Depeche Mode live im Funkhaus Berlin – Review und Konzert im Stream

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Foto: Bild_ Screenshot, YouTube

Ich gebe es offen zu, der gestrige Auftritt im Rahmen der Telekom Streetgigs, war mein erstes Depeche-Mode-Konzert. Zu den Zeiten, als ich ein Riesenfan war, ging ich nicht oft auf Konzerte, und seit David Gahan mit Bono um den Titel des Chefpredigers im Wanderzirkus des globalen Stadionrock konkurriert, ist das alles nicht mehr so ganz mein Fall. Aber die Gelegenheit, beim Tourauftakt im Rahmen der Telekom Streetgigs dabei zu sein, ließ ich mir natürlich nicht entgehen.

"World in my Eyes", heftiger Emotionsschub. #depechemode #streetgigs ?

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Ein “intimes Konzert” meint der Spiegel, die Morgenpost spricht gar von einem “Wohnzimmer-Konzert”.
Nunja, bloß weil DM normalerweise vor zig Schrillionen Menschen auftreten und der wunderschöne Saal im Funkhaus Berlin nur ca. eintausend Menschen fasst, fühlt sich ein Gig noch lange nicht familiär an. Dafür braucht es dann doch wenigstens die Illusion eines Mindestmaßes an Kommunikation und Spontanität. Doch Depeche Mode sind eine gnadenlose Festivalmaschine, die mit dem kleineren Abstand zum Publikum nicht so richtig warm zu werden scheint. Jeder von Gahans Schritten wirkt auf mich wie eine penibel einstudierte Show eines Freddy-Mercury-Doubles. Sorry, aber das war meine erste Assoziation.
Aber okay, es braucht keine Kommunikation mit dem Publikum, um ein gutes Konzert zu spielen. Schlimmer war für mich, dass es keinen erkennbaren Kontakt der Bandmitglieder untereinander gab. Zu keinem Zeitpunkt kam das Gefühl auf, Depeche Mode könnten so etwas wie Spaß an ihrem Job haben. Mit Ausnahme von Christian Eigner, dem Drummer, der auch der einzige Musiker auf der Bühne war, dessen Spiel mir irgendwie auffiel. Martin Gore stand gefühlt das halbe Konzert mit verschiedenen Gitarren herum, wenn er in die Saiten griff, wirkte er steif und abwesend.
Vielleicht bin ich etwas naiv, weil ich so etwas wie Groove bei einem Depeche-Mode-Konzert erwartet hätte, aber ganz so unfunky hätte es nicht sein müssen.

Bestimmt macht hier niemand außer mir Bilder. #depechemode #streetgigs

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Entsprechend weit entfernt war ich auch davon, spürbare Emotionen zu entwickeln. Ironischerweise war der einzige Moment, der mir eine Gänsehaut injizieren konnte, das Intro zu “World in my Eyes” einer der elektronischsten und “unrockigsten” Momente des Gigs.
Trotzdem war es kein schlechter Gig und ich bin froh, dass ich Depeche Mode endlich einmal live gesehen habe. DM sind eine durchaus tighte Liveband, die man sich ansehen kann.

Nach genau einer Stunde war das Konzert recht unspektakulär vorbei, über die volle Distanz wäre der Funken vielleicht eher übergesprungen. Zugabe gab es keine.

Hier habt ihr den Mitschnitt in voller Länge

Meine Gänsehaut hatte ich dann, als mir zu Hause noch einmal meine persönlichen Konzerthighlights angehört habe

Nochmal die Highlights von gestern nachhören. #depechemode #streetgigs

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