Lenny Kravitz in Berlin. Was haben wir uns auf diesen Abend gefreut! Wäre ich nicht so eine Optimistin mit einem Hang zur Romantik, wäre das Konzert am Dienstagabend in der Zitadelle Spandau ein wirklich langweiliges gewesen.

Foto: Blogrebellen – Lenny Kravitz und seine Band.

Warum? Ganz einfach: Das Publikum war alles andere als in Feierlaune. Das in Verbindung mit Lenny’s nicht vorhandener Bühnenshow… ja was soll ich sagen außer: Das Bier war ziemlich lecker und gut und dass wir in toller Begleitung waren.

Foto: Blogrebellen – So kennen wir Lenny. Ganz in seinem Element.

Das Opening sollte doch eigentlich eine Spannung erzeugen und das Publikum triggern, doch der erlösende Knall blieb aus. Da Lenny anfangs auf einem Podest im hinteren Bereich der Bühne seinen ersten Songs „I Want To Fly Away“ spielte, konnten Leute, die links und rechts von der Bühne standen, ihn überhaupt nicht sehen. Keine Bildschirme, die das Geschehen auf der Bühne vergrößert darstellten.
Zudem hatte die Vorband es irgendwie nicht geschafft ordentlich vorzuheizen und so strömte das Publikum erst in den letzten Minute auf das historische Gelände in Spandau.

Mr. Kravitz hatte es wirklich nicht leicht, das Publikum anzuheizen. Es verging mindestens eine Stunde, bis er „In the Chamber“, „I Belong To You“ und „It Ain’t Over Till It’s Over“ anstimmte und somit das Eis zum Schmelzen brachte.

Verwunderlich war aber dennoch, dass nur wenige Zuschauer in die Hände klatschten oder wenigstens irgendwie ihre Emotionen zeigten. Den Vogel schoss ein Pärchen neben unserer Begleitung ab. Sie waren nämlich der Meinung, dass man das Klatschen verbieten sollte, da sie sich anscheinend davon gestört fühlten. WTF???!!!

Foto: Blogrebellen – Lenny Kravitz hatte es schwer das Publikum anzuheizen

Alles in allem hatten es die Veranstalter, Booker und/oder das Management verpasst, eine dem Künstler würdige Bühne mit einer zeitgemäßer Technik hinzustellen. Viel zu sehr kamen wir uns wie an einer Nachwuchs-Stage auf einem kleinen Festival vor.

Persönlich war ich gespannt, wie Lenny Kravitz seine Message von seinem bevorstehenden Album „Raise Vibration“ rüber bringen würde. Leute, keine Ahnung, aber außer ein paar Songs kam nichts. Keine Ansage, keine umwerfende Rede. Uns kam es auch so vor, als ob sein Gesang per Playback eingespielt wurde. Keine Ecken, keine Kanten. Nichts von dem, was einen Live-Moment so besonders macht war zu vernehmen.

Lenny im hinteren Bereich der Bühne
Foto: Blogrebellen – Lenny zu Beginn der Show noch mit Mütze.

Als die letzte Zugabe „Are You Gonna Go My Way“ gespielt wurde und die Menge endlich wach war und mittanzte, war die Show auch schon vorbei. Das Publikum strömte bereits  vom Gelände, da startete plötzlich noch ein ganz nettes Feuerwerk. Das Timing war sehr verwunderlich, denn unserer Meinung nach hätten sie es während der bombastischen und energetischen Zugabe starten sollen. So hatte man nicht wirklich das Gefühl, dass dies ein Teil des Konzerts sein sollte.

Wir wünschen Lenny viel Erfolg auf seiner Tour und hoffen, dass es in den anderen Städten etwas runder läuft.

Foto: Blogrebellen – Es fehlte eine zeitgemäße Bühne



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3 KOMMENTARE

  1. Also ich war mit einigen Freunden da gewesen. Bereits zur Vorband war die Zitadelle bis zum FoH sehr gut gefüllt. Das es etwas gedauert hat, bis alle auf dem Gelände waren, ist einfach der Logistik und den strengen Sicherheitsauflagen geschuldet, die es ja auch zurecht gibt – wie die jüngere Geschichte traurigerweise gezeigt hat.
    Ich weiß ja nicht, ob die Autorin das Konzert auf den Dixie WCs oder mit Ohrstöpseln am Bierstand verbracht hatte oder einfach nur besoffen war („…das Bier war ziemlich lecker…“) und somit weder die Show noch die Stimmung im Publikum mitbekam, aber das war doch wirklich eine würdige und emotionale Show:

    1. Das Publikum hatte er schon ab dem ersten Song auf seiner Seite und die Leute begeisterten sich sowohl für die Hits, als auch für die neuen und weniger bekannten Songs. Die Leute klatschten, tanzten, jubelten – Gänsehautmomente gab es reichlich – Langeweile geht anders, aber vielleicht war die Autorin auch erst nach einer Stunde wieder nüchtern!
    2. Das ein Support nicht jede/n anheizt, damit muss man wohl leben.
    3. Nennt man dieses Bewegen, zum Publikum sprechen und auf Podesten stehen nicht Bühnenshow!? Ich fand, dass er im übrigen sehr gut mit dem Publikum interagierte – ich empfehle der Autorin sich mal bei YouTube oder Instagram durchzuklicken um vielleicht im nüchternen Zustand das Konzert nochmal zu bewerten und sich das jubelnde Publikum in Erinnerung zu rufen.
    4. Zur technischen Umsetzung: anscheinend geht die Autorin selten in die Zitadelle. Das Konzert von Lenny Kravitz gehört zur Reihe des Citadel Music Festival – da steht immer die gleiche Bühne und technische Ausstattung.
    5. Lenny bedankte sich so oft, scherzte mit dem Publikum, sprach von Liebe und Zusammenhalt, von Friede und jammte sogar einige seiner Songs – all das was ich von so einem großen Künstler und Musiker erwarte!
    6. Recht gebe ich der Autorin bei dem Pärchen mit dem Klatschen – WTF! – und dem Feuerwerk, ach ja, und dem Bier.

    Ich wünsche der Autorin viel Erfolg auf weiteren Konzerten und das Sie die Konzerte vielleicht nüchterner besser reflektiert wieder gibt!

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