Vor Weihnachten gibt es noch ein richtig tolles Festival in Berlin, welches ihr nicht verpassen dürft: Gate of Tehran – Days of Experimental Sounds Festival, das sich mit der alternativen Musikszene Teherans beschäftigt. Stattfinden wird es vom 14.12.-16.12. im silent green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin.

Teheran in Berlin

Fokussiert wird bei diesem interessanten Projekt der seit Jahren bestehende, kulturelle Austausch zwischen Deutschland und Iran. Während sich das iranische Kino bereits international einen Namen gemacht hat, blieb die nicht zu verachtende alternative Musikszene bisher im Untergrund unbemerkt.

Dieses Festival zeigt zum ersten Mal in Zusammenarbeit mit Künstlerkollektiven wie House No. 4, D.O.E.S. aus dem Iran und Behrooz Moosavi (Langtunes) aus Berlin eine Momentaufnahme der kontemporären iranischen Musikszene.

Experimental Sounds

Spannend ist die Frage, wie sich die – meist jungen – iranischen Musiker ausdrücken?Zwischen Tradition und Moderne fechten alle Künstler ihre Chancen und Freiheiten in Iran täglich aus, bis sie an Grenzen stoßen. Gerade für Frauen ist es nicht möglich als moderne Musikerinnen wahrgenommen zu werden. Denn Frauen dürfen in der Öffentlichkeit Instrumente spielen oder in einem Chor mitsingen. Elemente aus der westlichen Musik sind nur selten gern gesehen.

Dabei passiert hier gerade viel. Viele Künstler*innen greifen die Popkutur der 70er Jahre Irans auf, die sich progressiv den internationalen Einflüssen geöffnet und auf ihre eigene Art umgesetzt hat. Auch heute speilen diese globalen Einflüsse eine Rolle. Zwischen Jazz, Oriental-Folk, Electronic Sounds und Singer Songwriter gibt es alle Nuancen zu entdecken.

Das Line-Up ist vielseitig und sehr anspruchsvoll, dennoch nicht überfordernd. Das Festival steht in meinen Augen für mehr, als den kontemporären Sound Irans. Es erzählt die Geschichte der Menschen, die aus dem Schatten der Stereotypisierung heraustreten und ihr Leben als Künstler*innen offenbaren.

Hier eine von mir erstellet, kleine Auswahl:

Golnar & Mahan 

Golnar & Mahan aus Wien sind am 16.12. zu sehen. Jazz mit Oriental Folk Elementen, afro-kubanischer Musik und eine neue Art des lyrischen Geschichtenerzählens auf Farsi, das zeichnet diese beiden Musiker aus. Sie selbst schreiben sich “The Contemporary Sound of Iran” auf die Fahne.

Makan Ashgvari

Makan Ashgvari ist ein iranischer Musiker, der in Teheran lebt und arbeitet. Zu sehen am 5.12.

Sein aktuelles Album “To Trucks” enthält Feldaufnahmen von seiner Reise durch den Iran bis hin zu einzigartigen, versetzten Rhythmen und elektronischen Klängen.

Roya Arab

Roya Arab wurde im Iran geboren, lebt seit 1979 in England. 1996 unterschrieb sie bei Archive to Island Records. Nachdem sie das Label verlassen hatte, nahm sie mit verschiedenen Künstlern auf, darunter Grooverider, Mike Figgis und Leila.

Um ihren Wissensdurst zu befriedigen und ihrem Anspruch, tiefgründige Songtexte schreiben zu können, studierte sie Archäologie. Nach dem Studium schrieb Roya wieder Songs, die sie selbst mit Klavier und Gitarre begleitet.

An diesem Abend wird begleitet von Nick Haward am Kontrabass und Gast Hamid Navim auf Santour. Eine durchaus spannende Konstellation, die mit Sicherheit für Gänsehautmomente sorgen wird!

 

 

 


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