Die Musikindustrie hat 2015 mit Vinyl mehr Geld als mit werbefinanzierten Streamingdiensten verdient

0

Dank grandios irreführender Überschriften diverser großer Publikationen werden eure Facebook-Timelines und Small Talk Sessions am Watercooler aber möglicherweise von einem sehr viel pauschaleren (und falschen) fun fact dominiert werden:

2015 wurde in der Musikindustrie mehr Geld mit dem Verkauf von Vinyl als mit Streaming verdient.

Warum? Nun, weil das so in diversen Überschriften steht, z.B. in der New York Post: „Artists make more off vinyl sales than streaming services“.

Tatsächlich bezieht sich der klitzekleine Sieg des Mediums Vinyl gegen die Streaming-Übermacht aber eben nur auf einen Bruchteil des Streaminggeschäfts: Alles Musik-Streams, die bei Spotify und Youtube kostenlos und werbefinanziert zu hören sind. Alle Streams im Rahmen bezahlter Abonnements bleiben außen vor. Außerdem beziehen sich alle Angaben nicht auf die Einnahmen der KünstlerInnen, sondern auf den Ertrag der amerikanischen Musikindustrie!

Kurz und knapp (alle Angaben von der Recording Industry Association of America):

  • Lizenzeinnahmen Vinyl: 416.2 Million $ (+28,3% im Vergleich zum Vorjahr)
  • „Free, ad-supported music services“:  385.1 Million $
  • Einnahmen aus bezahlten Streaming Abonnements: 1.2 Milliarden $

Die Zahlen gelten übrigens ohnehin nur für den amerikanischen Markt, d.h. die Aussagekraft weltweit (geschweige denn für Europa) ist verschwindend gering. Weit überraschender als die wachsende Bedeutung von Vinyl $$$$s finde ich, wie wenig (laut den Angaben der RIAA) insgesamt eigentlich so an Mucke verdient wird – und wie wenig entsprechend dann am Ende noch bei den KünstlerInnen übrig bleiben dürfte.

Via DjBooth.net

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.