Als vor ein paar Wochen eine Einladung zum Sonic Visions Festival und Konferenz in Luxemburg auf meinem Tisch landete, war ich erstmal überrascht, dass dieses kleine Land eine solche, wie sich später herausstellte, hochkarätige Veranstaltung organisierte. Bis dato wusste ich nicht wirklich viel über das Land zwischen Frankreich, Belgien und Deutschland, abgesehen von der Lage und dem Ruf als Steuerparadies für Besserverdienende und Großkonzerne. Im Vergleich zu Berlin ist Luxemburg zwar rund dreimal so groß, dafür hat die deutsche Hauptstadt etwa sechsmal so viele Einwohner.

Sonic Visions – das Festival

Sonic Visions Main Stage
Sonic Visions Main Stage

An den Abenden spielten zahlreiche Newcomer-Bands, die meisten aus dem französischsprachigen Raum, aber auch viele, die von weiter her anreisten. Insgesamt standen 26 Künstler auf den drei Bühnen, die jeweils 30-45 Minuten performten.
Ehrlich gesagt hatte ich im Vorfeld -warum auch immer- keinen großen Fokus auf das Festival gelegt. Mir war keiner der Acts namentlich bekannt, ich wusste also nicht, was mich musikalisch erwartete. Wie das oftmals so ist, wenn man unvorbereitet und unvoreingenommen neue Musik live auf sich wirken und mitreißen lässt, stellte sich nach dem ersten Abend schnell heraus, dass ich viel mehr mit zurück nach Berlin nehmen konnte, als neue Kontakte. Die Booker der örtlichen Rockhal, die das Festival und die Konferenz veranstalteten, hatten hervorragende Arbeit geleistet. Wie mir Thomas, einer der Rockhal-Chefs später erzählte, waren zwei seiner Booker maßgeblich für die erstklassige Auswahl der Newcomer verantwortlich. Einer von ihnen wählte die Neuentdeckungen aus dem französischsprachigen Raum ab, ein weiterer war für das Booking der internationalen Acts verantwortlich.

Eine Auswahl der Bands und Künstler, die mich regelrecht in ihren Bann gezogen haben, stelle ich euch in den kommenden Tagen in Kurzportraits vor.

Sonic Visions – die Konferenz

Sonic Visions Panel "What's the Story"
Sonic Visions Panel „What’s the Story“ (Foto: Rockhal)

Die Luxemburger Veranstaltung hatte aber noch viel mehr zu bieten, als das hervorragende Festival. Man lud mich ein, um bei einem der vielen Panel und Workshops, die bei der Konferenz veranstaltet wurden, über Musikjournalismus im Jahr 2017 zu reden. „What’s the Story“ hieß die Gesprächsrunde, in der ich neben Journalisten wie Daniel Koch, dem Chief Editor vom Intro Magazin, dem BBC-Radio-Moderator Vic Galloway, der Promotion Managerin Katharina Lange und weiteren Musik-Experten über meine Erfahrungen als Blogger berichten konnte.

Vor einem Fachpublikum bestehend aus Künstler, Promoter, Booker, Verlagsmitarbeiter und Journalisten diskutierten wir, wie sich Musikjournalismus in den vergangenen Jahren verändert hat, welche Auswirkungen das Self-Publishing und die Selbstvermarktung von Musikern, sowie das Internet in Zeiten von Instagram und Youtube auf den Journalismus haben. Aber auch, wie die Zusammenarbeit zwischen PR-Teams, Plattenfirmen und Promotern funktioniert – oder eben nicht und wie (und ob) man im Jahr 2017 mit Musikjournalismus Geld verdienen kann.

Neben diesem Panel fanden bei der dreitägigen Konferenz natürlich viele weitere Diskussions- und Vorstellungsrunden, sowie Workshops für Künstler, PR-Manager, Journalisten und Booker statt, die hauptsächlich aus Luxemburg, Deutschland, England, Frankreich, Belgien und den Niederlanden angereist waren. Die Musikexperten hatte zwischen den Konferenz-Veranstaltungen ausreichend Zeit sich auszutauschen, was dem ganzen einen familiären Touch gab und die Kommunikation untereinander und das Kennenlernen enorm förderte.

Sonic Visions – Die Location

Veranstaltet wurde das Festival mit Konferenz von der Rockhal, dem größten und modernsten Veranstaltungsort in Luxemburg. Das Gebäude der Rockhal wurde gegenüber einem ehemaligen Stahlwerkgelände im Städtchen Esch gebaut. Es war das erste von vielen weiteren Neubauten, die rund um das stillgelegte Werk, von dem einige Brennöfen und Speicher restauriert und für die Nachwelt erhalten wurden, entstanden. Um diese alten Industrieanlagen herum baute man eine Universität, Kulturstätten und viele weitere Einrichtungen und Gebäude. Überall in dieser „Stadt der Wissenschaft und Kultur“ trifft retrofuturistische Technik auf moderne Architektur.
Die Konzerte und Konferenzveranstaltungen fanden übrigens nicht so wie in den vergangenen Jahren in der Rockhal statt. Alle Bühnen und Konferenzräume befanden sich auf den gegenüberliegenden und neu gestalteten, ehemaligen Industrieanlagen. Wirklich sehenswert:

Sonic Visions Festival Location
Sonic Visions Festival Location
Sonic Visions
Sonic Visions

Sonic Visions Music Conference & Festival 2017 Aftermovie




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