Throwback Thursday : Warum Depeche Mode meine Rettung in der Pubertät war

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Der Throwback Thursday ist die Aufarbeitung der Musik, die uns Blogrebellen in unserer Jugendzeit gefallen hat. Ungeachtet dessen, was wir heute davon halten, wollen wir in dieser Reihe die Sounds feiern, die uns musikalisch prägten. Das darf gerne nostalgisch und eventuell auch peinlich werden, aber immer ehrlich, das versprechen wir.

Meine Jugendhelden sind
Meine Jugend war sehr turbulent, da ich sehr mit mir und meiner Selbstfindung zutun hatte, war ich auch sehr sprunghaft in meiner Musikauswahl. Anfang der 90er lebten wir auf dem Land und da war es gang und gäbe entweder Punk oder Metal zu hören. Zumindest haben das die coolen Kids getan. Also, überspielte ich meine Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg Kassetten mit Guns’n Roses, Metallica, Ugly Kid Joe. Und das war noch nicht einmal das Sprunghafte an mir. Dann war da ja noch Acid. Die Smilies und die Klamotten waren so toll, konnte ich natürlich auch nicht widerstehen.
Während Boygroups wie New Kids On The Block, Take That und East 17 ihre Höhepunkte feierten, blieb ich ihnen fern. Zu kitschig für meinen Geschmack und nicht deep genug.
Durch meinen 7 Jahre älteren Bruder bekam ich einige andere Bands mit, die nicht unbedingt auf dem Zettel einer 11 Jährigen standen. Depeche Mode ist meine Boygroub sozusagen, die mich durch meine seelischen tiefen begleitet hat. Davon gab es einige in meiner Pubertät.

Der beste Song war

Es ist so schwer einen Song zu nennen, gerade bei einer Band, die schon so viele Dekaden Musik macht. Aber da es hier um Jugendhelden geht, spreche ich für mein jugendliches Ich:

You wear guilt
Like shackles on your feet
Like a halo in reverse

I can feel
The discomfort in your seat
And in your head it’s worse

Die Harmonien, die Streicher, das Traurige sich zugestehen zu müssen, dass man jemanden was vormacht, obwohl es schon längst vorbei ist. Die erste schmerzvolle Liebe mit mehr Leid als Freuden…

Live waren die eh ne Wucht und vor allem

Echte Depeche Mode Fans sagen natürlich dass es die 101 Tour war. Mein erstes Live-Erlebnis war die “Devotional-Tour”. Und in meinen Augen die wichtigste Tour, denn danach war alles irgendwie anders.
Zu der Zeit war Dave Gahan on the Top mit seiner Sucht. Zu dieser Zeit verbreitete sich die Nachricht seines Selbstmordversuchs durch einen Speedball. Er war wohl zwei Minuten klinisch Tot.

Die komplette LP “Songs Of Faith and Devotion” ist ein Verlangen nach Erlösung. Viel Schmerz, Sünde, Schuld, Hingabe.

Der geilste Move und das geilste Outfit

Lange Zeit war für mich der geilste Move dieser hier

Aber wie gesagt, “Songs Of Faith And Devotion” hat irgendwie einiges geändert:

Depeche_Mode_World_In_My_Eyes_Devotional_Tour_live

Und den geilsten Anzug trägt er hier

Für mich ist Depeche Mode so wichtig, weil

Ich behaupte sie gehören zu den letzten Romantiker auf der Bühne, die es geschafft haben das Thema Liebe bis heute auf die Bühne zu bringen, ohne dabei ins Kitschige abzugleiten. Die Vermischung zwischen Elektro und Pop war ihrer Zeit in den 80er und in den 90er Jahren etwas sehr herausragendes und mit Sicherheit sind sie Impulsgeber der heutigen Elektro-Pop Szene.

Dann ist da noch die persönliche Ebene: Es ist die Band, die immer in meinen schwarzen Stunden den richtigen Ton getroffen hat.
Aus heutiger Sicht kann ich auch sagen, dass sie viel musikalisch und lyrisch mit meinen Wurzeln gemeinsam haben. Gerade die Sufismus-Kultur, die ich mit Mitte Zwanzig entdeckte, kommt dem sehr nahe, nur mit weniger Sex. 🙂

Und jetzt schäme ich mich ein wenig dafür, weil

Kann von keiner Peinlichkeit sprechen, denn letztendlich ergibt alles irgendwo einen Sinn, oder?


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