Kein Vergeben, kein Vergessen: Gestern vor zehn Jahren wurde Halit Yozgat vom NSU ermordet

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Es ist eine der vielen unglaublichen Geschichten um die Mordanschläge des NSU. Am 06.April.2006 wurde der damals 21-Jährige Halit Yozgat vom NSU erschossen. Am Tatort, einem Internetcafé in Kassel: Ein V-Mann des Verfassungsschutzes, der sich auch danach nicht als Zeuge meldete. Es ist nur eine desaströse Geschichte rund um das Versagen der Behörden bei den NSU-Mordtaten. Aber sicherlich eine der haarsträubendsten Pannen.

Halit Yozgat wäre gestern 31 Jahre alt. Vielleicht hätte er eine Familie gegründet, vielleicht einen Späti geleitet, vielleicht wäre er Steuerberater geworden, vielleicht hätte er etwas ganz Anderes gemacht. Stattdessen trauern wir um eines der zehn Opfer des NSU. Sein Vermächtnis ist zugleich die Verpflichtung, dass die ganze Wahrheit ans Licht kommt. Danach sieht es leider nicht aus. Auch die Aufarbeitung der NSU-Morde ist eine Geschichte von Pannen, Peinlichkeiten und Vertuschungsversuchen. In den Untersuchungsausschüssen, aber auch im großen Münchner NSU-Prozess gegen Beate Zschäpe muss noch Einiges aufgearbeitet werden, vor allem um die Rolle der V-Männer, Fehlverhalten der Behörden und möglichen Unterstützer an den Tatorten zu klären. Man ist es Halit Yozgat und den anderen Opfern schuldig. Rest in Peace, Halit!

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