Exklusiv vom CDU Parteitag: Der genaue Wortlaut der Integrationspflicht für Migranten

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KARLSRUHE – Einige Details der ominösen „Integrationspflicht für Migranten“ waren schon im Vorfeld bekannt: Anerkennung des Existenzrechts Israels und der Gleichberechtigung von Frauen und Homosexuellen. Wie jetzt bekannt wurde kam allerdings für die genannten Forderungen keine Mehrheit in den Reihen der CDU-Parteimitglieder zustande. Die entsprechenden Passagen wurden aus der final verabschiedeten Fassung des CDU Bundesparteitages gestrichen. Der endgültige Wortlaut der Integrationspflicht für Migranten liegt uns nun exklusiv vor. Offiziell verabschiedet werden soll der Entwurf Anfang 2016 im Bundestag.

§1 Du sollst immer schön weiße Frotteesocken in deinen Sandaletten, Birkenstocks oder Flip Flops tragen

Real recognize real. Deutsche sollen sich auch im Urlaub stets gegenseitig als vollintegrierte Teutonen zu erkennen geben. Sonst wird man mit dunklen Haaren und evtl. sogar dunklerer Haut – gerade in südlichen Ländern – gerne mal als Einheimischer wahrgenommen. Beschimpfungen und Degradierungen durch deutsche und britiche Touristen sind da vorprogrammiert. Außer halt, man hat die richtigen Strümpfe an.

§1 Zusatz 1B: Beim Stadtausflug immer geile Outdoor-Treter und Funktionsjacken von Jack Wolfskin, Northface oder Deuter tragen

Das machen wir Deutschen halt so.

§2 ARD auf der 1, ZDF auf der 2, ProSieben auf der 7, BibelTV auf allen anderen Knöpfen

Fernbedienung

Deutschsein fängt beim Fernsehen an.

§3 Du sollst immer eine ganz extrem klare Meinung zu diesen drei Personen haben: Til Schweiger, Xavier Naidoo und Attila Hildmann

Liebe EinwanderErInnen. Einfach mal keine Meinung zu einem Schweiger-Film, einem Naidoo-Song oder einem Vegan-Koch haben, das könnt ihr euch schön abschminken. Es gilt, sich zu den drei genannten Personen grundsätzlich entweder voller Hass zu äußern, oder ihr Lebenswerk, ihre Meinungen oder ihre Songtexte immer voll zu unterstützen – notfalls mit finanzieller Hilfe und großflächigen Werbeanzeigen in großen Zeitungen.

§4 Deutscher Fleiß und deutscher Nationalstolz sind immer unabhängig von Ausgangsbedingungen

Denn Fleiß ist eine deutsche Tugend und da darf man schon mal muss man bedingungslos stolz drauf sein. Uns (gerade den 10-40jährigen) Deutschen geht es heute so gut, weil wir so saumäßig fleißig sind. Glück, saugeile Startbedingungen in Zentraleuropa (verglichen zum Beispiel mit griechischer Pampa oder pakistanischem Slum) und all das – das hat mit dem Wohlstand, den wir uns erarbeitet haben, nichts zu tun. Gar nichts. Deswegen dürfen wir – und jetzt auch ihr integrationswilligen Migranten – schon auch mal stolz drauf sein, dass wir Deutsche sind.

§5 Hymne mitsingen oder raus aus der Nationalelf

Iiihr undankbaren Knilche ihr – das darf doch wohl nicht wahr sein. Geht’s noch? Die Hymne nicht mitsingen, aber in unserer geilen DfB-Auswahl mitspielen. Wer sich nicht dazu verpflichtet, die musikalisch und textlich wunderbare und voll zeitgemäße deutsche Nationalhymne immer aus voller Überzeugung mitzusingen, der hasst Deutschland. Bei Verstoß werden sofort alle, die vom Namen her so klingen, als wären sie Migranten, sofort rausgeschmissen; und erst recht die, deren Namen so verdächtig deutsch klingen, dass sie wahrscheinlich Asylbetrüger sind, die sich einen besonders deutschen Namen geben wollten, also:

Jerome Boateng, Emre Can, Shkodran Mustafi, Karim Bellarabi, Ilkay Gündogan, Mesut Özil, Lukas Podolski, Christoph Kramer, Bastian Schweinsteiger und Thomas Müller. Pfff, Thomas Müller, nice try!

§6 Gleichberechtigung auf dem Papier

Denn da gehört sie hin. Auf Papier. Gleichberechtigung in der Realität basieren wir hier in Deutschland auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Vgl. freiwillige Selbstverpflichtung zur Frauenquote. Psssst: Zieht euren Ollen ruhig Kopftücher zuhause auf, kein Ding. Nur halt bitte nicht auf dem Papier oder in der Fussgängerzone. Wir würden unsere Frauen auch auf offener Straße nicht so behandeln wie zuhause oder wie wir hinter ihren Rücken darüber sprechen. Das würde uns die vorweihnachtliche Kauflaune verderben. Und wo wir schon dabei sind:

§7 Mega-XMas Sales sind Teil unserer abendländischen kulturellen Errungenschaften

Wer vor Weihnachten nicht wie wild Dinge für andere Leute und für sich selbst kauft, die in Wirklichkeit niemand braucht, der hat hier nichts zu suchen. Santa Claus, der Weihnachtsmann oder das Jesuskind haben mit Hilfe des Christentums dafür gekämpft, dass es ab Ende September Spekulatius beim Discounter gibt. Und das bleibt so und da nehmt ihr gefälligst dran teil, an unseren christlichen Traditionen! Schoko-Adventskalender, LED-Blinklichter im Fenster und weihnachtlich verzierte Plastiktüten. Denn: Deutschland, Deutschland tütet alles, tütet alles, Vaterland!

Bild: „Kauder Parteitag“, Wikipedia, CC-BY-SA 3.0)