Mit dem Mercedes Marco Polo durch Europa (Reise-Testbericht)

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Jeder Mensch hat wohl eine ganz eigene Vorstellung davon, wie sein Traumurlaub aussieht. Die einen mögen heiße Temperaturen, Strand und Sonne satt, andere zieht es eher in den Norden zu kühlen Temperaturen und überwältigender Natur. Für wieder andere sind Schiffsreisen das Schönste auf der ganzen Welt. Und dann gibt es noch die, die lieber auf sich alleine gestellt sind und mit einem Fahrzeug verreisen möchten, damit ungebunden sind und überall dort übernachten möchten, wo es Ihnen gerade gefällt. Genau das war schon sehr lange unser Wunsch. Durch Europa zu reisen, von unterwegs zu schreiben, zu filmen, zu fotografieren und natürlich Urlaub zu machen. Die Seele baumeln zu lassen… dieses Jahr konnten wir uns diesen Traum endlich erfüllen.

Der Marco Polo EDITION 250 d
Der Marco Polo EDITION 250 d

Mit dem Marco Polo durch Europa

Zu viert machten wir uns auf eine Reise durch halb Europa, über 3300 km in 14 Tagen, von Berlin aus zu bayerischen Seen, über österreichische Berge und Täler, in Ungarns Hauptstadt Budapest, zum Balaton bis an die wunderschönen Strände Kroatiens.
Unser zuverlässiger und spritziger Reisebegleiter war der Mercedes Marco Polo, ein wunderschönes, geräumiges Fahrzeug und ein luxuriöser Campingwagen mit (Schlaf)Platz für vier Personen inklusive Küche mit Herd, Spüle und Kühlschrank und noch vielen weiteren Annehmlichkeiten.
Mercedes stellte uns freundlicherweise den Marco Polo EDITION 250 d zur Verfügung und wir testeten das Fahrzeug als vierköpfige Familie auf Herz und Nieren.

Liebe auf den ersten Blick

Nachdem uns ein freundlicher Mitarbeiter den Camper vor der Tür abstellt und uns bei einer Einführung alle wichtigen Funktionen erklärte, luden wir unser Gepäck ein und machten wir uns nur ein paar Stunden später auf die Reise.

Mercedes Marco Polo Fond
Zwei Koffer, eine große und mehrere keine Taschen, sowie Schlafsäcke, Kissen, Schuhe, Spiele… alles passte in den Fond des Marco Polos.

Unser erstes Ziel war Süddeutschland. Irgendwo in Bayern wollten wir die erste Nacht verbringen, ohne zuvor ausgiebig nach einem geeignetem Stell- oder Campingplatz zu suchen. Schließlich landeten wir am späten Abend in der Nähe des Donaudurchbruchs in Kehlheim auf einem Wohnwagenpark. Unsere erste Herausforderung war also, bei nur wenig Licht den Marco Polo vom Reisemobil zum Schlafplatz umzubauen und den Strom anzuschließen. Also all das umzusetzen, was wir wenige Stunden zuvor erlernten.

Schlafen im Marco Polo

Der Marco Polo verfügt über insgesamt vier Schlafplätze. Zwei davon im automatisch ausfahrbaren Dachbett mit einer Liegefläche von 2,05m auf 1,13m und maximaler Gesamtbelastung von 200kg. Die beiden weiteren Schlafplätze entstehen aus der 2er-Sitzbank, sowie der Bettverlängerung im Fond. Dieser hat eine Liegefläche von 2,03m auf 1,13 Meter. Das Dachbett war recht schnell ausgefahren. Hierfür muss die Zündung eingeschaltet sein und der Wagen entweder über genug Batterieladung verfügen, oder an Strom angeschlossen sein.

Sexy Marco Polo in der Nacht
“Sexy” Marco Polo in der Nacht

Die Batterie lädt sich übrigens entweder über den angeschlossenen Strom oder bei der Fahrt. Sie versorgt nicht nur das Anheben und Absenken des Dachbetts, sondern auch den Kühlschrank und wenn benötigt, die Standheizung.
All das wird über eine kleine Einheit in der Mittelkonsole gesteuert. Dort befindet sich die Anzeigen der Batterieladung, sowie eben die Einstellungen für Kühlschrank, Heizung und Dachbett etc.

Um ehrlich zu sein, war das Schwierigste an diesem Abend die Stromzapfstelle auf dem Wohnwagenpark zu bedienen, die wir uns von einem benachbarten Camper haben erklären lassen müssen. Das Dach war in wenigen Minuten ausgefahren und wurde blitzschnell zum Bett für die Jungs.

Marco Polo Schlafplätze
Die Schlafplätze im Marco Polo: zwei oben, zwei unten.

Um die die unteren Schafplätze herzurichten war immer ein wenig umräumen nötig, denn das Gepäck muss dafür von der Bettverlängerung im Fond auf die Vordersitze geräumt werden. Anschließend wird die 2er-Sitzbank nach vorne gezogen und die Sitze elektrisch nach hinten umgeklappt. Sind die Kopfstützen entfernt und unter den Sitzen in den dafür vorgesehenen Ablagen verstaut, wird die umgeklappte Sitzbank wieder bis Anschlag nach hinten geschoben. So ergibt sich mit der hinteren Bettverlängerung ein komfortables Bett für zwei (erwachsene) Menschen, auf dem auch ein 1,90 Meter großer Mann wie ich richtig gut schlafen kann.

Schlafen im Marco Polo
Egal ob im “ersten Stock” oder unten, es ist genug Schlafplatz auch für große Menschen vorhanden.

Vom Donaudurchbruch zum Chiemsee

Die erste Nacht im Marco Polo war sehr aufregend, da alles noch neu für uns war. So wunderte es auch nicht, dass wir bei schönem Wetter mit prächtigem Sonnenschein schon weit vor 8 Uhr aus den Betten fielen und den Marco Polo zugehörigen und integrierten Campingtisch mit zwei Stühlen aufbauten. Tisch und Stühle sind im Fond unter der hochklappbaren Bettverlängerung verstaut, wo wir übrigens auch unsere Schlafsäcke und Kissen unter brachten.

Marco Polo
Der Morgen nach der ersten Nacht: bei schönem Wetter das Frühstück draußen genießen.

Zeitig fuhren wir weiter zum Donaudurchbruch, einer Engstelle der Donau in einem schönen Naturschutzgebiet, wo wir allerdings nur kurz hielten und ein paar Fotos schossen.

Kloster Weltenburg
Kloster Weltenburg
Kurze Rast am Donaudurchbruch
Kurze Rast am Donaudurchbruch

Wir wollten weiter zum Chiemsee um endlich baden zu gehen. Auf der Fahrt zum See suchten wir Online nach einem Stellplatz, der bestenfalls direkt am See liegen sollte. Wegen der Hautferienzeit handelten wir uns ein paar Absagen ein, da viele der gut gelegenen Campingplätze restlos ausgebucht waren. Einen letzten Platz sicherten wir uns telefonisch auf dem Möwenplatz und waren vor Ort davon begeistert, mit rund 3 Metern Abstand zum Wasser wirklich direkt am See campen zu können.

Aufwachen mit Blick auf den Chiemsee
Aufwachen mit Blick auf den Chiemsee
Marco Polo Schalfen
Leben könnte schlechter sein

Kochen und Essen im Marco Polo

Der Marco Polo verfügt über eine Küchenzeile mit Kochstelle, Spüle mit Frischwasser (und Abwasserbehälter), einem Kühlschrank und einem ausklappbaren Tisch.
Die Kompressorkühlbox fasst insgesamt 40 Liter und wurde von uns schon vor der Abfahrt mit Getränken, Obst, Gemüse und Aufschnitt gefüllt. Das Gleiche galt für Teller, Tassen, Becher, Gläser, Pfannen, Töpfe, Besteckt, sowie Spülmittel, Handtücher und sonst alles, was man für die Verpflegung unterwegs benötigt. All diese Sachen passten hervorragend in die Schubladen und Unterschränke des Küchenmoduls (siehe Video).

Kochen am Chiemsee
Kochen am Chiemsee

Gekocht haben wir trotz eingebauter Kochstelle mit zwei stufenlos einstellbaren Gasbrennern allerdings meist außerhalb des Fahrzeugs auf einer Elektrokochplatte, die wir zusätzlich mitgenommen hatten. Hauptsächlich deshalb, weil man draußen einfach mehr Platz hat und auch nicht den Fahrzeuginnenraum mit Küchengeruch einnebelt. Nützlich ist das Kochen im Wagen allerdings dann, wenn draußen einfach nicht das benötigte Wetter herrscht. Dank dem Fenster an der Kochstelle ziehen die Gerüche sehr gut nach außen ab.
Die Spüle eignet sich zum Geschirr spülen ebenso wie zum Zähne putzen und sich frisch machen. In den Frischwassertank passen insgesamt 38 Liter. Der Abwassertank fasst 40 Liter und das Abwasser ist kinderleicht am linken hinteren Rad ablassbar.

Abendbrot im Marco Polo
Gemütliches Zusammensein: Abendbrot im Marco Polo

Gegessen haben wir bei guten Wetter draußen, bei schlechtem im Wagen. Die beiden Sitze für Fahrer und Beifahrer sind um 360 Grad drehbar und schaffen ein geselliges Beisammensein am eingebauten Klapptisch.

Über Österreich nach Budapest

Am folgenden Tag war das grobe Ziel ein Stellplatz für die Nacht im Osten Österreichs. Wir landeten schließlich im “Storchencamp Purbach“, einem großen und günstigen Campingplatz in der Nähe des Neusiedler Sees. Der See ist von dort noch einige Kilometer entfernt, allerdings liegt direkt neben dem Platz ein schönes Freibad, das Camper umsonst besuchen können. Genug Unterhaltung für einen kurzen Zwischenstop. Eine Nacht reichte hier allerdings vollkommen, denn unser nächstes Ziel war das Sziget Festival in der ungarischen Hauptstadt Budapest.

Parken in der Tiefgarage? Mit der 360°-Kamera ein Kinderspiel!

In Budapest nächtigten wir vier Nächte lang in einer Airbnb-Wohnung. Den Marco Polo parkten wir in einer Tiefgarage im jüdischen Viertel der Stadt. Die Zufahrt zum Parkplatz hatte nur eine Höhe von 2,10 Meter, was für den Marco Polo kein Problem darstellte, denn der Wagen ist nur 1,99 Meter hoch. Beim Navigieren, sowie dem Ein- und Ausparken des 5,14 Meter langen Fahrzeugs greift man auf die extrem komfortable 360°-Kamera zurück. Mit dieser visuellen Unterstützung sind auch die engsten Parklücken kein Problem und man verliert tatsächlich nie den Überblick.

Marco Polo Autobahn
macht Laune: Marco auf der Autobahn

Reisen mit dem Mercedes Marco Polo

Die bis dato längste Etappe unserer Reise durch Europa war die Fahrt vom Balaton in Ungarn zur Insel Cres in Kroatien. Die Sitze für Fahrer und Beifahrer, sowie die Rücksitzbank sind wirklich komfortabel und lassen sich individuell auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Egal ob bequemes zurücklehnen, oder aufrecht sitzen – es war für alle ein bequemes Reisen.

Platz ohne Ende und Strom für die Smartphones inklusive
Platz ohne Ende und Strom für die Smartphones inklusive

USB-Steckplätze laden die Phones und Pads auf, die den Mitreisenden Unterhaltung bieten. Der Fahrer muss sich mit der akustischen Unterhaltung begnügen, die allerdings nicht von schlechten Eltern ist. Der Sound im Marco Polo lässt sich dank den 2-Wege-Lautsprechern super gut hören und der Bass fühlen. Natürlich sind auch Zonen regelbar, in denen die Musik zu hören sein soll. Sprich vorne und/oder hinten. Über Bluetooth lässt sich das Smartphone kinderleicht verbinden und -wie auch andere Multimedia-Funktionen- über das Lenkrad bedienen.

Mit der Fähre ins europäische Paradies: Insel Cres

Marco Polo Fähre Kroatien
Mit der Fähre ging es vom kroatischen Festland auf die Insel Cres

Auf der Fähre vom kroatischen Festland zur Insel Cres machte unser Camper eine schlanke Figur und wurde ohne Sonderbehandlung mit den anderen Fahrzeugen auf dem Oberdeck geparkt. Die engen Gassen der kleinen Dörfchen meisterte der Mercedes ebenso elegant, wie die teilweise anspruchsvollen Serpentinen und Engstellen der Landstraßen der Insel in der Adria. Unsere Station für die folgenden Tage war der riesige und wunderschöne Campingplatz Kovacine direkt am Meer.

Blick aufs Meer
Blick aufs Meer
Hotspot auf der Insel Cres
Hotspot auf der Insel Cres mit atemberaubender Aussicht
Take a seat and enjoy
Take a seat and enjoy

Unter der Mercedes-Haube

Insgesamt 3300km kamen in den 14 Tagen zusammen, die man hätte angenehmer kaum fahren können. Dafür sorgten der spritzige 163 PS Motor (120 kW, 3800/min) und das 7-Gang-Automatikgetriebe “7G-TRONIC PLUS” des Marco Polos, das den Camper zu einem sportlichen Fortbewegungsmittel für alle erdenklichen Straßenverhältnissen macht.

Assistenzsystem Mercedes Marco Polo
Komfortables Reisen mit Assistenzsystemen im Mercedes Marco Polo

Außerdem hat er natürlich die von Mercedes gewohnten Assistenzsystemen on Board. Das “Distronic Plus System” machte die Reise extrem angenehm, denn es sorgt dank eingebautem Radar für einen optimalen Abstand zum Vordermann, bremst und beschleunigt selbstständig, nachdem man vorab die gewünschte Reisegeschwindigkeit und Mindestabstand angestellt hat. Beides übrigens über einen Schalter direkt am Lenkrad gelöst und im Handumdrehen eingestellt. Egal ob bei konstanter Fahrt auf der Autobahn, auf der Landstraße, oder sogar (und gerade) im Stau – Distronic ist eine wirklich entlastende Unterstützung.

Der Marco Polo im Sleep Mode
Der Marco Polo im “Sleep Mode”

Der Heimweg: 1020km in 11,5 Stunden

Nach fünf Tagen Strandurlaub an einem der schönsten Fleckchen Europas war es dann an der Zeit den Rückweg nach Deutschland anzubrechen. Wie sich herausstellte war die Strecke zurück nach Berlin für uns nicht ohne weitere Nacht zu schaffen. Warum auch sollte man sich das antun, hat man doch einen der tollsten Camper unterm Hintern.

Campen in Österreich
Campen in Österreich

Bei der recht anspruchsvollen Fahrt durch Kroatien, Slowenien und Österreich, die hauptsächlich über Landstraßen, über und durch Berge führte, war ich sehr dankbar für den Spurhalte- und Totwinkel-Assistenten. Dieser unterstützt beim Halten der Fahrspur und beim Spurwechsel auf mehrspurigen Straßen. Ebenfalls sehr nützlich ist der Verkehrszeichen-Assistent, der Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrsschilder- und Hinweis-Schilder im Cockpit-Display anzeigt.

Tunnel-Oesterreich
Durch ganz viele Tunnel fahren…

Anfangs richtig erschreckt aber sofort für brillant und sehr hilfreich empfunden habe ich das Mercedes “LED Intelligent Light System”, das die Fahrbahn optimal ausleuchtet. Von automatischen Fernlicht bis hin zur Beleuchtung von Kurven oder beim Abbiegen passt sich das Licht immer optimal an die Fahrsituation an. Großartig, vor allem wenn man im dunkeln auf unbekannten Straßen fährt, so wie bei unserer Strecke durch das kurvenreiche Gebirge zwischen Slowenien und Österreich.

Reisedaten und Verbrauch

Wie bereits erwähnt sind wir 3308 km gefahren in waren insgesamt 44 Stunden und 51 Minuten auf Straßen unterwegs. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 73km/h, der Verbrauch auf der gesamten Strecke bei 8,5 l auf 100km. Meiner Meinung nach ein ziemlich guter Wert für einen Camper mit einem Leer-Gewicht von 3.200kg. Außerdem bin ich in Deutschland, dort wo es möglich war, auch gerne mal mit 150-170km/h gefahren.

Weitere technische Daten unseres Testwagen:

  • Typ: Marco Polo EDITION 250 d
  • Design Linie: MARCO POLO EDITION
  • Lackierung: dolomitbraun metallic
  • Innenausstattung: Stoff Santiago schwarz
  • Getriebe: 7G-TRONIC PLUS
  • Länge: lang (5140 mm)
  • Radstand: 3200 mm
  • Grundpreis: 51.850,00 (ohne MWSt.)
  • Kaufpreis: 74.058,46 € (inkl. aller SA’s + MWSt.)
  • Mehr Infos über den Mercedes Marco Polo

Wir vermissen den Marco Polo jetzt schon <3

Schön und spritzig
Schön und spritzig

Der Marco Polo Camper wurde uns von Mercedes Benz für unsere Reise zur Verfügung gestellt. Alle Bilder und Videos in diesem Bericht (c) Peter Withoutfield / Blogrebellen.


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