ZehnMalZwei: Interview mit Sookee

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Es gibt meiner Erfahrung nach im Prinzip zwei Formen von Interviews. Solche, in denen das übliche Frage-Antwort-Spiel im Fokus steht und in denen es darum geht möglichst viele Informationen rauszuholen. Und dann gibt es solche, in denen aus einem Interview ein Gespräch wird, bei dem irgendwann egal ist, wer die Fragen stellt. Beides kann spannend und ertragreich sein. Das Interview mit Sookee war trotzdem mehr ein Gespräch und von einer bemerkenswerten Offenheit geprägt. Sookee, ihres Zeichens Queen of Zeckenrap/feministische Symbolfigur hat zu vielen Dingen etwas zu sagen. Sei es queer-feministische Politik, psychischen Krankheiten oder die eigene Rolle als Symbolfigur der linken Szene. Mit ihrem letzten Album “Mortem&Make Up” hat sie es endgültig aus der Nische in eine breite (HipHop-) Öffentlichkeit geschafft. Seit dem Release sind ein paar Monate vergangen, mittlerweile bringt Sookee ihre Platte auf der Bühne und ist aktuell auf Tour. Termine findet ihr hier. Aber jetzt erstmal viel Spaß mit dem ZehnMalZwei-Interview mit Sookee!

Einsame Insel oder Untergrund?

Weder noch. Das ist eine Falle, aber auch das Spannungsfeld, indem sich viele Leute gerade gefühlt befinden. Ist ja beides keine Option. Ich werde mich jetzt weder kiffend auf Goa einrichten, noch häng ich mir ne Kalashnikov über die Schulter und lasse meine gute alte Krankenversicherung zurück. In dieser Gegenwart wird es halt kompliziert sich selbst zu positionieren. Kann ich das alles wegignorieren? Da kommen dann schnell auch die Vergleiche mit 1933. Die NSDAP wurde ja auch demokratisch gewählt. Das Thema Besorgnis ist ja auch auf mehreren Seiten sichtbar, auch wenn das als Term auf die Bürger abgelegt wird. So einfach ist es eben nicht. Der Song ist ein Aufruf sich mit diesem Thema zu befassen und sich selbst zu positionieren. Er hat Debattenpotential.

Kannst du beide Seiten verstehen?
Also ernsthaft gemeinter politischer Widerstand gegen gesellschaftliche Verhältnisse und gleichzeitig auch die Leute, die sagen: „Ich will mit diesem ganzen Scheiss nichts mehr zu tun haben.”

Klar kann ich beides verstehen. Das sind ja die Enden des Spektrums. So wie die Amis gefeixt und gesagt haben, sie wollen nach Kanada auswandern. Wo gehen wir dann eigentlich hin? In Europa ist ja alles scheisse. Und wenn wir jetzt anfangen rumzumigrieren von hier, wo es eigentlich noch mit am besten ist. Die Frage ist, wie kann man seine Lebenszeit verwenden sich im besten Sinne zu radikalisieren und tatsächlich eine Verweigerungshaltung einzunehmen und bestimmte Spielchen einfach nicht mehr mitzumachen. Das tangiert ja auch die Frage rund um Wahlboykotte. Das sind alles Dinge, die daran anschließen. Ich kann das total nachvollziehen, wenn Leute da nach Mittel und Wegen suchen.

Lieber eine queere Schildkröte oder eine straighte Eintagsfliege?

Die Fliege kann fliegen, das ist natürlich ein großer Vorteil. Die Schildkröte ist so ein bisschen behäbig.
Es gab Zeiten, da dachten die Menschen, dass Gott alles erschaffen hat oder dass die Sonne um die Erde kreist. Das sind ja so ganz grundsätzliche Denkmuster, die für unumstößlich gehalten wurden und die haben sich in der Zwischenzeit als überflüssig erwiesen. Die Frage von Geschlechterkategorisierung kann im besten Fall in ein paar Jahren überwunden werden und ich würde mich voll freuen das mitzubekommen. Für mich macht es auch keinen Unterschied ob du 31 oder 36 bist. Mir ist egal ob du ein gender-fluid Dragboy bist oder ob du ne stramme Cis-Hete bist. Ist mir völlig wumpe. Entweder wir haben ne gute Zeit miteinander oder nicht.

Du bindest in deiner Musik ganz offen deine Biografie mit ein und bist dadurch zu einer Symbolfigur für die queer-feministische Szene geworden. Ich kenne viele Leute für die ihr eigener Weg mit deinen Songs zum Thema gepflastert wurden. Bist du dir dessen bewusst und was bedeutet dir das?

Es ist vor allen Dingen Verantwortung. Aber die Schuhe ziehe ich mir auch an. So wie ich das bei anderen Leuten einfordere, so muss ich das ja auch selbst machen. Ich hatte im letzten Winter eine Situation in einem Seminar. Da ging es um die Schnittmenge aus Philosophie und HipHop. Da war eine junge Frau, die die ganze Zeit gute Sachen gesagt hat. Ich dachte mir so: Boah, bist du smart. Das ist ja nicht auszuhalten. Komm du hier nach vorne, wir sitzen hier falsch rum. Sie kam am Ende zu mir und dann stellte sich raus: Sie ist zarte 21 Jahre alt und bezog sich auf einen Song von mir, der wirklich alt ist und sagte, dass der Song sie total begleitet hat. Da muss sie 13 oder sowas gewesen sein. Und ich dachte mir: Das kann doch nicht wahr sein. Na klar flasht mich sowas übel. Klar ist sowas total beeindruckend und zwölf Nummern größer als ich das selbst irgendwie peilen kann. Ich sitze zuhause und mache meinen kleinen Privat-Scheiss und bin ein ganz normaler Idiot wie alle anderen und weiß nicht, wo die sauberen Socken liegen. Es ist ja nicht so, dass ich irgendwie in den Größen meines Könnens schwelge. Aber das alles so umherschweifen zu wissen ist schon manchmal ziemlich beeindruckend.

Da gibts dann zwei Wege: Entweder man wird so ein bisschen demütig oder man wird größenwahnsinnig.

Ja oder man schiebt so Filme, wie man wie Jesus am Kreuz die Arme ausbreitet und langsam nickend in die Runde schaut. Was mir am allermeisten gefällt und das soll jetzt keine Koketterie sein, ist zu sehen, dass Leute selber auf die Bühne gehen. Was auch immer die Bühne dann sein mag. Wenn ich Leute aus Workshops kenne, die dann selber angefangen haben zu schreiben und dann einfach als Expertinnen angefangen haben eigene HipHop-Blogs zu machen. Oder angefangen haben zu rappen oder zu produzieren oder Events zu organisieren. Ich bin selbst nur auf Wegen gelaufen, die vorher da waren. Also Cora E, Fiva und Pyranja waren ja vorher da.
Ich war nur die Erste, die sich getraut hat das F-Wort in der Deutlichkeit auszusprechen und das hat eben bestimmte Leute positiv bewegt. Jetzt zu sehen, dass das wächst und Bewegung reinkommt ist gut. Ich folge denen ja allen bei Twitter und Facebook und zu sehen: Die treten da und dort auf ist schon cool. Oder so Posts zu sehen: Scheisse, Leute, ich kann das Konzert nicht spielen, das war ein Doppelbooking und ich so: Yes! Ich freu mich darüber ungemein, weil das Kulturdiskurse nochmal ganz anders anregt und mehrere Schultern sind immer besser. So geht gesellschaftlicher Wandel.

Lieber zufriedene Alt-68erin oder lieber traurige Millenial?

Ich denke, die sind gar nicht so weit auseinander. Die eine fühle ich und die andere bin ich. Aber jetzt verrate ich natürlich nicht welche. Auf Altersweisheit habe ich so richtig Bock. Ich finde Altern eh ein spannendes Ding. Das wird total unterschätzt. Alle haben da immer so Angst davor. Ich bin jetzt 33 und würde das gerne alle fünf Minuten irgendjemandem erzählen, dass ich dieses Jahr 34 werde und damit auf die 40 zugehe. Ich finde das irgendwie gut. Das Bild von den Alt-68ern, dass sie sich entweder verraten haben oder verbittert sind finde ich irgendwie fies. Die Vorstellung, dass Leute einfach stolz sind auf ihre Kämpfe und das, was sie geschafft haben oder auf das blicken, was halt gegenwärtig nicht geklappt hat. Ich finde das auch interessant bei Debatten zwischen Frauen, die hier in Kreuzberg in den 80ern Häuser besetzt haben und auf uns blicken und sagen: Das kann ja nicht euer Ernst sein, das diskutieren wir doch schon seit 30 Jahren. Was macht ihr da? Andererseits festzustellen, ok das sind gesellschaftliche Prozesse, die gehen halt nicht auf Knopfdruck. Sowas dauert halt Jahrzehnte. Welche Mittel hast du denn so flächendeckend Knowledge zu implementieren? Mir ist sowohl die Alt-68erin nah, als auch der orientierungslose Millenial mit all seinen Überzogenheiten und diesem Überangebot von allem. Meine Generation hat einfach einen krassen Umgang mit Zeit, weil die Frequenz von allem so schnell ist und in dieser Frequenz die Amplitude nochmal so krass ist. Wir stehen so zwischen dem flauschigsten Cat-Content ever und der nächsten orangenen dummen Twitter-Attacke. Es ist halt einfach so viel die ganze Zeit. Und dann hast du auch noch Liebeskummer oder musst dir eine Wohnung suchen. Dass wir die Prokrastinations-Generation sind wundert mich überhaupt nicht, weil: Wie willst du sonst aus dieser Schleife raus?

Ich hatte mal ein Seminar bei Evelyn Roll, eine Redakteurin von der SZ, und die meinte: „Prokrastination? Sie verstehe den Begriff gar nicht, bei ihr hieße das Inkubationszeit.“ Das bräuchte man einfach für die Entwicklung von Ideen.

Aber wir sind da nochmal anders neoliberal eingefärbt. Wir fühlen uns ja sofort schlecht, wenn wir irgendwas nicht tun. Diese Memes und Cartoons, die so umherflattern mit: “Meine Eltern als sie Mitte dreißig waren und ich mit Mitte dreißig.“ Aber auch das dringende Plädoyer dafür, dass die Generationen mehr miteinander sprechen sollen. Sowohl nach oben als auch nach unten. Das Kindheits-Thema ist ja auch sehr stark auf der Platte vertreten. Und da fehlen die Dialoge auf jeden Fall. Ich genieße das richtig, wenn ich so mit Alt-Feministinnen oder so Alt-Lesben, die so 50+ sind und noch: „Vergewaltiger, wir kriegen euch” an die Wände gesprüht haben. Und wir müssen uns beim Focus einlesen, was mit Gina-Lisa gerade geht. Da würde ich mir manchmal noch mehr Kenntnis wünschen. Also ingesamt für die Generation. Und ich find das auch dann so oll, dass klassischer Differenz-Feminismus und queer-feministische Ansätze gegeneinander gestellt werden. Dabei gibt es Leute wie Antje Schrupp, die das ganz wunderbar verbinden.

Lieber bipolar oder lieber lebenslange Langeweile?

Wenn wir schon bei Pathologien sind: Das erste kenne ich sehr gut und das zweite tatsächlich nicht. Ich weiß, wie man sich darin einrichten kann. Da sind wir wieder bei der Amplitude, aber das ist schon okay. Langeweile kommt nicht in Frage. Wenn ich mich selbst zitieren darf: Das mit dem Leben muss sich lohnen! Das ist natürlich eine große philosophische Frage, die da drinsteckt. Was macht man denn mit den paarundsiebzig Jahren, die man so im Schnitt hat. Wären wir hundert Jahre früher geboren hätten wir dreißig Jahre weniger verbringen müssen. Jetzt sitzen wir hier. Und ich meine: Hallo! Geboren werden ist ja schon mal der erste Punkt indem keine Einvernehmlichkeit stattfinden konnte. Das war für mich als junger Mensch tatsächlich ein großes Problem. Ich habe darüber echt die Nerven verloren, so mit 13, 14. Ich hab mich gefragt: Wer entscheidet sowas? Und du weißt nicht, wie lange du leben wirst. Deswegen: Wie verbringen wir so eine Lebenszeit? Wir sind so randvoll mit Pragmatismus. Egal ob jetzt superoberflächlich oder existenziell. Wir nutzen den Raum für Entschleunigung und Denken gar nicht mehr um uns diese Frage nochmal vor Augen zu führen.

Was mir aufgefallen ist: Bei der letzten Antilopen-Platte und auch bei deiner Platte, dass psychische Krankheiten explizit benannt werden und sich explizit damit auseinandergesetzt wird.

In der Juice gabs ja auch kürzlich ein Feature zu Depressionen.

Mir scheint da so ein bisschen ein Paradigmenwechsel stattzufinden, also dass psychische Krankheiten enttabuisiert werden. Siehst du das auch so?

Ja. Und da bin ich auch total dabei. Ich finde das unheimlich wichtig. Das Thema ist mit ganz viel Scham besetzt. Aber man macht sich ja auch super angreifbar damit. Da steckt auch viel Leid drin und Depression ist eine Krankheit, die tödlich enden kann. Da müssen wir uns nix vormachen. Und deswegen finde ich schon wichtig das auch zum Thema zu machen. Das ist ja tatsächlich was, was sich auch popkulturell sehr stark zeigt. Zum Beispiel in den Staaten rund um diese ganze Nummer von Kanye West. Da waren ja schon mehrere Fälle bei popkulturellen Größen, die davon gesprochen haben, wie Lady Gaga mit ihrem posttraumatischen Thema. Ich finde das unheimlich wichtig, auch wenn das immer schräg ist, weil es sich in so eine Promo einbindet. Da läuft man natürlich auch in Gefahr, dass einem Leute ein Attention-Seeking vorwerfen lassen. Aber es hilft nix und mir war so ein Song wie SSRI einfach unheimlich wichtig. Sich klar zu machen, dass es sowas wie eine Zwangseinweisung in die Psychiatrie gibt ist ein total normaler Umstand. Ich finde das sollten Menschen wissen. Das ist total krass, weil du da als Mensch entmündigt wirst. Und wenn du dann zwangsmedikamentiert und fixiert wirst ist das ja wie Knast. Natürlich sind Psychiatrien auch Einrichtungen, die ihre Berechtigung haben. Es gibt Einrichtungen, die arbeiten so und es gibt Einrichtungen, die arbeiten so. Ich habe Leute kennengelernt, die haben vier verschiedene Diagnosen in Psychiatrien bekommen und wurden dementsprechend behandelt. Wenn man sich mal vorstellt, was schon das Kiffen mit einem macht und was dann pharmakologische Produkte mit einem machen im Effekt und im Nebeneffekt, das ist schon krass. Und das dann munter rumdiagnostiziert wird, weil jemand Schichtwechsel hat oder weil einfach ein anderer Ansatz vorliegt. Das hat ja auch erhebliche Konsequenzen auf deine ganze Biografie haben kann. Das kann deine Beziehung kaputtmachen, weil deine Freundin sagt: Was ist los mit dir? Ich erkenne dich nicht mehr wieder. Und dann nimmst du irgendwelche Tabletten, anstatt den Raum zu haben sich wirklich mit sich selbst zu befassen. Manchmal ist es ja wirklich nur ne biochemische Sache in der Rübe, manchmal ist es halt wirklich eine biografische Frage: Was ist passiert in deinem Leben? Warum hast du Ängste? Warum sind die so groß, dass du deinen Alltag nicht mehr bewältigt bekommst? Man muss sich dem widmen und das kann man ja nicht nur mit Tabletten klären. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass das total zuträglich und hilfreich sein kann medikamentiert und eingestellt zu sein. Wie ein Antibiotikum: Haste ne Entzündung im Körper, dann bekommst du ein Schmerzmittel oder ein Antibiotikum. Aber dass du trotzdem sensible Stellen in deinem Körper oder in deiner Psyche hast, was man halt langfristig anders ankucken muss. Die Frage ist ja nicht: “Bist du krank vs. Gehts dir gut”, sondern “Bist du krank versus bist du arbeitsfähig”? Das ist ja das Problem. Und dann hast du nur so oder so lange Zeit auf einer Reha oder einer Kur oder in einer Klinik, weil dann die Krankenkasse wieder sagt: Wir können das nicht mehr zahlen. Und du bist noch gar nicht kuriert, dir gehts noch schlecht, aber die fünf Wochen sind rum. Und das sind Dinge, die vielen Leuten vertraut sind. Das hat aber wenig Debatte. Deswegen bin ich total dankbar, dass es sich gerade zeigt und sich noch strukturell oder realpolitisch zeigt und niederschlägt. Also dass Leute darüber nicht nur Songs machen oder sich dazu äußern, sondern, dass es einen Einfluss hat.

Gerade beim Thema pathologisieren ist das interessant: Das kann für Betroffene hilfreich sein aber eben auch ein Stigma.

Im besten Fall brauchst du halt die Diagnose nicht, sondern einen Zugang zu dir selbst. Du brauchst ja Kontakt zu dir selbst. Das ist wie mit der Vergabe von Noten. Die sagen ja nicht wirklich etwas darüber aus. ob ich etwas verstanden habe oder nicht oder wie lange ich Wissen in meinem Kopf verinnerlicht habe. Das ist ähnlich mit so einer Diagnose. Es kann total erhellend sein und man kann sagen: Jetzt weiß ich, das heißt so. Da gibts irgendeine Definition zu und das wird dann klassischerweise so und so therapiert und auch medikamentiert. Aber es kann mich auch selbst daran irgendwie festhalten, so nach dem Motto: Dann bin ich jetzt halt ein depressiver Mensch, was kann ich denn dagegen tun? Aber ich habe halt auch nur eine weitere Beschriftung auf meiner Schublade. Also da haben Menschen ganz unterschiedliche Zugänge und es muss halt beides möglich sein. Das ist genauso wie die Frage: Nehme ich Medikamente oder nehm ich halt eben keine? Nicht jeder kann eine psychotische Episode weg meditieren. Andere werden das mit Spiritualität vielleicht für sich lösen können. Voll gut. Wenn das klappt, dann bitte schön! Wenn du nur rumsitzen und atmen musst dann freut sich auch die Krankenkasse. Aber so einfach ist es halt nicht immer. Es muss halt diese Vielfalt geben.

Zum Thema Lebenskrisen: Würdest du lieber einen Ratgeber zu Lebenskrisen schreiben oder ein Schlager-Album machen?

Das ist eine tolle Frage. Ich kann leider nicht so gut singen, deswegen kann ich leider kein Schlager-Album machen.

Vielleicht ein Rap-Schlageralbum machen. Das haben doch gerade KIZ bewiesen. Das ist schon bisschen fies, oder?

(lacht) Die Kulisse ist toll! Ich finde die sind ein bisschen hinter ihren Möglichkeiten zurückgeblieben. Ich hätte mir das ein bisschen anders vorgestellt. Ratgeber, hmmm, nee ich mag das Wort schon nicht. Intuitiv würde ich das Schlager-Album bevorzugen, einfach weil da eine Runde Spaß drinliegt. Das könnte ja schon mal was Gutes sein für die Lebenskrise.

Und man könnte Leute erreichen, die man sonst nicht so erreicht.

Jawoll, das Helene Fischer Feature ist nicht weit.


Autotune oder Distortion?

Nachdem ich jetzt drei Jahre zu spät auch damit angefangen habe: Ich finde das mit dem Autotune gerade ganz spannend. Ich muss mal kucken, wie sich das dann live anfühlt. Deswegen nehme ich das jetzt mal. Aber Distortion auch gerne. Man kann ja mit den Stimmen unheimlich viele Dinge machen. Also sowohl als auch, aber in der Reihenfolge.

Ruhe oder jede Nacht feiern?

Ruhe. Falls ich es schon erwähnt habe: Ich bin jetzt 33 und der Kater dauert jetzt deutlich länger als früher. Wie haben wir das gemacht? Was haben wir gekontert früher? Das geht gar nicht mehr. Also wirklich: ich staune.
Also auf jeden Fall eher die Ruhe. Ich bin eh voll der häusliche Typ. Ideale Zustände für mich sind wirklich: Eine gute Serie, was gutes zu essen und das Strickzeug in der Hand. Das ist kein Spießbürgertum, sondern ich finde das wirklich so schön. Und dann noch ein netter Mensch an meiner Seite: Auch noch herzlich gerne. Ich habe da gar keine Hemmungen mich auch mal zurückzuziehen. Manchmal ist das sogar notwendig. Ich bin auf jeden Fall kein Partyanimal.


Stil oder Talent?

Das ist gemein. Stil, denn das ist irgendwie demokratischer. Talent wird von denen, die es besser können bewertet. Deswegen kein Talent, sondern Stil. Da steckt auch mehr Individualität drin. Talent hat am Ende auch etwas Elitäres. Nee, auf jeden Fall Stil.

Kann man sich auch rausschaffen, oder?

Ja und Talent heißt besser werden und Stil ist auch irgendwie flächiger gedacht. Und da ist auch mehr Variabilität drin. Beim Stil ist viel mehr Bewegung und Wandel möglich. Und damit auch viel mehr Experiment und Selbsterkundung.

grim104 oder Antilopen Gang?

Ich halte grim104 auf jeden Fall für eine ganz außergewöhnliche Figur. Der ist auch als Mensch so ulkig-abgefahren. Das Spannende bei Grim ist: man weiß er ist irgendwie deep, aber man weiß nicht wie deep. Der ist halt irgendwie so ein Überraschungs-Ei. Wo man auch nicht weiß: ist da jetzt scheiße drin oder Schokolade. Ist er ne Handgranate oder ein Goldklumpen? Ich bin total gespannt auf das neue Album und freue mich total über das Feature. Auf jeden Fall ist grim104 zu Recht so gehyped. Ich wünsche dem allen Erfolg, den er haben kann.

Aluhüte oder Teleskopschlagstock im Merch?

Es werden vermutlich viele Seepferdchen. Ich werde sehr viele Seepferdchen häkeln. Das mit den Aluhüten haben wir uns vorgenommen, dass wir das zum selber basteln anbieten. Aber tatsächlich ist dieser Witz auch schon seit drei Jahren durch. Das ist so ein bisschen wie mit Autotune: Ich konnte es mir einfach nicht verkneifen und ich finde diese ganze Verschwörungsthematik so krass absurd und das hält ja so vom Eigentlichen ab. Das hat ja dieses scheiss selbstreferentielle: „Man muss nur genügend…und alle fangen an zu flüstern“. Das kotzt mich so an. Das ist auch so apolitisch. Die Verschwörungstheorie ist ja selber ne Verschwörung. Mich ärgert richtig, was so manche Deutschrapper da so von sich geben. Das ist echt zum kotzen. Sowas kann man natürlich argumentativ bearbeiten und sich gehörig drüber lustig machen und deswegen ist der Aluhut beim besten Willen noch nicht aus der Mode. Und mit dem Teleskopschlagstock können die meisten nicht so wirklich gut umgehen. Ich würde dann doch eher die gute alte Faust auf den Plan rufen. Die muss man sich nicht am Merch kaufen, die hat man im besten Fall in doppelter Ausführung dabei.

 

Sokee – “Mortem & Makeup “im Stream




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