Zugegeben, auch in unseren vier Wänden kam Homöopathie auch schon zum Einsatz. Besonders als die Kinder klein waren und nicht sprechen konnten. Warum ich das jetzt erwähne? Weil es während dieser Zeit besonders darauf ankam, das Verhalten des Kindes zu deuten und daraus dessen Bedürfnisse herzuleiten. Gerade bei Krankheiten und Unwohlsein fühlte ich mich, insbesondere beim ersten Kind, etwas hilflos und ängstlich.
Mir war die Homöopathie deshalb sehr sympathisch, weil sie so differenziert zwischen den Symptomen unterscheidet und verschiedene Lösungen parat hat. Ein Husten ist nicht gleich ein Husten. Wie hört er sich an? Wie kam er zustande? Ist das Kind schreckhaft?

Jede Krankheit wurde eben so von mir hinterfragt und entsprechend mit Globoli unter ärztlicher Aufsicht behandelt. Wenn es ganz hart kam, gab es dann ein Medikament aus der Schulmedizin.

Lost in Translation

Die Wende kam, als ich mich anfing in Details zu verlieren und mich eine Krankheit oder gar die Gesundheit meiner Kinder überforderte. Ein Husten ist manchmal doch einfach ein Husten, weil er in diesem Moment akut ist und das Kind nicht schlafen kann. Nasenspray, Ibuprofen und ein Mittel, das die Bronchien entspannt und abhusten läßt, gehen hier vor Zuckerkugeln und darauf zu warten, dass der Körper das schon machen wird. Kein Mensch soll leiden! Wenn es dann noch beruhigt einschläft und auskuriert, weil es gut Luft bekommt, wirkt sich das positiv auf die Genesung aus.
Zudem ging es mir mächtig auf den Keks, gewisse Zahnpasta nicht in Verbindung mit homöopathischen Mitteln nutzen zu können, gewisse Tees gingen dann auch nicht und hier war dann endgültig Schluss. Zeit und Nerven. Denn ich schwebte stets in Unsicherheit und Interpretationsräumen. Dafür bin ich einfach zu abgeklärt, und gar zu sehr geerdet.

Helfen und Wirken

Die Homöopathie hat mir geholfen, mich mehr in das kranke Kind hinein zu versetzen und auch mich selbst zu reflektieren. Mein Empfinden und mein seelischer Zustand wirken sich auch auf die Umstände aus, ob das Kind sich geborgen und aufgehoben fühlt oder nicht. Aber eine Wirkung in Sachen Heilung habe ich in akuten Fällen ausschließlich bei den Mitteln aus der Schulmedizin gesehen. Es ist richtig gut, dass wir dieses Wissen haben und den Menschen direkt geholfen werden kann. Wenn mein Kind weiß, dass es keine Schmerzen ertragen muss wird es eher gestärkt, als geschwächt.

Wo nix ist

Dieses Video von Terra X Lesch & Co zeigt besonders gut: wo nix ist, kann auch nix wirken.

Durch das Einbeziehen der Psyche, hatte mich die Homöopathie so stark angesprochen, weil es Antworten in schwierigen Situationen für mich bereit hielt. Fast schon wie eine Religion. Bei den Anthroposophen spielt diese auch eine tragende Rolle im gesamten Spektrum der Weltanschauung.

Doch Heilung ist so komplex, wie der Mensch selbst. Besonders schön hat es Dr. Eckhart von Hirschhausen in „Wunder wirken Wunder“ beschrieben:

Die Wissenschaft hat die Magie aus der Medizin vertrieben, aber nicht aus uns Menschen. Welche Kraft haben positive und negative Gedanken? Wieso täuschen wir uns so gerne? Und warum macht uns eine richtige Operation manchmal nicht gesünder als eine vorgetäuschte? Der Placeboeffekt ist mächtig! 
Quelle: rowohlt




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