“Die Diskussion um Vinyl oder nicht wird mit viel zu viel Emotionen geführt”- Interview mit MIKO

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MIKO ist ein ewiger Perlentaucher im Bereich schwarzes Gold. Für unseren Sunday Joint auf dem Berliner Klunkerkranich hat er ein paar polnische Funkplatten ausgegraben, was dazuführt, das wirs noch viel weniger aushalten können bis Sonntag. Viel Spaß mit unserem Interview mit MIKO von der Wedding Soul-Crew.

Wer bist du, was sind deine Wurzeln, wo lebst du und was machst du?

Ich heiße tatsächlich Miko und bin vor vielen Jahren östlich von Berlin auf die Welt gekommen. Ich wohne seit über sechs Jahren im Gesundbrunnen und mache tagsüber seriöse politische Arbeit. Am Wochenende lege ich gerne hier und da auf, veranstalte Partys und Konzerte, reise durch die Welt. Zusammen mit meinen Kumpels Marian Tone, Markus Tone, Soulix, Lucky Loop und Selfmade sind wir das Beat Kollektiv. Verantwortlich für diese kleine Party namens Wedding Soul in der Panke.

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Was ist die Idee zu deinem Sunday Joint?

Erst einmal habe ich mich sehr über die Einladung gefreut, der Sunday Joint entwickelt sich zu einem festen Termin im Berliner Süden. Leider habe ich es noch nie geschafft runterkommen, da Neukölln für mich echt ganz schön off the track ist Ich durfte dieses Jahr einen Sunday Joint als Mixtape beisteuern und so ähnlich wie dieses wird auch mein Set am 2.10. sein: Entspannte Beats, paar besondere Nummern aus aller Welt und Klassiker zum Abhängen. Ich habe vor Kurzem von meinem lieben Kollegen Scientist eine Reihe polnischer Funkplatten bekommen, davon wird einiges zu hören sein. Und ja, ich wünsche mir, dass die Leute im Klunkerkranich ausnahmsweise mal die Stühle aus dem Fenster werfen, aufstehen und tanzen!

Welchen Stellenwert hat Musik in deinem Leben?

Musik begleitet mich seit meiner Kindheit, der Plattenspieler stand schon in meinem Kinderzimmer. Es hat etwas gebraucht bis ich Clubs anfing gut zu finden, Henry Storch’s Düsseldorfer Unique war für mich ein Ort, wo das anfing. Wo die Musik des DJs im Mittelpunkt stand und die Leute unterhalten hat, wo es immer etwas Besonderes war. So versuche ich auch meine Sets und Veranstaltungen zu machen, dass was hängen bleibt bei den Leuten, mindestens ein Schmunzeln. Ich sammle Vinyl seit Jahren, vor allem Singles, ob rar, reissue oder original ist mir meist wurscht, Hauptsache die Mucke passt. Privat höre ich gerade viel Singersongwriter, z.B. Olli Schulz, oberflächlich tiefgehend und hat mir durch paar schwierige Wochen geholfen.

Was war deine bisher prägendste musikalische Erfahrung?

Potsdam 2012 Silvester, der erniedrigendste Gig den ich je erlebt habe. Niemand auf unserem Floor, volle Hütte auf allen anderen. Da habe ich gelernt: Nie als Black Music angekündigt werden(Was für ein beschissenes Label ist das eigentlich?) und vor allem nie vor Publikum spielen, was null Interesse an deiner Musik hat. Die Leute, die ich unterhalten kann sollten ein generelles Grundverständnis und ne Liebe zu so ner Musik haben. Ich spiele kaum Hits, ich will den Leuten was Neues zeigen. Publikum und Künstler müssen beiderseitig aufgeschlossen sein. Sylvester machen wir jetzt jedes Jahr einen Abend in der Kugelbahn, klein aber fein und die Leute die kommen wollen genau das was wir machen. Bestes Ding war mal ein spontaner Gig (Can you play one hour Miko) mit meinem Kollegen Soulix aufm Festival in Litauen. Aus einer Stunde wurden sechs, am Ende flog das Zelt wegen eines Sturms weg. War eine große Nacht! Zur Ehrenrettung Potsdams, ich hab Anfang des Jahres bei der (inzwischen leider eingestellten) Funkstelle spielen dürfen, das war eines der Besten Publikums aller Zeiten, reinste Partyfreude.

Wie sieht für Dich ein perfekter Sonntag aus?

Vor allem: Nix geplant haben. Bis kurz vor Mittag ausschlafen, dann alleine oder mit Freunden frühstücken draußen, gerne noch ein spontanes kulturelles und oder musikalisches Highlight und gegen 18 Uhr ziehe ich mich zurück, schalte ab, lass alleine die Seele baumeln um Montag um neune wieder fit zu sein.

Vinyl, digital, egal?

Lange Debatte, mit viel zu viel Emotion geführt. Aber ernsthaft: Ich hab sie alle durch, Serato, Traktor, CDs, ich bin vor Jahren zu Vinyl zurückgegangen. Neben all dem typischen Blabla gefallen mir drei Dinge besonders: 1) Ich kann mir Farben und Cover besser merken als Titel („Mhh, die eine blau-rote die ich in Prag gekauft hab würde jetzt passen, zack, da ist sie…). 2) Auf dem Weg von der Tasche zum Turntable sehe ich die Leute, wie sie drauf sind, ob der Abend läuft. Diese 180° Wendung hält mich in Kontakt mit den Leuten, außerdem ist Bewegung immer gut. Auf den Bildschirm starren ist das Schlimmste, das kann ich weder als DJ noch als Gast haben. 3) Die Beschränkung durch die Größe der Tasche ist eine großartige Herausforderung und Hilfe. Ich muss mich nicht durch 5000 digitale Scheiben wühlen, ich habe nur das dabei was da ist und muss daraus nen Abend zaubern. Und das gelingt immer besser, wenn man nicht zu viel dabei hat.

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Wo und wann kann man dich in nächster Zeit live erleben?

Regelmäßig bei der Wedding Soul, z.B. am 15.10. mit Cedric Bardawil von Aloha Got Soul, am 12.11. haben wir die Mighty Mocambos am Start. Ich leg auch noch in Stettin am 14.10. auf bei ner neuen Partyreihe. Da bin ich sehr gespannt drauf. Ansonsten halte ich mich momentan etwas zurück. Ich hab genug zu tun, und mal weniger spielen als mehr macht die Auftritte zu was Besonderem. Umso mehr freue ich mich über die Einladung der Blogrebellen.

Here we got it: Our poster for Wedding Soul: the party #57 with Cedric Bardawil from Aloha Got Soul!

Spread the word: https://www.facebook.com/events/1752268408360786/

Posted by Wedding Soul: the party on Montag, 26. September 2016



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