Mit diesem Sunday Joint nimmt euch unser Brudi Dubbin Flow, bekannt von und geliebt für die Welle One Love Radioshow, mit auf eine musikalische Reise nach Südamerika:

Fast Jeder von uns hat diese Art von Musik, die ihn emotional tief berührt, obwohl sie eigentlich gar nicht ins Beuteschema passt. Ein kurzer Schwenk in meine eigene Biografie: Ich bin in den 90ern mit dem Techno und Grunge meines Bruders aufgewachsen, wurde in der Pubertät vom Punk und Hip-Hop meiner Skateboard-Buddies sozialisiert und entdeckte letztlich über ein Videospiel meine immerwährende Liebe zu Reggae und Dub, als ich etwa 15 war und erst danach meine Affinität zu Jungle, Drum&Bass und eigentlich allen Spielarten elektronischer Musik (Schranz, Gabber und Hardtekk jetzt mal ausgenommen).

Ungeachtet dieses wilden Genre-Gulasch in meinem Leben hat mich die Musik der Anden und der Wälder Südamerikas immer bewegt, wenn sie mir begegnete. Der Einfluss der Harmonien dieser Landschaften erreichte im Laufe der Jahre bewohntere Teile des Kontinents und nicht zuletzt auch die Inseln, wurde befruchtet von neuen Instrumenten der Einwanderer, behielt aber stets seine Eigenständigkeit. Gerade die Obertonmusik der Anden ist nicht zwangsläufig 4/4-Takt-lastig. Rhythmische Verschiebungen geben dieser Musik einen Groove, der für ein mitteleuropäisches Weißbrot wie mich unwiderstehlich daherkommt.

Mein Radio-Buddy Ronny kam vor einer Sendung im Jahr 2015 mit einer neuen Schallplatte um die Ecke. Es handelte sich um prender el alma von Nicola Cruz, dem hier ein wahrlich großer Wurf gelingt. Cruz packt sich die traditionelle Musik der Anden und gibt ihr einen tiefen, klischeefreien elektronischen Schub, der seinesgleichen sucht. Es war absolut unmöglich für mich, mich dieser Musik zu entziehen. Drei Jahre später sammelten sich auf meiner Festplatte einige Produzenten, die ganz ähnliche Wege gehen: Der Groove und die Harmonien der Anden und die Tiefe eines 100BPM schnellen 4-to-the-floor, Flöten, Gitarren und analoge Synthesizer, teils verschobene Grooves und unendlich viel Liebe. Wenn ihr nur halb so viel Freude an dieser Musik verspürt, wie ich selbst, dann haben wir alle gewonnen. Nehmt diese Sonntags-Jolle, sie ist mit dem Herzen gekurbelt worden.

Pass die Dutchie pon di left hand side.

Download / Mirror

Das Cover-Foto stammt übrigens von Anne, die gestern mit ihre neue Webseite art:blackhanded launchte und dort ihre tollen Fotografien präsentiert.


Sunday Joint Archiv

Höre dich durch unser Sunday-Joint-Archiv und abonniere den Podcast (iTunes) oder folge uns auf Hearthis, Soundcloud oder Mixcloud.




Flipboard
Folge uns auf Flipboard @Blogrebellen

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.