Sie sind wieder da, eigentlich waren sie nie wirklich weg. Doch es scheint sich nicht nur bei den Fans die Frage zu stellen, warum die Fantastischen Vier 2018 nochmal ein Album raushauen müssen. Diese Frage haben sich die “Hip-Hop Ingenieure” wohl auch gestellt und mit “Captain Fantastic” Song für Song die Antworten auf die Frage geliefert.

Ob Rap ein Verfallsdatum hat, haben wir uns auch schon oft gefragt. Nach wie vor scheint es in einer großen Palette die Jugendkultur zu repräsentieren. Klamotten, Kunst und Musik. Aber warum muss man sich die Frage nach einem Verfallsdatum stellen? Und warum müssen sich Artists der ersten Stunde rechtfertigen, wenn sie Bock haben wieder ins Studio zu gehen?

Kommen wir zurück zu den Bastlern, die es ab der ersten Stunde verstanden haben, wie Rap funktioniert und ihr eigenes unverwechselbares Ding gedreht haben. Statusgehabe und Machoismen sucht man bei den Fantas 2018 vergeblich. Dafür flippen sie gekonnt mit den Symbolen rum und basteln so wieder ihr eigenes Ding. Man könnte sagen, “Captain Fantastic” zeigt wie Rap seit der ersten Stunde funktioniert.

Watchman – Mehr deep als ‘bling-bling’

Watchman ist in meinen Augen ein gelungener Song, der es schafft mit der Zeit, die Uhr als Symbol im Rap, zu spielen, ohne sich auf das belanglose, materialistische Getue herabzulassen. Das Intro erinnert an “Ein Tag am Meer” und ist inhaltlich mindestens genauso deep und streift “Anna” von Freundeskreis, einen der legendärsten Songs im Deutschrap. Nicht weil es an Ideen fehlte, sondern, weil hier bei den meisten sicher das Kopfkino, zurück in die Jugend, startet. Dann ein paar persönliche Zeilen von Thomas D. über seinen Vater und seine Familie.

Ingeneure

Mit DJ Thomilla ist man dem Haus und Hof Produzenten ‘troy’ geblieben und mit dem Multiinstrumentalist Enik, dem Produzenten Duo Hitnapperz und den Hamburger Electro Rabauken Digitalism wurde ein Album zusammengebaut der in der Vergangenheit nach Antworten für das Warum im Heute sucht und auch ein paar Schlussfolgerungen für das Morgen liefert.
Klingt ziemlich verkopft, nicht wahr? Ist es auch. Und deshalb wage ich die Prognose, dass es jene ansprechen wird, die eine gewisse Reife mit sich bringen, um hier die Zeilen mitverfolgen zu können. Apropos mitverfolgen:

Ich lach mich schlapp. Wohl doch nicht alles so ernst zu nehmen. Aber dennoch denke ich, dass abgesehen von “Endzeitstimmung” werden wenige Millenialls inhaltlich direkt die Codes in “Captain Fantastic” verstehen können.
Aber “Hitisn Hit” nicht wahr? Egal ob es im Radio gespielt wird oder nicht. Sie werden tatsächlich die Stadien füllen.
Also ein flying fuck an alle, die meinen, dass Hip-Hop einen Verfallsdatum hat!

Die Fantas bieten hier eine Mitfahrgelegenheit für ihre treuen Fans und jeden, der sich angesprochen fühlt. Ich versuche verkrampft nach einer strengen Kritik zu suchen, aber ehrlich gesagt ist es mir zu wider gefällig streng zu sein, um seriös rüber zu kommen. OMG. Ich glaube meine Mitfahrgelegenheit ist da. Ich steig mal ein.



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4 KOMMENTARE

  1. […] Neunundzwanzig Jahre Bandgeschichte ist echt kein Witz. In all den Jahren haben sie es geschafft ihrer Fan-Gemeinde Troy zu bleiben und die belohnten sie bisher mit fünf Nummer-Eins-Alben und sechs Mal Platin in Deutschland sowie unzählige Preise und ausverkaufte Hallen. Ihr zehntes Studioalbum „Captain Fantastic“ veröffentlichten die Jungs dieses Jahr im April. Wir haben uns hierzu auch schon geäußert. […]

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