Wenn wir ein Auto zum Testen zur Verfügung gestellt bekommen, dann planen wir damit sehr gerne etwas längere Reisen ein. Gerade bei größeren Autos, wie den Q7 3.0 TDI der satte 272 PS hat, fahren wir ungern durch Berlin. Unsere Reise ging im April mit dem tofanweissem Auto an die stürmische und noch fast sich im Winterschlaf befindende Polinische Ostsee. Eine Strecke mit viel Autobahn und einigen Landstraßen. Perfekte Bedingungen, um die Fahrkultur und die Assitenzsysteme auf langer Strecke zu testen.

Wer zum ersten Mal mit Assitenzsystemen fährt, dem fällt es zunächst schwer die Kontrolle abzugeben. Natürlich darf man einem Fahrzeug, das nicht komplett autonom fahren darf, die Kontrolle zu 100% überlassen. Darum geht es bei einem Assistenten ja auch nicht. Es geht um Entlastung. Gerade auf langen Strecken haben wir erfahren dürfen, wie entlastend die neuen Technologien sein können. Robotic in Autos ist der Shit. Schon lange geht es nicht mehr allein um Umdrehung und PS. Welche intelligente Systeme stecken im Auto und lassen das Fahren geschmeidiger und entspannter werden. Und eigentlich ist Assistenzsystem ein Oberbegriff. Vom Parken, über Spur halten, Abstand halten oder das richtige Scheinwerferlicht einstellen, hat fast jede Automarke eine eigene Bezeichnung für die Technik dahinter.

Teil-Automatisiertes Fahren auf der Autobahn

Wenn es dazu kommt längere Strecken auf der Autobahn zurück zu legen, kommen intelligente Assistenten bei uns besonders gut an.
Bei unserem Testwagen überzeugten uns zwei besonders: Der Spurhalteassistent und der Abstandsregeltempomat.

Active Lane Assist nennt sich bei Audi der Spurhalteassistent mit Lenkunterstützung. Dieser Assistent lenkt kontinuierlich dagegen, wenn ein ungewolltes Verlassen der Fahrspur erkannt wird. Dieses System hat sich bei uns vor allem bei der Fahrt auf der Autobahn als sehr nützlich erwiesen, auch wenn es anfangs etwas Mut kostet, das Lenkrad nicht mehr unter voller Kontrolle zu haben. Mindestens eine Hand muss man allerdings immer am Lenkrad lassen, sonst wird das Lenksystem nach rund 8 Sekunden mit vorheriger Warnung deaktiviert. Der Fahrer muss also trotz Unterstützung immer aktiv und aufmerksam bleiben.

Nicht nur für die Fahrt auf der Autobahn ist der Adaptive Cruise Control (ACC), oder auch „Abstandsregeltempomat“ genannt, ein weiterer sehr nützlicher Assistent im Audi Q7. Auf der Autobahn lag unsere durchschnittliche Reisegeschwindigkeit bei rund 130km/h. Diese stellten wir am Tempomat ein und aktivierten dazu noch den Abstandhalteassistenten. Taucht vor einem ein langsameres Fahrzeug auf, geht der Q7 mit der Geschwindigkeit runter und hält den voreingestellt Abstand. Ist kein Hindernis mehr im Weg, oder wechselt man die Spur, gibt der Wagen wieder Gas und beschleunigt auf die voreingestellte Geschwindigkeit.
Doch damit nicht genug: das System funktioniert auch im Stau und sogar im Stadtverkehr. Auch wenn der Wagen im Stau oder an einer roten Ampel stehen bleibt und den Motor abschaltet, startet und beschleunigt er wieder, sobald es voran geht.

Die Spur halten, Geschwindigkeit anpassen ohne ständig die Füße auf der Bremse und dem Gaspedal haben zu müssen. Das ist eine enorme Erleichterung.

Im Verbrauch kann man bei zurückhaltendem Eco-Modus mit ca. 6,5 l/100 km punkten. Was wir selten erreicht haben, da wir wirklich gerne sportlich fahren. Im Schnitt waren wir mit und ohne Eco-Modus knapp 8 l/100km. Der Dieselmotor ist im Innenraum kaum hörbar und die Luftfederung lässt die Fahrt auf der Autobahn wie auf Schienen erscheinen.

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Heikle Situation – Das Auto sieht mit

Ein persönliches Erlebnis hatte ich auf einer Landstraße, die durch ein kleines Waldstück führt. Ein Platz, an dem gerne auch Wildschweinfamilien die Straße überqueren. So auch an einem verregneten Abend, als ich mit einer Freundin nach dem Kino nachhause fuhr. Die Straße war nass und vor uns fuhr ein weiteres Auto. Im Gespräch verwickelt, nahm ich wahr, dass der Vordermann bremste und davor Wildschweine die Straße überquerten. Ich ging auf die Bremse. Doch eigentlich hatte das Auto längst reagiert. Das waren Bruchteile von Sekunden und das Audi pre sense front-System reagiert. Ein Warnsignal leuchtete im Cockpit auf und es war auch ein akustisches Signal zu hören und die Bremse war schon betätigt, bevor ich es tat. Ich spürte einen leichten Zug im Gurt. Ich hatte etwas gebraucht, um zu verstehen, das mir das Auto wirklich geholfen hat. Sicher wäre auch ohne Assistenz nichts passiert, aber das Auto war eben nicht mit anderen Dingen beschäftigt, als mit dem Scannen der Umgebung und dem Fahren.

Agil und komfortabel zugleich

So ein großes Auto und doch so agil – dank der Allradlenkung. Bei niedrigen Geschwindigkeiten erhöht sie die Fahrzeugagilität nochmals deutlich und verkleinert den Wendekreis um bis zu einen Meter! Ein U-Turn mitten auf der Kreuzung lässt sich einwandfrei meistern. Ich muss zugeben, ich war überrascht! Da ich nicht die komplette Fahrzeugausstattung im Kopf hatte, war diese Wendigkeit des Q7 eine der tollsten Entdeckungen. Zudem sorgt die Allradlenkung bei höheren Geschwindigkeiten für eine bessere Fahrzeugstabilität.

Groß bedeutet in diesem Fall auch Platz für bis zu sieben Personen. Wobei zwei davon kleinere Beine haben sollten, da sie auf den hinteren Ausziehsitzen im Kofferraum Platz nehmen müssen. Die Insassen auf der Rückbank erfreuen sich über eine Beinfreiheit, wie sie für den Q7 typisch ist.

Die Beinfreiheit ist unschlagbar
Die Beinfreiheit ist unschlagbar

Die Größe des Autos ist ein Vorteil und Nachteil zugleich. Für ein Stadtauto sicherlich ungeeignet, daher wirklich nur für die Menschen zu empfehlen, die eher außerhalb der Zentren wohnen und gerne mit ihrem Auto verreisen und eventuell sogar noch einen Wohnwagen hinter sich her ziehen.

Da wäre noch der Preis

Ein weiterer Punkt, den ich nicht vorteilhaft finde, ist der Startpreis von knapp 51.000 Euro. Unser Modell war bestens ausgestattet und wäre so mit allem Drum und Dran für 117.160,02 Euro Brutto zu haben. Mit unserem Familienbudget nicht machbar und manch einer investiert so viel Geld lieber in ein schnuckeliges Reihenhaus.

Dennoch muss man sagen, dass jeder Cent die Qualität und die hohen technischen Ansprüche wert sind. Vom Bang & Olufsen Advanced Sound System mit 3D Klang – der teuerste Kostenpunkt bei den Extras – bis hin zum Zigarettenanzünder und Aschenbecher – dem niedrigsten Kostenpunkt – Wurde wert auf hohe Qualität bei der Verarbeitung gelegt.

 

Alu-Gussräder im 5-Speichen-Blade-Design schwarz glänzend. Knapp 1200,- Euro Aufpreis
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Fazit

Wer es sich leisten kann hat es sich sicher schon längst überlegt. Für uns bleibt das Auto ein Traum in Weiß und lässt uns erahnen, wohin die Reise mit Audi, die Umsetzung der Robotic und dem (teil-)automatisierten Fahren gehen wird. Was nicht heißen soll, dass wir die Technik für unausgereift halte. Ganz im Gegenteil. Vom Navi bis zum „Abstandsregeltempomat“ reagiert die Technik präzise wie ein Uhrwerk.

 

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