Diese Woche steht im Zeichen der Musikpreise. Gestern der OPUS Klassik und am Donnerstag der Preis für Popkultur. Natürlich gibt es auch andere Preise, aber diese beiden sind die neusten und sollen den ECHO ersetzen.

Während der ECHO den wirtschaftlichen Erfolg als Erfolgs- und Qualitätskriterium für die Verleihung des Preises sah, treten diese beiden neuen Preise mit einem anderen Ansatz an. Die Qualität solle in den Vordergrund rücken und nicht die Verkäufe. Nach dem Wegfall des ECHOS sehe man hier eine Chance aus der Krise zu lernen und sich selbst zu reflektieren, so Burkhard Glashoff, Vorstandsvorsitzender des Vereins zur Förderung der Klassischen Musik e.V. in seiner Begrüßungsansprache.

Der Opus Klassik

Sich vom ECHO distanzieren, dass hat auch die Klassik-Branche mit diesem Preis gedacht. Hierfür wurde der Verein zur Förderung der Klassischen Musik e.V. gegründet. Mitglieder sind Musikverlage, Labels, und einflussreiche Köpfe im Bereich Klassik. Mit dieser Konstellation verspricht man sich einen Querschnitt der Branche widerspiegeln zu können.  Die hauptsächlich männliche Fachjury entscheidet über die Qualität und letztendlich die Relevanz der Gewinner*innen.

Diversität – aber bitte nur im Rahmen des erträglichen

Besonders beeindruckt waren wir von Alondra de la Parra, die das Konzerthausorchester leitete. Die mexikanische Dirigentin aus New York setzte sicherlich ein positives Zeichen – wobei ich immer noch denke, dass es 2018 nicht großartig für Aufsehen sorgen sollte.
So sehr ich klassische Musik und deren Esprit mag – weil sie eine universelle Sprache ist – um so mehr wundert es mich, wieso es hier eine dominante weiße, männliche Schicht gibt, die als Gatekeeper agieren? Für das ZDF sprachen die gesetzten Gesichter die Laudationes. Sicher denkt man hier an den Zuschauer*in.

Alondra de la Parra, Dirigentin bei Opus Klassik 2018 (Pressefoto von Mo Wüstenhagen)

Den Hut setzte dem Ganzen Thomas Gottschalk auf, als er dem Tenor Juan Diego Florez nach seiner Darbietung eines Mozart Stücks, eine spanische Gitarre überreichte, um ihn Besame Mucho singen zu lassen. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, das mir das Stück nicht gefallen hätte. Aber warum hat man seine Mozart-Darbietung nicht einfach so stehen lassen können?

Thank you for the Music

Nichts desto trotz darf man nicht das wichtigste aus den Augen verlieren: die gekürten Sieger*innen für ihre musikalischen Leistungen. Das war auch das offizielle Schlussbild des Opus-Debüts an diesem warmen Oktoberabend im Konzerthaus. Der Chor der Preisträger*innen sang unter der Begleitung von Benny Andersson (ABBA), der für sein Piano-Album ausgezeichnet wurde. Klassik ohne Grenzen hieß diese Kategorie, für die er zitternd vor Aufregung den Opus erhielt.
Wir wünschen uns für den nächsten OPUS mutigere Grenzüberschreitungen und freuen uns, dass bereits kleine Schritte gegangen wurden.

Opus Klassik 2018
“Thank You For The Music”, das große Finale bei Opus Klassik 2018

Die Blogrebellen Peter und Niloufar auf dem roten Teppich beim Opus Klassik 2018



Flipboard
Folge uns auf Flipboard @Blogrebellen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.