FünfMalZwei: Interview mit Ada Blitzkrieg

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Ada Blitzkrieg kommt mir manchmal so vor wie ein überquellender Schnellkochtopf, der aber ab und zu auch mal runterkocht. Mit dem Meta-Diplom für Social-Media-Output ausgestattet, bringt mich die Bloggerin, Gastro-Auskennerin und Autorin auf Facebook, Twitter und Instagram meist mindestens zum schmunzeln, wenn nicht zum lauten wiehern. Hunger hab ich dann meistens auch. Manchmal staune ich aber auch einfach über ihren anarchistischen Hang zur Selbstdarstellung plus schonungslose Ehrlichkeit, minus Selbstverliebtheit. War klar, dass ich sie irgendwann mal zum Interview zwingen musste(und ja es war Überredungskunst gefragt.)

Kochen oder bekocht werden?

Ich merke schon, dieses Format wird mir um einiges mehr abverlangen als mein Hochschulabschluss. Ich gehöre ja leider zu der Gruppe unfassbar verkrampfter Menschen, die manchmal stundenlang im Supermarkt vor dem Gemüseregal campieren, weil sie sich nicht trauen final für eine Kartoffelsorte zu entscheiden; aus Angst einen kapitalen Fehler zu machen, der sie dann den Rest ihres Lebens verfolgen könnte. Mehlig. Festkochend. Bitte was? Also verharre ich lieber. Fragen kann man ja auch niemanden, wenn man selber am meisten Ahnung hat.

Thai chili evening

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Vielleicht kann man sagen, dass ich Kochen eigentlich hasse. Man kann dabei so unglaublich viele Fehler machen und alles wird schmutzig und stinkt. Quasi wie Beischlaf ohne Orgasmus.

Aber was will man tun, wenn alle anderen unfähig sind und man mit einem krassen Talent gesegnet ist? Richtig, selber kochen, dann schmeckt es wenigstens und man muss seine Fehler nur vor sich selbst verantworten. Und wenn man dann doch die falschen Kartoffeln ausgesucht hat, macht man statt Soufflé einfach einen erdigen, deutschen Smoothie und arbeitet mit der bewährten Strategie der Verdrängung.

Kreuzberg oder Neukölln?

Schwierig. Prinzipiell eigentlich Neukölln. Aber da gibt es diesen unglaublich hässlichen Süden und den ganzen Gammel um den S-Bahn Ring. Teils mehr verranzte Polstergarnituren auf der Straße als Passanten.

In Kreuzberg hingegen gibt es den Bergmannkiez. Das ist nun auch nicht das Gelbe vom Ei wenn man keine junge Familie ist.

Daher: „Kreuzkölln“. Best of both worlds. Arschlöcher und Gammel. Even if you hate me now!

Abstract but delicious bowl

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Wenn du einen Ratgeber schreiben würdest: Eher zum Thema gesundes Essen oder eher zum Thema seelische Erkrankung?

Ich kann euch mit Sicherheit garantieren, dass es von mir niemals einen Ratgeber zu kaufen geben wird. Wenn es doch passieren sollte, dann aus brachialer finanzieller Not und nur unter Pseudonym und ich habe offiziell nichts damit zu tun.

1 Backware

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Catering für die AfD oder Foodbloggerin auf cdu.de?

Ich würde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen – oder vier – und für die AfD was Gesundes (mit THC) catern, die Rezepte dann gönnerisch auf cdu.de bloggen, um im Nachgang einen schlechten Meta-Artikel über meine psychische Erkrankungen für ein Qualitäts-Print-Medium zu schreiben, der beleuchtet wie es dazu überhaupt kommen konnte, sich als Foodbloggerin an menschenverachtenden Praxen zu beteiligen.

Fetthaare & Chill

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