Musik auf Youtube: ab sofort keine GEMA-Sperren mehr!

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Also DAS ist definitiv die Nachricht der Woche, wenn nicht sogar die des Jahres: Die Gema und Youtube haben einen Lizenzvertrag abgeschlossen, der heute, am 1. November in Kraft tritt.
Ich dachte ja zuerst an eine Postillon-Meldung, als ich das heute morgen im Feed bei den Mobilegeeks gelesen habe. Die Kollegen beziehen sich dabei auf die FAZ und SPON meldet das mittlerweile auch.

Zitat GEMA

Für die Gema und ihre Mitglieder ist der Vertragsabschluss mit Youtube ein Meilenstein. Er sichert „den rund 70.000 Komponisten, Textdichtern und Verlegern endlich eine Beteiligung für die Nutzung ihrer geistigen Schöpfungen auf Youtube. So werden sie endlich am Erfolg, den Youtube mit ihren Musikwerken erwirtschaftet, beteiligt. Das ist auch ein Signal für andere Online-Plattformen.
Thomas Theune, Gema

Statement Youtube

Heute ist ein großer Tag für die Musiklandschaft in Deutschland. YouTube hat eine bahnbrechende Vereinbarung mit der GEMA getroffen, dank derer ihr ab heute noch mehr Musik eurer Lieblingskünstler auf YouTube genießen könnt. Ab heute geht’s los. Also habt bitte einen Moment Geduld, wenn noch nicht alle Videos sofort verfügbar sind.

Diese Vereinbarung spiegelt die seit langer Zeit bestehende Verpflichtung wider, sich für eine faire Bezahlung von Komponisten, Songwritern und Musikverlegern einzusetzen und gleichzeitig sicherzustellen, dass Fans auf YouTube ihre Lieblingssongs genießen und neue Musik entdecken können. Diese Verpflichtung hat es YouTube ermöglicht, sich als eine bedeutende Werbe- und Einnahmequelle für Musiker zu etablieren, die es ihnen erlaubt, neue und bestehende Fans zu erreichen und mit Werbung in ihren Videos gleichzeitig Geld zu verdienen. So werden wir auch weiterhin in unser Rechtemanagement-System, Content ID, investieren, um Rechteinhaber zu schützen, während wir gleichzeitig weiter für Innovationen sorgen sowie neue und spannende YouTube-Features wie die VR- und 360°-Technologie einführen werden, um das Musikerlebnis auf YouTube noch weiter zu verbessern.

Von AnnenMayKantereit bis Rolf Zuckowski: Wir freuen uns, deutsche Künstler und Songwriter von A bis Z auf YouTube begrüßen zu dürfen! Und an unsere YouTube-Community: Genießt ab sofort mehr Musik!
Quelle: Youtube

Wie viel Geld nun pro Musikvideo-View an die GEMA fließt ist nicht bekannt, die FAZ schreibt dazu:

Über die Summe, die pro Videoabruf fällig wird, haben die Gema und Youtube Stillschweigen vereinbart.

Ich kann es ehrlich gesagt noch nicht so ganz fassen, heute ist ein guter Tag für das deutsche Internet!

GEMA: die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Vertragslaufzeit: Die zwischen der GEMA und YouTube abgeschlossene Vereinbarung gilt ab dem 1. November 2016. Der Vertrag läuft bis zum 30. April 2019. Der Vertrag deckt auch den vertragslosen Zustand vollständig ab, der seit April 2009 bestand. Die GEMA hatte es zu einer Bedingung für den Vertragsschluss gemacht, dass sie Vergütungen erhält, die sie als Abgeltung für die Vergangenheit an ihre Mitglieder verteilen kann.
  • Vertragsinhalte: YouTube schließt Verträge nur unter der Bedingung ab, dass eine Vertraulichkeitsvereinbarung abgeschlossen wird. Die GEMA hat in den Vertragsverhandlungen darauf gedrängt, möglichst große Teile der Vereinbarung von der Vertraulichkeit auszunehmen. Gegenüber ihren Mitgliedern darf die GEMA daher auch wesentliche Parameter des Vertrages kommunizieren. So wird es unter anderem möglich sein, den Mitgliedern im Zuge der Verteilung die gewohnten Informationen zur Verfügung zu stellen.
  • Vertraglich vereinbarte Vergütung: Der Vertrag umfasst eine prozentuale Beteiligung sowohl an den Werbeerlösen, als auch an den zukünftigen Abonnementerlösen, die YouTube mit der Nutzung urheberrechtlich geschützter Musikwerke erwirtschaftet. Darüber hinaus sind durch die Vereinbarung sowohl eine Minimumgarantie (minimum guarantee) als auch eine Set-upfee abgedeckt, die die GEMA als Kompensation für den vertragslosen Zustand verwenden wird, der seit April 2009 bestand.
  • Ausschüttung der Einnahmen an die Mitglieder: YouTube wird der GEMA ab sofort regelmäßig Nutzungsmeldungen nach vertraglich vereinbarten Qualitätsstandards übermitteln. Die aus der Musiknutzung erzielten Erträge werden dann gemäß dem Verteilungsplan der GEMA an die Mitglieder verteilt.
  • Laufende gerichtlichen Verfahren: Die Verfahren werden in beiderseitigem Einvernehmen beigelegt. Dies gilt für das Unterlassungsverfahren (Revision gegen das Urteil des OLG Hamburg) und das Schadensersatzverfahren (Revision gegen das Urteil des OLG München). Die bereits ergangenen Urteile werden nicht rechtskräftig. Das Urteil zu den GEMA-Sperrtafeln ist hingegen bereits rechtskräftig. Dessen Wirksamkeit bleibt von der Vereinbarung unberührt. Beide Parteien vertreten jedoch weiterhin unterschiedliche Rechtsauffassungen in Hinblick auf die Lizenzschuldnerschaft. YouTube geht davon aus, dass keine Verpflichtung zum Abschluss eines Lizenzvertrages besteht. Die GEMA vertritt weiterhin die Auffassung, dass YouTube Lizenzschuldner ist. Nach wie vor können sich Online-Plattformen auf eine unklare Rechtslage berufen und erzielen mit der Verbreitung urheberrechtlich geschützter Werke hohe wirtschaftliche Umsätze, ohne die Urheber dafür zu vergüten. Hier ist die Politik mehr denn je gefordert, einen fairen Rechtsrahmen zu schaffen. Klare rechtliche Verhältnisse herrschen hingegen für Online-Plattformen wie Spotify, Amazon, GooglePlay, AppleMusic etc., mit denen die GEMA Vereinbarungen zu angemessenen Bedingungen abschließen konnten.
  • Sperrtafeln: Ab sofort entfallen die sogenannten Sperrtafeln weitgehend. Die von YouTube eingesetzten Sperrtafeln für das von der GEMA vertretene Repertoire wird es während der Vertragslaufzeit nicht mehr geben. Grundsätzlich ist es natürlich möglich, dass YouTube weiterhin Sperrtafeln schaltet, wenn beispielsweise nicht von der GEMA vertretene Rechteinhaber, wie etwa Plattenlabel, den Einsatz ihrer Musikwerke untersagen.



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3 KOMMENTARE

  1. Irgendwie war mir zwar bewusst, dass es mit den Sperren nicht ewig weitergehen kann, aber dass sie von heute auf morgen aufgehoben sind, überrascht mich doch. Erfreulich ist es allemal, weil es schon sehr schade war, wenn man viele neue und alte Songs einfach nicht hören konnte. Ich habe zwar Amazon Prime, aber auch da sind viele Songs nicht im Streaming Angebot und so musste ich immer bei unterschiedlichen Anbietern suchen, wenn ich einige Gema gesperrte Lieder hören wollte.

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