Radbahn selbst, sondern auch Zonen am Rand der Bahn, wo es Platz für Cafés, Fahrradwerkstätten und Ähnliches geben soll. Nunja, gehört heute wohl dazu, ich bräuchte keine Radler-Drive-Ins.
Wichtiger finde ich da die Pläne, moderne verkehrstechnik zu verwenden, die zum Beispiel den Radlern anzeigt, ob sich lohnt auf dem Weg zur nächsten Ampel zu beschleunigen, um eine Grünphase zu erwischen, oder obn man lieber locker ausrollen sollte. Apropos Ampeln: Die sollen sich dem Radverkehr anpassen und nicht den Autofahrern.
Das sind nicht die einzigen Ideen für die Radbahn. Selbst Gedankenspiele, sie über druckempfindlichen Bodenbeläge zur Stromerzeugung zu nutzen, gibt es. Einen Haufen weiterführende Informationen findet ihr auf der Webseite der Radbahn Berlin.
Ich finde Idee jedenfalls große Klasse und würde mich sehr über eine Umsetzung freuen.
Nur eines noch: Die Überdachung der Strecke besonders herauszuheben, ist eine Mogelpackung. Als ob in Berlin Regen so senkrecht fallen würde, dass der Viadukt vor dem Nasswerden schützen würde, wenn man sich direkt darunter befindet. 🙂

Eine Stellungnahme der Stadt Berlin gibt es übrigens meines Wissens bisher nicht, wir bleiben dran.

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