Glyphosat im Bier? Ein Paradebeispiel für Nebelkerzen und Panikmache

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Habt ihr sicher auch schon gelesen: Das Umweltinstitut findet Glyphosat im guten toitschen Bier. Und weil Bier in Schland nunmal eine Art gesellschaftliches Schmiermittel ist (Man munkelt, in Bayern hätte es umsatzsteuertechnisch gar den Status eines Grundnahrungsmittels.), ging das vermeintliche Aufregerthema natürlich gut rum in der deutschen Presselandschaft. Glyphosat ist ja furchtbar böse und so ein bisschen kann man sich dabei gleich noch das kapitalismuskritische Mäntelchen umhängen. Der teuflische Großkonzern Monsanto macht unsere lokalen Spezialitäten kaputt oder so ähnlich lautet das Kalkül wahrscheinlich.

Nur der Tagesschau ist der entscheidende Punkt aufgefallen, wenn auch nur in einem Nebensatz:

„Im Bier ist eine Milliarde Mal mehr Alkohol – und der ist nach Einstufung der IARC definitiv krebserregend.“

Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin weder Monsanto-Fan noch will ich damit eine Aussage zu Glyphosat treffen, aber diese Meldung ist eine perfekte Nebelkerze. Glyphosat lässt sich in praktisch allen Stoffen nachweisen, die wir zu uns nehmen, also logischerweise auch im Bier. Ob das ein Problem ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Immerhin: Glyphosat ist ein sehr gut erforschter Stoff. Bisher hat er den Status „wahrscheinlich krebserregend“. Der Grenzwert ist so festgelegt, dass man 1000 Liter trinken müsste, um auf eine gefährliche Dosis zu kommen. Es geht mir nicht, darum, Glyphosat zu verharmlosen, dazu weiß ich viel zu wenig darüber. Aber die Glyphosat-Panik an einem Getränk festzumachen, das eine Milliarde Mal soviel eines Stoffes enthält, dessen Gefahr für die Gesundheit zweifelsfrei nachgewiesen ist, der so giftig ist, dass man sich mit der in einem Durchschnittshaushalt gelagerten Menge jederzeit umbringen kann, der zu den suchterzeugendsten Substanzen überhaupt gehört und der -last but not least- nicht nur wahrscheinlich sondern ganz sicher krebserregend ist, ist einfach nur lächerlich.

Darauf erstmal ein Augustiner. Prost!

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Die PARTEI im Wahlkampf zum AGH 2011

(via Monsanto Tribunal)

3 Kommentare

  1. Auf der anderen Seite, wenn eine bis zu 300 Mal höher liegende Konzentration als der erlaubte Grenzwert gefunden wurde, müsste ich ja nur 3 Liter trinken, um auf eine gefährliche Dosis zu kommen, das geht ja fix 😉

  2. Aber Jahrtausende haben sich schon Millionen von Menschen an Bier bzw. Alkohol tot gesoffen.
    Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass das Glyphosat daran Schuld war 😉

    Ist denn schon wieder Sommerloch? Es war doch noch nicht mal Winter??

  3. Wer „viel zu wenig davon weiß“ oder eine Sache „nicht beurteilen“ kann, wie der Autor selbst schreibt, der sollte auch nicht darüber schreiben!

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