Pressing wirkt – Rechtspopulisten den Raum nehmen!

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Dieser Text von Malte zeigt warum es verdammt nochmal wichtig ist, eine Gegenöffentlichkeit gegen den Rechtsruck aufzubauen.


Die Presselandschaft in Hannover ist mit den beiden großen Zeitungen HAZ und NP sehr überschaubar. Schaut man sich deren Facebookpräsenzen an, möchte man jedoch meist gleich wieder wegschauen – Dummheit, wohin das Auge blickt. Seit die HAZ mit ihrer Sperr- und Löschoffensive konsequent dafür sorgt, dass eindeutig menschenverachtende Kommentare und ihre Urheber von der Pinnwand verschwinden, ist schon vieles besser geworden. Man muss Hannah Suppa dafür von ganzem Herzen danken, die junge stellvertretende Chefredakteurin macht in meinen Augen nicht nur dort einen wirklich guten Job. Dennoch gibt es weiterhin die üblichen Verdächtigen, die beinahe jedes Thema, das sich auch nur ansatzweise dazu eignet, kidnappen, um mit rechtspopulistischen Plattitüden Stimmung gegen „rot-grün“, „linksgrünversiffte Meinungsdiktatur“, „ach so traumatisierte Flüchtlinge“, „den Kampf gegen Rechts“ oder ähnliche Feindbilder dieser Kleingeister zu machen. Viele davon, die Thiemanns, Wolfframsons und Kukuks der Kommentarspalte, sind eindeutig erkennbar als Idioten, die sich mit ihrem Dreck zwar im rechtssicheren Rahmen bewegen, aber eben auch so dumm daher kommentieren, dass sie vom „normalen“ Leser abgelehnt und ignoriert werden.

Für weitaus gefährlicher halte ich die Walters in den Kommentarspalten der hannoverschen Leitmedien. Warum gefährlich? Gefährlich, weil sie als Einäugige unter den Blinden den identischen (identitären) Rotz etwas intelligenter verkaufen und damit anschlussfähiger werden. Gefährlich, weil sie als Rechtsradikale mit Abitur täglich mit dem Tabubruch experimentieren und die Grenze des Sagbaren damit täglich ein Stück weiter aufbrechen. Ich unterstelle den Walters der Kommentarspalten, dass sie dabei mit Vorsatz und Methode vorgehen. Weil sie das erstens seit über einem Jahr kontinuierlich und hartnäckig tun und nicht etwa nur aus reinem narzisstischen Geltungsbedürfnis wie andere HAZ-Kommentarpsychopathen. Sie tun das zweitens auch nicht unter jedem erdenklichen Artikel, sondern selektiv nur unter denen, die sich dafür eignen – immer wieder und wieder. Und sie tun das mit einem scheinbar charmanten, augenzwinkernden Unterton. Der rechtspopulistische Schelm next door, der nicht locker lässt, kategorisch Likes von den blinden Thiemanns, Wolfframsons und Kukuks einheimst aber eben längst nicht nur mehr von denen. Denn was passiert? Durch die halbwegs geschickte Tarnung, den kleingartenhumoristischen Duktus, den Stammtischschenkelklopfer für zwischendurch wird diese Scheiße auf einmal likestark und damit erfolgreich. Denn jeder Mensch, der sich nicht tiefer mit den eigentlichen Inhalten und Botschaften dieser Kommentare auseinandersetzt, hält die Walters der Kommentarspalte für auf den ersten Blick witzig und deren Meinungen, weil sie viele Likes einfahren und damit scheinbar gesellschaftlich konsensfähig sind, für richtig. Das sind sie aber nicht – denn wir sprechen hier von knallhart rechtsradikalen Menschen, die methodisch daran arbeiten, all das abzuschaffen, was unser Zusammenleben lebenswert macht.

Und deswegen müssen wir diese Menschen und ihre getarnten Meinungen angreifen, müssen sie entzaubern, ihnen die harmlose Fassade demolieren und ihnen die Like-Party gründlich versauen. Es ist unglaublich ermüdend, eine Gegenöffentlichkeit gegen den Rechtsruck aufzubauen und zu halten. Leider haben viele Menschen es längst aufgegeben und den Idioten die Kommentarspalten überlassen. Das ist sehr schade, weil die HAZ-Moderatoren den Job nicht machen können – sie sind zur Neutralität verpflichtet und ihnen sind die Hände gebunden, solange sich alles im Rahmen der Meinungsfreiheit bewegt. Das muss man schon selber machen. Und dass das klappen kann, beweist mir persönlich meine kleine Offensive, die ich seit rund zwei Wochen gegen Herrn Walter fahre. Jedes Mal, wenn er es tut, werde ich es tun.

Ich kenne mich mit Fußball nicht aus, glaube aber, dass man das dort „Pressing“ nennt. Die Räume eng machen, dem Gegner den Raum nehmen und ihm das Spiel schwer machen. Und dann, nach zwei Wochen erhältst Du dann auf einmal so eine Nachricht, die sich liest wie eine kleine Kapitulation eines Trottels, dem es langsam zu ungemütlich wird. Er will, dass ich endlich damit aufhöre. Werde ich nicht, jetzt erst recht nicht. Und wünsche mir, dass mehr Menschen mitmachen!

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