It’s not a compliment! Warum ein Mädchen Selfies mit ihren „Anmachern“ macht

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Ich glaube, ich war 13, als mir das erste Mal ein Mann auf der Straße hinterher pfiff. Allein die Tatsache, dass ich 13 war, und er ca. 50 lässt den ein oder anderen vielleicht schon erschaudern. Mich nicht mehr. Damals reagierte ich noch beschämt und rannte mit rotem Kopf schnell weiter. Wenn mir so etwas heute passiert, dann sieht meine Reaktion anders aus- ich werde wütend. Trotzdem hebe ich meist einfach nur wortlos meinen Mittelfinger. Es wird zur Gewohnheit. Und der Moment, in dem man das realisiert, ist ernüchternd.

Es ist nichts Neues, dass man als Frau auf sein Aussehen reduziert wird. Im Fall des Catcallings (in der Öffentlichkeit anmachen) bekommt dies jedoch nochmal einen anderen Geschmack. Man wird als Individuum reduziert. Als Frau wird mir dadurch etwas genommen: Mein Selbstbewusstsein, weil ich mein Äußeres, ja vielleicht meine Kleidung hinterfrage: „Kleide ich mich zu aufreizend?“. Meine Autonomie, weil diese Männer mir das Gefühl geben, ich würde nur für sie die Straße hinunterlaufen, mich nur für sie so kleiden, wie ich es tue. Meine Freiheit, weil ich inzwischen länger darüber nachdenken muss, welche Botschaften mein Äußeres signalisiert. Meine Würde, die mit Füßen getreten wird, wenn sich der Mann im Bus gegenüber von mir im Schritt reibt und mich dabei anstarrt. Wenn man also den Diebstahl all dieser Dinge -also meines Selbstbewusstseins, meiner Autonomie, meiner Freiheit und Würde- zusammenfasst, ist es keine kleine „Frechheit“, kein „ach ja so was passiert öfter“ und kein „das ist doch ein Kompliment“ mehr.

Nein, ich empfinde es, als eine Verletzung meiner Rechte auf genau diese Dinge.

Eine Schülerin aus Amsterdam jedoch, hat ihren ganz eigenen Weg gefunden, damit umzugehen. Auf Ihrem Instagram Account „Dearcatcallers“ veröffentlicht sie Selfies von sich und genau den Männern, die sich in der Öffentlichkeit angemacht haben. Somit objektiviert sie die Männer ebenfalls und stellt sie auf Ihrem öffentlichen Account bloß. Es erfordert Mut, aber dieser zahlt sich aus: Sie hat bereits 61 167 Tausend Follower und will dieses „Kunst- Projekt“ wie sie es nennt, nun in Ländern auf der ganzen Welt von anderen Frauen und Mädchen fortführen lassen.

 

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