Die Netzfrauen und das Urheberrecht – Zwei Welten prallen aufeinander

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Bild: Ana Maria Marinelli
Bild: Ana Maria Marinelli

Hach ja die Netzfrauen…Wie zu erwarten war, stachen wir mit unserer Kolumne bei N24 über die Satire, äh… Bildungswebseite in ein Wespennest. Kurz nach der Veröffentlichung hatten wir Doro Schreier, die Chefin der global aktiven Netzfrauen-Bewegung am Telefon. Leider können wir nicht sagen, was sie genau wollte, da unsere Call-Center-Besetzung dem Inhalt von Frau Schreiers Ausführungen intellektuell einfach nicht folgen konnte. Dieser Umstand schien die professionelle Mutter (und Großmutter!!!11!) nicht recht zufriedenzustellen, so dass sie sich gezwungen sah, eine schriftliche Stellungnahme abzugeben, die zu veröffentlichen wir selbst niemals gewagt hätten. Zu groß schien uns angesichts dieses äh, interessant formulierten Schriftstückes das Risiko, in den Verdacht zu geraten, geschmacklose Schmähungen und Hetze auf Kosten der Netzfrauen zu betreiben. Wir gingen fest davon aus, dass uns sowieso niemand die Authentizität dieses wirren Pamphlets geglaubt hätte.

Nun, dankenswerterweise haben die Netzfrauen ihre Mail selbst in diesem Artikel über die Pressefreiheit öffentlich gemacht. Ein Artikel übrigens, den ihr unbedingt lesen solltet. Ein “informativer Wachrüttler” von einem Blogpost. Wir finden es ebenfalls extrem wichtig, dass endlich mehr Menschen die Zusammenhänge erkennen! Was mit kritischen Wissenschaftsportalen wie den Netzfrauen in Deutschland passiert, muss aufhören! Es kann nicht angehen, dass zwielichtige Webseiten wie diese Hetzrebellen versuchen, die ehrbaren Netzfrauen mundtot zu machen!
(oder wie diese furchtbaren Blogger es nennen würden: ihr Recht auf Meinungsfreiheit wahrnehmen!)

Wir unterstützen die Netzfrauen auch ganz klar in ihrem Vorhaben, wehleidigen Opfern von Mobbing vor Augen zu führen, dass ihre Erfahrungen nicht mit dem schlimmen Cybermobbing vergleichbar sind, das die armen Netzfrauen ständig erdulden müssen.

Mütter sind einfach die besseren Menschen!
Mütter sind einfach die besseren Menschen!

Besonders “vorbildlich” finden wir übrigens den Umgang der Netzfrauen mit dem Urheberrecht und Quellen. Aus Platzgründen konnten wir bei N24 leider nur wenige Beispiele bringen, was die Netzfrauen auch zu Recht anprangerten:

1. In jedem Beitrag sind Quellenangaben vorhanden. Man muss nur auf den Link dazu klicken. Die Recherchen sind einwandfrei. Wir haben bereits 3000 Beiträge geschrieben. Es ist schon beachtlich, dass in der Kritik nur 3 – und dies auch noch ältere Beiträge – herangezogen werden.

(Quelle: Internet)

Wir geloben natürlich Besserung. Drei Beispiele waren offensichtlich zu wenig, also haben wir noch ein paar herausgekramt.

REWES Bananen

Da war zum Beispiel neulich die vorbildliche Aktion von Rewe, bei der nicht mehr ganz taufrische Bananen verschenkt wurden.

Quelle: Netzfrauen
Quelle: Netzfrauen

Nur so zur Info, seriöse Bildverwendung geht so, wie das münchen.tv macht. Unten am Bild wird deutlich darauf hingewiesen, dass die Bildrechte bei REWE liegen. Und btw: Quellenabgabe reicht nicht, man braucht auch die Erlaubnis des Rechteinhabers, das Photo nutzen zu dürfen.

Screenshot: münchen.tv
Screenshot: münchen.tv

Re-Uploads von Videos

In letzter Zeit haben die Netzfrauen auch gerne Mitschnitte aus dem Fernsehen bei sich auf der Facebookseite wieder hochgeladen. Ganz eindeutig ein Bruch des Urheberrechts, das aber für Doro nicht zu gelten scheint. Einbetten ist nicht so ihr Ding, schließlich zahlen die Klicks dann nicht auf ihre eigenen Statistik ein. Die Netzfrauen verdienen Geld mit Werbung auf ihrer Webseite. Es wäre fair, den Sendern und Künstlern, von denen sie Videos nutzen (das hier ist nur ein Beispiel von vielen), wenigstens ihre eigenen Klicks und Werbeeinnahmen zu gönnen, anstatt die Videos auf die eigenen Facebookseite zu laden.

Quelle: Netzfrauen
Screenshot: Netzfrauen

Das ewig schlechte Gewissen – plagt die Netzfrauen eher nicht

Auch ein schönes Beispiel, dieser Artikel, den die Netzfrauen schön bei der Brigitte abgeschrieben haben. Und nein, liebe Doro, ein ungekennzeichneter Link zum Original irgendwo im Artikel ist keine Quellenangabe. Eine Quellenangabe ersetzt außerdem nicht das Einholen der Erlaubnis, den Text auch nutzen zu dürfen.

Screenshot: Netzfrauen
Screenshot: Netzfrauen

Die lockere Schraube

Der Gewinn der “lockeren Schraube 2016” in der Kategorie “Verschwurbelte Aluhut-Medien & Blogs” inspirierte Doro dieses ungemein witzige Bild auf Facebook zu teilen, das sie sich mal eben bei Quadrasophics “ausborgte“ und die Quellenangabe einfach aus dem Bild schnitt. Nicht gerade die feine englische Art…

Quelle: Nerzfrauen
Quelle: Nerzfrauen

Zuächst postete Doro auf Facebook das Bild natürlich ohne die Angabe im Text, dass es von Quadrasophics stammte. Die kam erst im Nachhinein dazu, nachdem sich jemand beschwert hatte. Blöd nur, dass man auf Facebook sämtliche Änderungen nachvollziehen kann. Woher ich das weiß? Habe ich im Internet gelesen.
Den Kommentar mit der Beschwerde über den Bilderklau löschten die Social-Media-Profi-Mütter natürlich.

Quelle: Claudia Roth
Quelle: Sonja Roth

Zwangssterilisationen in Peru

Ganz frisch, dieses Beispiel:

Screenshot: Netzfrauen
Screenshot: Netzfrauen

Der Text ist teilweise von der ARD übernommen, ein Quellennachweis dafür fehlt.
Das Bild wurde auch “einfach so” ohne Quellenangabe genutzt. Es findet sich an verschiedenen Stellen im Netz, das erste Mal beim Independent.

Psiram und der ganze Rest

Das sollte eigentlich reichen, fremden Content bei den Netzfrauen zu finden, ist schon fast zu einfach. Bösere Menschen als wir behaupten, dass es total einfach ist, von anderen Webseiten kopierte Texte bei den Netzfrauen zu finden. Korrekte Orthografie sei beispielsweise ein recht starker Hinweis. Wie gesagt, das wurde uns so zugetragen.
Wer auf eigenen Faust weitersuchen möchte,findet bei Psiram einen hervorragenden Einstieg ins Thema. Psiram, war da nicht was? Ach ja, das war die Seite, von der die Netzfrauen behaupteten sie sei “gesperrt worden“. Vom wem auch immer. Psiram selbst ist übrigens wieder da, und ganz offensichtlich war da nix gesperrt.
Aber falsche Behauptungen der Netzfrauen sind eine ganz andere Geschichte und die soll ein andermal erzählt werden.

Vielen Dank an die fabelhaften Nerzfrauen für das unermüdliche Sammeln und die schönen Screenshots!



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6 KOMMENTARE

  1. Na Doro ist jetzt ja auch der Veganen Sekte beigetreten und behauptet wirklich den größten Mist. Ich denke Doro hat einen B12 Mangel! Doro ist wirklich die größte Lügnerin und Dummschwätzerin.

  2. Lustig ist ja auch, dass sie immer von sich in der Mehrzahl redet.
    Oder glaubt eigentlich irgend jemand ernsthaft, dass da mehr Hetzfrauen wären?
    Sogar ihr(e) Anwalt(ssockenpuppe) schreibt genau in ihrem Stil.

  3. Klingt nach Schlammschlacht. Nur doof, dass Netzfrauen Frauen sind, die sich dann wahrscheinlich wieder in die Opferrolle stellen (“Was wäre gewesen wenn wir Männer wären”).

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