Quintess – Two (Sunday Joint)

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Anfang des Jahres holte mich der Darmstädter Quintess mit seinem tollen Tape „One“ musikalisch komplett ab. Wie das immer so ist, wenn mir ein Mix super gefällt, fragte ich auch ihn, ob er uns einen Sunday Joint drehen würde. Mit „Two“ lieferte er nun einen würdigen Nachfolger und einen erstklassigen Joint, gefüllt mit tasty Soulfood. Soul in all seinen schimmernden Facetten.

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Quintess im Interview

Wer bist du, was sind deine Wurzeln, wo lebst du und was machst du?

Ich heiße David und komme aus Darmstadt. Ich bin hier aufgewachsen und wohne seit einigen Jahren wieder hier. Seit einer Weile ist Jobben zur Nebensache geworden. Den Großteil der Zeit verbringe ich mit meinen DJ Projekten und mit der Organisation von Veranstaltungen. Als DJ lege ich mit zwei Pseudonymen auf: Als Quintess mit Soulfood Musik und als Pinoir mit Techno. Gemeinsam mit dem Nemesis Collective bringe ich regelmäßig einen Techno Podcast und eine Radioshow heraus und wir machen Feste, mit vielen kleinen Besonderheiten. Ende April machen wir für unsere Gäste ein Techno Event in einer antiken Villa mit vorangehender Kurzfilmpremiere und anderen künstlerischen Beiträgen. Mit der Soulfood Musik als Quintess, spiele ich neben Clubnächten seit einiger Zeit donnerstags im Rahmen einer relaxten, wöchentlichen Feierabend-Veranstaltung.

Was ist die Idee zu deinem Sunday Joint?

Der Sunday Joint „Two“ ist der zweite Teil einer Reihe, die mit dem Mixtape „One“ begann. Die Reihe handelt davon, wie gut das Leben sein kann, wenn es einem gelingt Sinnlichkeit zuzulassen, mit Fokus auf den Genuss und die Lebensfreude.

Welchen Stellenwert hat Musik in deinem Leben?

Einen merkwürdig Hohen. Ich verbringe beinahe jeden Tag damit, mich mit der Musik anderer oder meiner Arbeit auseinanderzusetzen. An den meisten Tagen sind es mehrere Stunden. Musikhören nicht mitgerechnet. Musik kommt mir vor, wie etwas zu essen. Etwas, ohne das das Leben nicht funktioniert.

Was war deine bisher prägendste musikalische Erfahrung?

Das ist wie die Frage nach dem Lieblingsessen. There’s plenty of them. Anstatt mir den Kopf zu zerbrechen, welches ich davon noch prägender fand als die anderen, lade ich den Leser zu einem kleinen Gedankenspiel ein: Wenn ihr mögt, nutzt den Moment um an eine besonders prägende musikalische Erfahrung/en zurückzudenken.

Wie sieht für Dich ein perfekter Sonntag aus?

An einem guten Sonntag verläuft alles in Zeitlupe, ohne dass die Zeit dafür zu knapp ist. Ein kleiner Ausstieg aus dem rasanten Wochengeschehen.

Vinyl, digital, egal?

Kurz: Egal, Hauptsache sehr gut.

Lang: Sehr interessantes Thema. Für meinen Teil feiere ich die Möglichkeiten des digitalen Auflegens. Aber ich vermisse das Vinyl, die Haptik, die Farben der Covers und ihren Geruch und die Stimmung, die aufkommt, wenn man damit hantiert. Und ich vermisse es Platten zu ordnen – anstatt Titel in Textform – und den Bezug, den man zu seiner Sammlung hat. Digitale Playlists sind eine sinnliche Mondlandschaft.

Aber die Technologie ist erfrischend. Ein Track kann für jeden Mix neu arrangiert und aus der Situation heraus massiv beeinflusst und neu kombiniert werden. Da kann man jetzt sagen, dass man das nicht braucht und dass es DJs früher ja auch nicht so leicht hatten. Und es ist richtig, dass man nicht alle verfügbaren Möglichkeiten immer ausspielen muss. Man muss einen Song auch mal sein lassen, was er ist. Aber positiv: Wenn Du leichten Zugriff auf viele Möglichkeiten hast und sie beherrschst, ergeben sich ständig gute Anlässe, davon auch Gebrauch zu machen. Und es ist ein stückweit gestalterischer Spielraum, durch den die überwiegend handwerkliche Tätigkeit des Auflegens ein bisschen mehr zu einer künstlerischen Ausdrucksform werden kann. Auch die teilweise Automatisierung einiger Tätigkeiten, die seinerzeit zum zwingenden Handwerk des DJ gehörten, bringt Vorteile mit, deren Bedeutung nicht zu unterschätzen ist. So arbeitet der klassische DJ einen Großteil der Zeit in seinem Kopfhörer und hört andere Sachen als das Publikum. Die moderne Technik erlaubt es dem DJ, fast die ganze Zeit den selben Mix zu hören, wie sein Publikum. Dadurch entsteht eine ganz andere Verbindung zur Arbeit und es macht den Kopf frei, um den Mix noch feiner zu machen. Ganz zu schweigen davon, dass ein ausgewogener Mix mit drei bis acht Klangquellen so erst überhaupt möglich wird.

Ich verstehe jeden, der am Vinyl und am Handwerk festhält. Aber für Digital-Haters habe ich nichts übrig. Ich denke mir: Face the facts und mach was draus – oder lass sein, aber sei kein Troll. Mein Respekt an die DJs, die etwas aus ihren Möglichkeiten machen – auch wenn sie sich dabei bewusst einschränken (z.B. auf zwei Plattenspieler). Mein Respekt an die DJs der frühen Stunden, die mehr aus ihren Möglichkeiten gemacht haben als andere. Und mein Disrespekt an die DJs, die sich damit zufrieden geben, wenn sie das Gleiche mit den heutigen Möglichkeiten erreichen. Da habe ich vollstes Verständnis, wenn Vinyl-Djs argwöhnisch die Stirn runzeln.

Wo und wann kann man dich in nächster Zeit live erleben?

Club: (Quintess) 20.05.2017, ‚Soulfood Club‘, mit House, Snacks und Cocktails im Schlosskeller in Darmstadt.
Chill: (Quintess) Jeden Donnerstag zum ‚Feierabend im Schlosskeller‘, bei schöner Atmosphäre, mit Teppichen, Brettspielen und Gemütlichkeit. Die Reihe läuft bereits seit einigen Wochen, (bis gerade) ohne öffentliche Werbung. Derzeit arbeiten wir daran, das Konzept im Sommer im Freien fortzuführen.

Club: (Pinoir) 29.04.2017, ‚TECHNOVILLA‚, mit Techno und Kunst in der Oetinger Villa in Darmstadt.

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Tracklist:
01. Thundercat – Them Changes
02. Mop Mop feat. Wayne Snow – Supreme
03. D’angelo – Brown Sugar
04. Moonchild – Back to Me
05. Planet Asia – Good Music
06. Blockhead – Insomniac Olympics
07. Sea Moya – Slow Down
08. Kaytranada – Flippin on You
09. Dego – Orbiting Uhura
10. Ian Pooley – What’s Your Number
11. Thomas Atzmann – Roads
12. S.K.A.M. – Spiritual Heir
13. Nico Stojan – After The Hour (Lake People Remix)
14. Norken, Deer – Remember That Feeling
15. Sampology – Natural Selections
16. Nachtbraker – Warme Kachel
17. The Burrell Connection – XIV
18. Kommodo – Dirijo
19. Marian – Nothing
20. OVC – Pelagia
21. Dynasty – Magnificent


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