#Ahnma oder: Ist Hamburg-Rap offiziell in Rente gegangen?

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In Hamburg riecht es nach altem Fisch. Gut, dass der olfaktorische Sinn der in die Jahre gekommenen Meeresfrüchte-Liebhaber nicht mehr ganz so ausgeprägt ist und die Ware hübsch verpackt und mit jungem Gemüse gereicht wird.

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich mit diesem Artikel für halb Rapdeutschland zum Vollfisch mache, möchte ich doch ein paar Worte zu #Ahnma verlieren.

„Hamburg ist zurück auf der Raplandkarte“

Die Statusmeldungen meiner Twitter- und Facebook-Freunde überschlagen sich seit heute morgen mit Superlativen zum neusten Streich der Beginner. Jan Delay, Denyo und der Rest der (mit mir) in die Jahren gekommenen Hamburger Rapper haben es geschafft, innerhalb weniger Stunden zum Trending Topic zu werden.
„Fettes Ding“, „Hammerhartes Brett“, „Wie früher“, „Hamburg ist zurück auf der Raplandkarte“, aus allen Ecken des Netz liest man die Lobhudeleien über den neuen Tune des im August erscheinenden Beginner Albums.

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Sinnbildlich für den Hype ist allerdings dieser Tweet wie kein anderer:

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Wie früher

Auch ich feiere heute noch die alten Beginner-Hits und fülle damit die Tanzflächen auf Oldschool-Hip-Hop-Partys, wenn ich wie vor kurzen zum Beispiel im Hip-Hop-Wohnzimmer auflege.

„Wie früher“ ist aber auch das Problem, das ich mit dem Song habe. Jan Delay klingt wie früher, Denyo klingt wie früher. Das einzige was in diesem Song neu ist sind die Features von Gentleman und Farid – ähh nein Gzuz. Und ratet mal, womit viele der Beginner-Fans bei diesem neuen Song nicht so zufrieden sind?

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stephan-gentleman

Und was sagt Blogdeutschland zu #Ahnma?

Mit einer Mischung aus euphorischem Jubelgeschrei und kalkuliertem Reichweitenblogging (ich will uns hier gar nicht ausschließen) sind die Reaktionen durchweg positiv. Aber nur fast. Genau einen Blog habe ich bisher gefunden, der auch ein paar kritische Worte zu dem neuen Beginner-Song schrieb, das Splash-Mag. Genauer gesagt schrieb deren Autor Jonathan Nixdorff einen vorsichtig kritischen und sehr lesenswerten Artikel mit der Headline „Das Beginner-Comeback – Geht da was?„. Und um sicher zu gehen, dass man damit keinem alten Homie auf die Füße tritt distanziert sich das Splash-Mag von dem Text schon in der Einleitung mit den Worten:

Für unseren Autor Jonathan Nixdorff klingt es eher so, als stecke nicht Rap, sondern die Hamburger Legenden-Crew selbst in einer Sinnkrise – bzw. auf der Suche nach dem richtigen Rezept.

Doch nicht (mehr) alles Hammerhart?

Wer suchet der findet – auch die kritischen Stimmen in den Netzwerken, man muss es nur wollen. Da ich und auch der Rest der Blogrebellen-Redaktion uns noch unsicher sind, was wir nun mit #Ahnma anfangen sollen, haben wir in den letzten Stunden die Reaktionen beobachtet und gesammelt. Hier einige „Highlights“:

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https://twitter.com/yesbutnosara/status/738667444873617409

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Welcome back in 199X

Mir kommt es so vor, als ob hier mehr die Emotionen der Alt-Fans hochsprudeln und sogar einige der kritischsten und sonst umbequemsten deutschen Rap-Journalisten des Landes lieber in der Vergangenheit schwelgen, als dem neuen Tune ebenso kritisch gegenüber zu stehen, wie vielen anderen Songs und Artists. Man ist halt schon jahrelang miteinander verbunden, miteinander groß geworden und Freunden kackt man eben nicht auf den Teller.

Ahnma ist für mich ein okayer Song mit altbekannten und lieb gewonnenen Künstlern, der sich anhört „wie früher“. Mehr aber auch nicht. Trotzdem bin ich sehr auf das neue Album gespannt und voll bei Jonathan Nixdorff:

Es ist auch nur die erste Single. Auf dem Album kann und darf man noch sehr viel stärkeres und hoffentlich auch mutigeres Material erwarten.

14 Kommentare

  1. Was ist so schlimm daran, das sich der Track anhört „wie früher“? Muss man sich neu erfinden, nur um Qualität abzuliefern? Für mich ist das Hip Hop so wie er mir Spaß macht! Ich mag den Track, ist ein richtig cooler Opener für das kommende Album!!

  2. Sehe ich anders. Is‘ ’ne schöne Brücke zwischen Alt und Neu. Ein Opener, der Altes würdigt und hungrig macht auf Neues! Genau so und nicht anders. Was habt ihr erwartet? Ein Oldschoolbrett? ‚Was ganz neues? Nein Digger, ahnma!

  3. Hm, da wiederholt sich eigentlich nichts. Naja, bis auf Eisfeld, der immerhin zeigt, dass er es echt noch drauf hat. Und Denyo? Wo ist seine Geschwindigkeit, seine frische? Immerhin, ganz witzlos ist er am Ende auch nicht – aber an seine ursprünglichen Qualitäten reicht er nicht ran. Gzuz zu featuren finde ich in der Kombi großartig – das ist der Brückenschlag zu einer völlig anderen, völlig neuen Entwicklung. Ein starker Kontrast zum Anspruch der alten Generation, aber auch zu Gentleman, der im Song zeigt, wie man in sich selbst stecken bleiben kann.

  4. Ich habs zu den Blogrebellen geschafft. Nur leider unkenntlich gemacht….

    Also ich war nie ein großer Beginner Fan, finde es aber vollkommen okay, dass sie scheinbar einfach das gleiche wie früher machen. Wie auch schon viele andere an anderer Stelle bemerkt haben, die Jungs waren auch schon zu Bambule-Zeiten inhaltlich gerne mal mit etwas leichterem Gepäck unterwegs. Ist ja nicht so, dass Rap-Deutschland gerade dringend Hilfe braucht. Es gibt genug frisches Zeug und für fast jeden Geschmack die richtigen Künstler.

    Schlimmer finde ich es eher, wenn alte Herren versuchen auf jeden neuen Zug aufzuspringen. Eisi mit Doubletime? Bitte nicht.

    Und das Gzuz als Brücken-Schläger (Achtung Wortspiel!) die junge Generation abholen soll ist doch ein cleverer Move. Auch wenn ich Gzuz nicht ahne. Aber Gentleman wirft für mich viele Fragen auf: 1. Was singt er da überhaupt? 2. Was macht er in dem HH-zurück-auf-die-Karte-Song? Aber gut, Füchse sind ja auch gar keine Rudeltiere. #kannmanahnenmussmanaberauchnicht

  5. Na was denn nun? Alten kram machen oder ne moderne Platte? Ich hätte gerne eine moderne Platte wie Max es auch gemacht hat.

    Eizi Auf Doubletime bitte nicht? Gab es doch schon zusammen mit Max. Kein Problem.

  6. Wenn man schon die alte Schiene fährt(was ich an sich gut finde), dann sollte es aber auch mindestens an alte Hits herankommen.
    Das tut dieses Lied für mich überhaupt nicht.
    Da Spiel ich lieber zum 10000. mal Hammerhart oder Füchse anstatt diesen billigen Abklatsch davon. Ein Lied das sich anhört als hätte es damals den cut aufs Album nicht geschafft weil die anderen tracks eben besser waren. Schade.

  7. Alleine, dass du ständig von Jan Delay redest, stößt mir sauer auf. Jan Delay ist eine Kunstfigur, das ist der mit den Anzügen und dem Hut. Will nicht zu pingelig sein, aber die Tatsache, dass du null Unterschied zwischen Eizieiz und Jan Delay machst, zeigt doch, dass dir das Thema so ernst nicht sein kann.

    Ich finde Ahnma schon ein Brett, anders als früher, aber trotzdem richtig derbe. Nach dem 10. mal anhören fand ich auch GZUZ Part passend. Wenn du das Ding laut im Auto aufdrehst und mitbrüllst „Was los diggah ahnma!!“ ist das schon ganz geil!

  8. Bis ich zu den 2 Absätzen komme, bei denen ich dir vielleicht sogar zustimme und die so reißerisch in der Überschrift angekündigt wurden, quäle ich mich durch ein Vielfaches an „Manche Leute finden es gut, manche schlecht, hier sind ein paar Tweets“. Wow, eiskalt recherchiert!
    Wenn die Bottom Line deines Artikels die fehlende Inspiration und Texte, die nur okay sind, sein werden, solltest du vieleicht mehr darauf achten, nicht in die selbe Schiene zu fallen.

  9. […] hören habe ich immer noch so meine Anfreundungsprobleme mit dem neuen Beginner Album. Ahma wird sogar für mich plötzlich zu einem der Leuchttürme. Das Album packt mich (noch?) nicht wirklich, bin hin und her […]

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