So geht Inklusion: “Ich möchte, dass er Schwer-in-Ordnung-Ausweis heißt.”

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Zunächst einmal muss ich meinen Blogger-Kollegen_innen auf die Finger hauen. Nicht allen, sondern denjenigen, die Hannahs Bild und den Text ohne zu Fragen genommen und veröffentlicht haben! Es ist wirklich nicht schwer um Erlaubnis zu fragen, oder? Die Zeit sollte man sich nehmen.
Woher ich weiß, dass Kollegen_innen nicht gefragt haben? Gerade hatte ich ein Gespräch mit der ersten Vorsitzenden des KIDS Hamburg e.V., Frau Osten. Sie nämlich sagte mir, dass die ersten Nachrichten mit den Bildern, die umhergingen, nicht gefragt hatten.

Bild: KIDS Aktuell Nr. 36 / Herbst 2017, S.17

Frau Osten erzählte mir auch noch, dass es den Verein seit 18 Jahren gibt und die Kinder, die zu Beginn der Gründung zwei Jahre waren oder erst frisch auf der Welt. Der Verein widmet sich ausschließlich dem Thema Down-Syndrom und informiert nicht nur mit dem Magazin “Kids Aktuell”, sondern lässt die Menschen zu Wort kommen, die eben Down-Syndrom haben.

KIDS Aktuell Nr. 36 / Herbst 2017
KIDS Aktuell Nr. 36 / Herbst 2017

Bei der Recherche bin ich noch über weitere tolle Aufsätze und Gedichte gestoßen, denen ich sicher sonst nicht begegnet wäre. Kann ich jedem empfehlen, der nicht nur diesen Ausweis, sondern das Thema an sich schwer in Ordnung findet, sich das Magazin mal anzuschauen. Viva la Inklusion, babes!

Kommen wir zum Kern des Themas: Hannah hat nämlich geschrieben, warum sie möchte, dass ihr Ausweis in “Schwer-in-Ordnung-Ausweis” umbenannt wird und erzählt, wie ihre Welt mit diesem Ausweis aussehen wird:

 

 

Schwer-in-Ordnung-Ausweis

Von Hannah Kiesbye

“Ich möchte das mein Ausweis umbenannt wird.
Ich möchte, dass er Schwer in Ordnung Ausweis heißt.
Ich finde Schwerbehindertenausweis ist nicht der richtige Name für meinen Ausweis.
Ich möchte lieber das der Schwer in Ordnung Ausweis genannt wird.
Ich stelle mir vor:
Ich hab mir einen Schwer in Ordnung Ausweis gekauft und jetzt stehe ich in Pinneberg an der Bushaltestelle und freue mich. Der Bus kommt, ich steige ein und zeige stolz meinen neuen Ausweis vor.
Ich fahre von Pinneberg nach Hause zurück. Es ist Winter und mir ist kalt.
Zu Hause angekommen staunen Mama (Inge) und Papa (Kai) nicht schlecht, als ich plötzlich mit meinem Schwer in Ordnung Ausweis vor ihnen stehe. Sie fragen verblüfft: „Was ist das denn?“
Ich sage stolz: „Mein neuer Schwer in Ordnung Ausweis! Guckt euch den mal an!“ Beide im Chor: „Wow, cooles Teil!“ Ich sag: „Ja, nicht?“
Dann gibt es Abendbrot, dann geht es ins Bett. Ich höre noch Lied 16 von der Band RADAU. Dann schlafe ich ein.
Am nächsten Tag ist zuerst Schule. Am Nachmittag gehe ich mit Nele, Milena, Valentina, Marianne, Sarah, Rajah und Amelie Eis essen zu Eisart. Am Abend kommen alle zu mir und übernachten. Wir essen Abendbrot, gehen ins Bett und hören wieder Lied 16 von RADAU und schlafen ein.”

Quelle: KIDS Aktuell / Nr. 36 – Herbst 2017, S. 16-17

Vielen Dank nochmal an KIDS Hamburg e.V. für die Erlaubnis, Hannahs Text bei uns veröffentlichen zu dürfen. Aber natürlich auch einen großen Dank an Hannah, für ihre tolle Idee!

 

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