„Wenn ihr nicht nach Neukölln kommen mögt, kommen wir zu euch!“- Sabrina Markutzyk vom Neukoellner über #dresdnerwelcome

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Die Grimme-Preisträger-Redaktion vom Berliner Kiezblog neuköllner.net hat sich in einer Kampagne an alle Dresdnerinnen und Dresdner gewandt und sie eingeladen Neukölln zu besuchen. Was dahinter steckt erzählte uns Sabrina Markutzyk.

Was genau bietet ihr an?

Eine Bildungsreise speziell für Pedigisten und Pedigistinnen. Wir laden besorgte Bürger in unseren failed Stadtteil ein. Der Untergang des Abendlandes zum Anfassen – eine Feindbildsafari für alle montagsmüden Dresdener Spaziergänger zur Überprüfung ihres schlimmsten Feindbildes.

Wie es sich für eine ordentliche Safari gehört, haben wir die Big 5 im Angebot: Multikulti, Kopftuch, Parallelgesellschaft, Gutmenschen und: wir. Die von all dem versiffte Lügenpresse hautnah.

Anfangen sollte man aber vielleicht in Süd-Neukölln: Wo Plattenbau auf Schrebergartenidylle trifft, und der Vorstadt-Dresdner erstaunt feststellen kann: Hier siehts ja aus wie bei uns! Wenn am Ende der Feindbildsafari die braune Scheiße unterm Schuh klebt und dafür ein bisschen weniger davon im Kopf, können wir zufrieden im „Bäreneck“ ein deutsches Bier runterkippen, um den Knoblauchdunst vom Abendessen mit Deutscher Leitkultur zu übertünchen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Neulich, bei einer Pegida, oder AfD-Demo – die sind so schwer auseinanderzuhalten – hat ein Mann im Herbst seines Lebens mal wieder den Neukölln-Vergleich gezogen: Angst vor Neukölln habe er, Angst davor, dass seine Enkel mal in denselben Verhältnissen leben müssen wie wir hier & Angst davor, dass Christen wie er bald nichts mehr zu sagen haben im eigenen Land.

Da wurden wir ein bisschen ungehalten und haben vor der schönsten Moschee im Kiez ein Video gedreht und Dresden den Mittelfinger gezeigt. Die zweite Eskalationsstufe ist nun die Einladung nach Neukölln.

Gab es schon Reaktionen aus Dresden?

Die Dresdener Morgenpost hat unsere Einladung aufgegriffen: „Jetzt werden Dresdner nach Neukölln eingeladen!“ Viel Dresdner sind empört: Nach Neukölln? Niemals! Ein Pedigist hat uns gratuliert: Endlich mal was konstruktives! Es gibt auch viele Dresdner, die die Idee gut finden. Nicht-besorgte Bürger denken darüber nach, in Neukölln als Pegidafreie Zone Urlaub zu machen. Wir haben aber auch Tipps bekommen: Pegidisten dürften auf keinen Fall in der Gruppe anreisen! Wenn sie isoliert von ihren Gleichgesinnten mit unserem bunten Leben in Kontakt kämen, bestünde Hoffnung zum Feindbildabbau.

Bislang hat sich niemand bei uns angekündigt. Aber obacht Dresden: Wenn ihr nicht nach Neukölln kommen mögt, kommen wir zu euch!


Wie waren die Reaktionen im Netz?

Viele haben den Post geteilt, unterstützen unseren Aufruf. Viele Leute hier finden das ziemlich gut, einige wollen die besorgten Bürger aber lieber nicht in Neukölln haben. Die Reaktionen unter dem Facebook-Post der MoPo zeigen aber: nur wenige besorgte Bürger können sich eine solche Bildungsreise vorstellen – sie haben Angst vor Neukölln. Viele zitieren dazu Buschkowsky, – wenige schreiben ihn richtig. Am besten mal selbst in den Kommentaren schmökern, man lernt viel dabei über den Zustand unserer Gesellschaft.

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