Nxworries (Anderson .Paak & Knxwledge) – Lyk Dis (Soundcloud Stream)

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Nxworries (Anderson .Paak & Knxwledge) - Lyk Dis (Soundcloud Stream)

Ja, das kommt sehr selten vor, dass wir hier einfach so eine Single ohne irgendwelche Download-Optionen, optischen Reize oder sonstwas teilen. Aber Anderson .Paak nimmt ja auch nicht alle Tage eine ganze Platte mit voraussichtlich 19 Tracks mit Knxwledge für Stones Throw auf:

Kurz, ja. Endet abrupt, ja. Aber wenn die ganze Platte so klingt, wie das hier? Yes Lawd! Und genau so heißt das Album auch: “Yes Lawd!”. Seht euch unbedingt auch Suede an. Auch dieses Juwel wird es nämlich auf das von uns allen hier heißerwartete Album schaffen.

Tracklist:
01. Intro
02. Livvin
03. Wngs
04. Best One
05. What More Can I Say
06. Kutless
07. Lyk Dis
08. Can’t Stop
09. Get Bigger / Do U Luv
10. Khadija
11. H.A.N.
12. Scared Money
13. Suede
14. Starlite
15. Sidepiece
16. Jodi
17. Link Up
18. Another Time
19. Fkku

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YES LAWD! So verlockend es auch erscheinen mag allein diesen Ausruf als Einleitung über NxWorries zu nutzen, sollte man doch etwas tiefer einsteigen. Denn die beiden Männer im Herzen dieser LP – Soul Styler Anderson .Paak und Loop Beast Knxwledge – bilden zusammen ein außerordentliches Paar: Eine Stimme, die sich anhört als ob sie schon ein paar Lebzeiten hinter sich hat; Beats die wie auf Kommando Staub aufwirbeln, und ein 19 Tracks umfassendes Set, das wie ein Mixtape funktioniert, indem es Skits, Songs und Snippets in ein Paket aus flüssigem Groove und grobgeschliffenen Rap´N´Soul Edelsteinen verschmilzt. Von beiden könnte man schon gehört haben, entweder als Solokünstler oder wenn sie ihren musikalischen Goldstaub auf Songs anderer Künstler hinterlassen haben. Doch dieses Album hier ist das Ergebnis davon, wenn .Paak und Knx nach Hause kommen, sich zurücklehnen, einen anstecken und die Musik einfach fließen lassen.

Falls man einen Blaxploitation-artigen Vibe auf „Yes Lawd!“ vernimmt, hat das lediglich mit der Tiefe von NxWorries´ Funk zu tun. Falls sich Gospel in der Maisgrütze findet, hat das mit der Geschichte der Köche zu tun. Beide wuchsen beeinflusst von Religion auf. Knxwledges Job als Kind war es die Kirche der Familie in Jersey aufzuräumen, und wenn er damit fertig war, ging es an die Instrumente. Besser noch, wenn diese schon einige Jahre auf dem Buckel hatten, denn dann behielt er sie. In ganz ähnlicher Form sollte er bald Sounds in seiner Vinylsammlung finden. Als er 2008 als Beatmaker nach Los Angeles zog, sorgten seine Kompositionen dafür, dass er bei Stones Throw eine Heimat fand. Seine hypnotische LP „Hud Dreems“ (2015) war die Spitze eines Eisbergs, der zu diesem Zeitpunkt bereits aus 75 Bandcamp-Sammlungen bestand.

Paak wiederum war schon bestens über seine Musik informiert, als Knxwledge zu ihm Kontakt aufnahm. Der Sänger wuchs in Oxnard auf, spielte Schlagzeug in der Kirche seiner Familie. Seine Kumpels wanderten ins Gefängnis, als er Teenager war. Und während er als Gelegenheitsjobber arbeitete (z.B. im Lebensmittelhandel, beim Frisör oder als persönlicher Assistent), war er mit seinem neugeborenen Sohn sogar eine Zeit lang obdachlos. Doch .Paak blieb dran und baute sich eine Karriere auf – mit fantasievollen Alben wie „Malibu“ (2016) und Kollaborationen, die stets ihn wie den Star wirken lassen, selbst wenn er nur die Hook beisteuert.

Als beide zusammenfanden, lief die Arbeit wie geschmiert. Knx hebt hervor, dass die lange Produktionszeit von „Yes Lawd!“ vor allem auf den Umstand zurückzuführen ist, dass jedes Mal wenn sie zusammen kommen, neue Musik entsteht. Ihr Aufstieg fand seltsamerweise synchron statt. Knx landete auf Kendrick Lamars „To Pimp a Butterfly“ Album („Momma“), nachdem der Aftermath MC einen seiner Beats auf dem Bandcamp-Release „Anthology“ hörte. Die Aufmerksamkeit von Dr. Dre wiederum bekamen beide über die erste NxWorries Single, das unvergessliche „Suede“. Ganze acht Mal ist Paak auf dessen „Compton“ Album vertreten, was schlussendlich zu einem Deal mit Aftermath führte. Der Punkt ist: Beide wissen was es heißt kämpfen zu müssen, auch wenn sie fürs Rampenlicht geboren sind. Was einen wiederum zurückführt zum Thema des NxWorries Debütalbums.

Auf „Yes Lawd!“, das .Paak als seine bislang „beste Arbeit“ bezeichnet, spielt er eine theatralisch dreiste Version von sich selbst, die wie ein Superstar aus den 70ern singt und wie ein abgebrühter Prolet spricht. Doch die Songs sind voller Details aus seinem Leben, das sowohl Struggle als auch hart erkämpften Erfolg kennt. Währenddessen webt Knx einen Teppich aus Samplestücken und Livefragmenten – Bass, Brass und Geigen – die für den Ausgleich sorgen und uns daran erinnern, dass ungeachtet dessen, wieviel Stress es bedeutete diesen Punkt zu erreichen… egal, man kennt ihren Namen: NxWorries.



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