Schulnoten sind nicht objektiv und längst überholt!

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Vorgestern hab ich neben einer Abiturientin im Flugzeug gesessen, mit der ich mich total angenehm über das Leben, Arbeit und Schule unterhalten habe. Sie erzählte mir, wo sie schon überall auf der Welt war, dass sie sehr gerne arbeite und Sprachen sehr mag. Dann erzählte sie mir noch von ihrer Zeit auf einem Gymnasium in Berlin Tegel. Wie schlecht sie war und, dass die Lehrer die Kids alleine ließen. Wer es nicht packte irgendwie alleine zurecht zu kommen, viel unten durch. Sie sagte “ich war eine Niete in Französisch, ich hatte immer eine 5.” Ich erwiderte: “Nicht du warst die Niete, sondern deine Lehrerin, die es nicht verstand, dich in deinen Interessen zu stärken und dir durch die Beurteilung das Gefühl gab eine Niete zu sein!” sie lächelte.
Sie habe auch deshalb die Schule gewechselt und an einer anderen ihr Abi gemacht. Die neue Schule war eine Privatschule, aber die Lehrer wären engagiert gewesen, die Fächer hätten sich ergänzt und die Stimmung wäre viel besser gewesen. Ich erzählte von unserem großen Sohn, den wir auf eine Gemeinschaftsschule in der es bis zur neunten Klasse keine Noten gibt schicken, weil wir das Leistungssystem für überholt halten und wollen, dass unser Kind weltoffen und realitätsnah aufwächst. Sie nickte und bestätigte, dass man den Kindern so wenig Druck wie möglich zumuten solle, das könne soviel kaputt machen.
Zum Schluss gab sie mir ihre Mail-Adresse, damit wir in Kontakt bleiben.

Sind Noten wirklich objektiv?

So kurz vor der Zeugnisvergabe, war das eine tolle Begegnung außerhalb meiner Lebensblase. Eine reife junge Frau, die ihre Schulzeit hinter sich gelassen hat. Bei mir sind es knapp zwanzig Jahre her und mir wurde bewußt, wie sehr ich doch mittlerweile mitten im Leben stehe. Durch meine eigenen Kinder, diesen schönen Begegnungen mit jungen Erwachsenen bestätigt sich immer mehr in mir die Meinung, dass Noten nicht objektiv sind und sie mehr unsichere Eltern dienen sollen. Unsicher, weil sie dogmatisch der Idee folgen, dass Noten zu Leistung antreiben, Kinder so wissen wo sie stünden und sie auch motivieren würden. Kinder motivieren nicht Noten, sondern die Bestätigung der Eltern. Wird ein Kind für gute Noten belohnt und bekommt dadurch positives Feedback von der Lehrerin oder den Eltern, so kann es passieren, dass es das eigene Selbstwertgefühl sogar darüber definiert, wie gut es in der Schule ist.
Lehrer sind Menschen und handeln nach eigener Erfahrung und Motivation. Die Vergabe von Noten allein unterscheidet sich von Lehrer zu Lehrer. Von Jahreszeit zu Jahreszeit und von Kind zu Kind. Quarks & Co hat sich aktuell dem Thema angenommen und sich mit der Fragen beschäftigt, was Noten eigentlich sind, ob wir sie brauchen und ob es auch alternativen gibt:

Wir brauchen starke und kreative Geister

Differenzierte Beurteilungen und individuelles Lernen können Kinder mehr stärken und ihnen Helfen ihren eigenen Weg zu finden. Gerade in einer Zeit, in der eine Entwicklung große gesellschaftliche Veränderung mit sich bringt. Wir steuern auf einer Gesellschaft zu in der Roboter den großen Teil der Arbeitsplätze ersetzen werden. Natürlich können wir bangen und glauben, dass nur die durchkommen und einen guten Job kriegen, die gute Noten haben oder wir atmen durch und helfen unseren Kindern starke, selbstständige Persönlichkeiten zu werden, die Informationen nicht wie fleißige Arbeiter verarbeiten und wieder geben. In meinen Augen sollten Kinder lernen Informationen eigenständig zusammen zu tragen und zu verarbeiten und das wesentlich vernetzter und interdisziplinärer als bisher. So werden sie den zukünftigen Herausforderungen gewachsen sein neue Wege und Möglichkeiten zu entdecken, neue Arbeitsplätze zu schaffen.


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