Der deutsche Sänger Heino steht beim Wolkenkratzer-Festival auf der Bühne vor der Frankfurter Hauptwache. 3S PHOTO / Foto: Sven-Sebastian Sajak (CC BY-SA 3.0)

Nordrhein-Westfalens Heimatministerin Ina Scharrenbach lud kürzlich zum “NRW-Heimatkongress” in Münster ein und empfing dort den Schlagersänger Heino, der Teil des Programms war. Dort überreichte Heino der Politikerin ein “vergiftetes Geschenk”, eine LP mit den “schönsten deutschen Heimat- und Vaterlandsliedern”.

Anfangs hoffte ich noch, dass ich auf einer Satire-Seite der Süddeutschen gelandet war, doch die Meldung scheint echt und ist aktuell:

Nur einer der insgesamt 24 Titel – das “Steiger-Lied” – hatte überhaupt einen Bezug zum Bundesland. Vieles hingegen klang schrecklich großdeutsch. “Wenn alle untreu werden” ist ein Gassenhauer aus dem “Liederbuch der SS”. Und mit “Flamme empor” und “Der Gott, der Eisen wachsen ließ” intonierte Heino da noch weitere Melodien, die einst die Nazi-Schergen gesungen hatten.

Eigentlich sollte der Heimatkongress mit 520 meist ehrenamtlichen Teilnehmern in einem besseren Licht erstrahlen:

Der Heimatkongress zum Beispiel mit 520 meist ehrenamtlichen Teilnehmern hatte in einem Arbeitskreis engagiert nach Wegen für eine bessere Integration von Flüchtlingen gesucht. Heino und seine Lieder aus braunen Zeiten stellen diese Anstrengungen nun in den Schatten.

Bleibt letztlich die Frage, ob Heino vielleicht doch eine coole Socke ist und dem Heimatministerium auf eine geniale Weise den Spiegel vorgehalten hat.

Quelle: Süddeutsche


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