Nachtruhe! Die organisierten Kulturvernichter in Berlin Prenzlauer Berg

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Tja, so funktioniert wohl Gentrifizierung: Der ehemalige ostberliner Stadtteil Prenzlauer Berg gehört zu einer der schönsten Ecken der Stadt. Rund um den Kollwitzplatz und der Kulturbrauerei stehen noch sehr viele Häuser aus der Wende zum 20. Jahrhundert (1889 bis 1905), die mittlerweile alle Top-Saniert und zu horrenden Preisen vermietet werden.

Vor und auch noch kurz nach der Wende war dieser Bezirk ein teils heruntergekommenes Arbeiterviertel. Es gab viele nette, kleine Kneipen, Discotheken und Konzerthallen, die viele Menschen in den Bezirk zogen. Mit der Beliebtheit und dank der Schönheit des Kiezes blieb es nicht aus, dass immer mehr Menschen dort leben wollten. Häuser wurden verkauft und saniert, die Wohnungen so teuer vermietet, dass sie sich heute meist nur noch Wohlhabendere leisten können.

Mit diesem Austausch der dort Ansässigen änderten sich auch die Bedürfnisse. Alte und Studenten wichen jungen Familien, denen das Kultur- und Nachtleben im Kiez und den damit verbundenen “Unannehmlichkeiten” zunehmenden auf den Square gingen. Im Umfeld der teuer erstandenen- oder gemieteten Wohnung sollte endlich Ruhe herrschen!

Die Vernichtung des Kultur- und Nachlebens in Prenzlauer Berg

Magnet-Club, Icon, Klub der Republik – um nur einige der ehemaligen Kulturbetriebe zu nennen, die in den letzten Jahren wegen den neuen Anwohnern die Türen schließen mussten. Die, die noch da sind kämpfen gegen immer besser organisierte und informierte Anwohner, deren Ziel es zu sein scheint, auch noch die letzten Kultur- und Freizeiteinrichtung in Grund und Boden zu stampfen.

Dieser Aushang, der in der Nachbarschaft zur Kulturbrauerei von Steffen Laube entdeckt wurde, verdeutlicht das Dilemma und die Vernichtung des Nachlebens im Bezirk wie kaum etwas anderes:

Anwohner der Kulturbrauerei
Anwohner der Kulturbrauerei (mit freundlicher Genehmigung von Steffen Laube)

via Tanith

Update: Die Antwort eines anderen Anwohners

Die Antwort (Quelle)



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3 KOMMENTARE

  1. Das kennt man natürlich auch aus Friedrichshain/Kreuzberg, da sind es allesamt die sogenannten ‘Ur-Berliner’, Spießer allererster Kajüte, die allem Leben den Garaus machen möchten. Wehe Dein Fahrrad steht falsch….dann kriegste ma richtig ärger mit der tätowierten Mutti vom Friseursalon nebenan.

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