Grandmoflash – Herbstbeginn (Sunday Joint)

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Pünktlich zum Herbstbeginn schickte uns unser alter Party-Brudi Grandmoflah diesen riesigen Dübel. Mit viel Liebe drehte er diesen Joint, der prall gefüllt ist mit feinen Beats, Soul und Funk.

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Mirror / Download / Cover (Foto von Grandmoflash)

Grandmoflash im Interview

Wer bist du, was sind deine Wurzeln, wo lebst du und was machst du?

Seitdem meine Mutter mir den Namen „Grandmoflash“ unbewußt übermittelt hat, bin ich als dieser Künstler unterwegs. Die ersten 27 Jahre meines Daseins verlebte ich in Hamburg, in dessen Straßen und dem Hafen.
Dort bin ich mit Hip Hop groß geworden. Natürlich wurde ich auch durch viele Eskapaden der 80er und 90er geschickt, aber mein Hauptaugenmerk lag (und liegt) im Hip Hop.
Eine gewisse Zeit fühlte ich mich im Drum and Bass sehr wohl und machte mit meiner Crew Drumburg Veranstaltungen, die auf zwei Floors Drum and Bass mit Reagge und Hip Hop kombinierten.
Durch die Musik und immer auf der Suche nach neuen Ideen, Einflüssen und Projekten hat es mich dann 2003 nach Berlin gezogen, wo ich seitdem wohne und lebe. Die klassische Tour: Vom Prenzlauer Berg nach Kreuzberg und Neukölln. Jetzt habe ich in Treptow Köpenick meine Ruhe gefunden und verbringe einige freie Zeit mit Familie und Katze im Flashcave, über den Bäumen im grünen.
Wenn dann die Arbeit ruft, verdiene ich den Hauptanteil als Tonmann im Dokumentarischen Film- und Fernsehbereich.
Durchaus kann es passieren das ich mit Tonaufnahmen von wachsendem Moos an norwegischen Fjorden beschäftigt bin, oder den Rhythmus und Takt der Wälder im Wind aufzeichne.
Ich habe mir für mich zur Aufgabe gemacht, jeden wachen Tag ein Hörbuch der gegenwärtigen Realität aufzuzeichnen. Meistens nur in meinem Kopf.

Grandmoflash
Grandmoflash

Was ist die Idee zu deinem Sunday Joint?

Nachdem sich nun die Sommerpause langsam gelegt hat und ich die ersten Gastspiele hinter mich gebracht habe, waren viele Schallplatten ausgepackt, ausprobiert und für die Clubsets als unbrauchbar erklärt.
Die vermeintlichen Abfallprodukte sind jedoch fantastische Stücke, die ich generell mal im Mix haben wollte. Ein Mix, ohne Rücksicht auf Genauigkeit.
Nur ein Sammelsurium von entspannten Tunes, das im Hinter- sowie Vordergrund den Alltag beflügeln kann, um zu beweisen das Musik glücklich macht.
Direkt nach der Fertigstellung und der Blick auf die Playlist kam mir der Gedanke „Das ist doch wieder so ein Sunday Joint geworden.“

Welchen Stellenwert hat Musik in deinem Leben?

Musik ist Leben!
Zu hören ist eins der größten Geschenke des Lebens. Musik rundet das Ganze ab.
Neben meiner Familie ist mir die Musik das nächst heilige. Ich liebe meine Platten. Je nach Gemütszustand kann ich mir den passenden Soundtrack aussuchen. Probiert es doch mal als Selbstversuch: An einem grauen Tag keine Musik vs gute Musik. An solchen Momenten erkenne ich immer wieder wie wichtig Musik ist und mit welcher Macht sie die Gemüter verändern kann. Nüchtern, mit Julius Fucik’s Entry of the Gladiators auf den Ohren morgens ab 3h über den Hamburger Berg laufen. Wenn du das geschafft hast ohne richtig gute Laune bekommen zu haben, dann stimmt da was nicht.

Abgesehen davon erzählt die Musik auch meine Geschichte. All diese Platten, über all diese Jahre geben meinen persönlichen Erfahrungen in diesen Jahren ein musikalisches Statement.

Was war bisher deine prägendste musikalische Erfahrung?

Es ist schwer sich auf eine Erfahrung zu beschränken. Denn bei mir gab es zwei einschlägige Momente, die mich jeweils (in musikalischer Hinsicht) verändert haben.
Als ich vom Hip Hop gelangweilt wurde, nachdem Puff Daddy und Konsorten das „Game“ jiggyisiert haben, zog es mich über dubige Downbeats hin zum Jungle und Drum and Bass. Es war für mich wie eine Revolution. Die aggressive Antwort auf alle musikalischen Missgeschicke, die seiner Zeit durch die Boxen kursierten. Die Musik wurde (für mich) immer elektronischer und härter. Die Gigs häuften sich, die Clubs wurden größer und die Auswärtsspiele vermehrten sich. Das Ausufern der Raves bleiben prägende Momente, aber die Hoffnung, das guter Rap zurückkommt, war nie weg.
Und so mixte ich mich zu meinem Turningpoint. Eine von uns veranstaltete Party (in der Hamburger Markthalle) auf drei Floors. Ich fing an im großen Saal Drum and Bass zu spielen, mußte direkt von der Bühne eine Etage höher um dort mit meinem Soundsystem „Mistah Bomsh&Flashman“ live zu performen. Danach hatte ich eine kurze Pinkelpause um dann im weiteren Floor ein Hip Hop Set zu spielen. An vier Plattenspielern, mit meinem Freund „GeesuzPeenuz“ waren wir das Duo „Sharp Dressed Men“. (Mr PornoHorn war mein pseudonym).
Nach einer Nacht, drei Floors und drei verschiedenen Sounds, Styles und vor allem Publikum, hatte ich beschlossen mich generell auf eine Richtung zu konzentrieren und forcierte Live Shows mit Mc und Remmidemmi.
Eine prägende Zeit fing an, da wir erst zu Zweit und danach als ganze Band (Toastar, sieben Mitglieder) unterwegs waren. Musik hat auch eine gewisse Macht und diese zu teilen war nicht leicht, sofern nicht alle auf einer Wellenlänge waren. Ich habe das ganze Banddasein, Showbusiness und Veranstalten auf alle erdenklich-existierenden Niveaus kennengelernt und mir nach jeder Scheiße gedacht, „daraus lernst du fürs nächste Mal“. Doch beim nächsten Mal waren dann andere Unstimmigkeiten.
Das Spektakel habe ich dann nach einer gewissen Zeit sein gelassen und daraus gelernt, dass ein guter Dj die beste Band eines Abends oder des Tages sein kann.

Genauso prägend war ein einziger Abend, das Digable Planets Konzert.

Wie sieht ein für dich perfekter Sonntag aus?

Kennst du das, wenn man morgens einen Earl Grey in der Tasse hat und ganz langsam die Sahne dazu kippt? Die erste Wolke im goldenen Meer.

Vinyl, digital, egal?

Für mich bedeutet Vinyl sehr viel. Es ist ja nicht nur die Schallplatte als solche, es ist das Gesamtwerk. Die Größe, das Cover, das Artwork. Ich halte nicht nur etwas in der Hand, nein, ich habe ein ganzes Werk und weiß was darauf ist.
Ich fragte einst den Dj welchen Tune er grade spielt und er blickte auf seinen Rechner und sagte nur „Track 3“.
Vinyl klingt immer dann noch gut, auch wenn es knistert. Diese Ästhetik hat, für mein Ohr, bisher kein digitales Medium geschafft. Ich respektiere alle Controller Djs dieser Welt, solange sie einen guten Job daran machen. Nur weil ich seit 1987 Schallplatten sammele, heißt das noch lange nicht, das die digitale Weiterentwickelung scheiße ist.

Mir persönlich gefält der Klang und das haptische Erlebnis einfach besser.
Aber im Großen und Ganzen ist es mir egal , wer wie seine Musik konsumiert.
Den Sunday Joint gibt es ja auch nicht auf Vinyl gepresst. Von daher geht digital genauso klar!


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