Die Balken biegen lassen: tendenziöses Diagram über Tatverdächtige nach Nationalität

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Joa. Kann man machen. Allerdings beleidigt man ja so ziemlich die Intelligenz der Leser und Empfänger dieser Information. Oder nicht? Schaut mal genau hin:

Da fehlt doch mal ’ne Null oder wie kann es sein, dass die Balken dann so großzügig ausfallen. Nicht falsch verstehen. Gewalt und Kriminalität ist ein no go! Keine Frage. Doch hier ist mal in der Vermittlung etwas gewaltig daneben gegangen.

Was ich mich auch frage: unter welcher Nationalität würde ich denn als Deutsch-Iranerin im Falle einer kriminellen Handlung fallen? Laut Bundeszentrale Für Politische Bildung reden wir in Deutschland von 4,26 Millionen Doppelstaatlern. Diese Zahl ist natürlich nur ein Versuch sich der Tatsache zu nähern, dass es eben diesen Status gibt. Allerdings ist es wohl schwer noch genauere Zahlen zu nennen.

Wenn man mal diese Grafik wie einen Kaffeesatz ließt, so könnte man hier auch Nationalismus und bürokratische Unflexibilität sehen. Jedem das seine, aber ohne die, die in der Schule aufgepasst haben, würde ich mal behaupten!


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4 KOMMENTARE

  1. Mal davon abgesehen, dass bei der Originalgrafik der Balken von Deutschland gebrochen ist (also für jedermann die graf. Kürzung ersichtlich ist) fehlt hier der Kontext zum Artikel…Ging es um den Vergleich zwischen den unterschiedlichen Nationalitäten (also ohne D)?
    Weiterhin ist die Grafik nichtssagend, da die Zahl der Verdachtsfälle ins prozentuale Verhältnis zur Anzahl der jeweiligen Nationalität gesetzt werden müsste.

    • nichtssagend ist nicht richtig. Diese Daten erlauben dir vorherzusagen, dass in x% der Fälle in denen du Opfer bist ein Staatsbürger von Land y der Täter ist — das ist mehr als nichts

      • Es geht hier nur um die Tatverdächtigen, nicht die Täter. Es kann ja durchaus 100 Tatverdächtige in einem Fall geben, aber nur einen Täter. Die Tatverdächtigenstatistik wird von der Polizei erstellt, aber wer Täter ist, bestimmt aufgrund der Gewaltenteilung immernoch ein Gericht und nicht die Polizei. Insofern ist die Statistik gleich doppelt nichtssagend, da, wie schon richtig erwähnt wurde, die Zahlen nicht ins richtige Verhältnis gesetzt wurden.

        Davon abgesehen verstehe ich die Aufregung in dem Artikel auch nicht ganz. Die Kürzung ist für jedermann deutlich gemacht (der gebrochene Balken ist absolut üblich, legitim und jedem, der schonmal ein paar Statistiken angeschaut hat, bekannt), die Zahlen, auf die sich die Grafik bezieht, stehen auch da, alles völlig ok, warum werden hier gewisse Tendenzen unterstellt?

  2. Der Hinweis auf den Unterschied zwischen Tatverdächtige und Täter, ist ja grundsätzlich nicht falsch.
    Es geht aber hier nur um Tatverdächtige. Nicht mehr und nicht wenige. Eine Täterstatistik witrd außerdem
    auch so genannt.
    Insofern ist diese Statistik durchaus aussagekräftig.

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