Warum es Sinn machen würde, #Berlin Berlin bleiben zu lassen

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Was da gestern passiert ist, ist eine riesengroße Scheiße.

Tragik für die Opfer und deren Angehörige.

Betroffenheit für alle Anderen.

Dummheit, Bosheit, Vorsatz oder geistige Unzurechnungsfähigkeit auf Seiten der Täter.

Wer auch immer sich zu dem Anschlag bekennt: Lasst uns den Idioten den „Triumph“ nicht auf dem Silbertablett darreichen. Lasst Berlin Berlin bleiben, statt die Stadt mit einer tagelang andauernden Lawine aus Neugier, Shares und Halbwahrheiten in eine Reihe mit #Paris, #Nizza, #Ansbach und #München zu spülen.

Berlin ist so viel mehr als #Berlin. Über Tage, Wochen, Monate, Jahre und Jahrzehnte hinweg ist Berlin jetzt schon die ultimative Wiedervereinigungsstadt. Ost und West, Sucuk und Currywurst, Kommunismus und Kapitalismus, Punk und Soja-Matcha-Latte-Strich, das Berghain und Conan O’Brian.

Lasst uns der grausamen Tat von gestern nicht mehr Aufmerksamkeit zukommen, als sie verdient hat. Trauern wir mit den Opfern. Bleiben wir ruhig. Klären wir das Ganze auf und ziehen mögliche Schritte zur Prävention solcher Taten in Erwägung.

Aber lasst es uns den Tätern diesmal nicht wieder so verdammt einfach machen, einen Stadtnamen für ihre perfiden, wahnsinnigen und menschenverachtenden Ideen zu vereinnahmen.

Das Zitat von Jens Stoltenberg, in welcher Variation auch immer es wiedergegeben wird, gilt weiterhin:

Unsere Antwort auf Gewalt ist noch mehr Demokratie, noch mehr Menschlichkeit, aber nicht noch mehr Naivität. Das sind wir den Opfern schuldig. (…) Ihr werdet unsere Demokratie und unsere Ideale für eine bessere Welt nicht zerstören.

Twitter aus, Facebook aus. Abwarten und Tee Sterni trinken. Ab und zu die Abendnachrichten anschauen oder die Tageszeitung konsultieren. In ein paar Tagen irgendeiner höheren Instanz oder dem Zufall dafür danken, dass es erstens nicht schlimmer gekommen ist und zweitens ihr (hoffentlich) nicht direkt betroffen seid.

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