Heute nehmen wir euch mit auf eine (Zeit-) Reise nach Afrika und dafür müsst ihr noch nicht einmal eure Koffer packen, geschweige denn euch bewegen. Ihr könnt entspannt im Bett oder auf dem Sofa liegen bleiben, denn Djanzy nimmt euch mit auf seinen Trip in die afrikanischen Siebzigerjahre.

Download / Mirror / Cover Collage von Katja

Interview mit Djanzy

Djanzy mit seiner Frau Katja

Wie viele von euch sicherlich wissen, sorgt unser Hamburger Selektor Djanzy seit mehreren Jahren monatlich für einen neuen Sunday Joint. Ohne ihn würde es wahrscheinlich diese Serie nicht so nicht mehr geben, denn mit seinem regelmäßigen Einsatz und seinem enormen musikalischen Wissen sorgt er nicht nur ständig für Nachschub, sondern auch für viel Abwechslung. “African Dialects” ist sein 35(!!) Sunday Joint, höchste Zeit also, dem Mann einmal mehr ein herzliches Dankeschön für seinen Einsatz zu schenken. Ich habe mit Djanzy in den letzten Tagen über WhatsApp über seine Motivation und seine Sammlung gechattet und möchte euch daran teilhaben lassen.

Djanzy: Oh man, wirklich schon der 35ste offizielle Sunday Joint!? Man möchte meinen, ich hab keine andere Hobbys. Ne, aber mal im Ernst, zu Cassettenzeiten wäre ich ich in diesem Zeitraum sicher auf das doppelte gekommen!
Mir macht es nach wie vor tierischen Spaß, mir ein Thema auszudenken, mich vor meine Plattensammlung zu setzen und neue und alte, teils schon längst vergessene Schätze, wieder zu entdecken! Das schöne ist, dass heute, dank Dir, nicht mehr nur eine Handvoll Leute daran gefallen finden und es zu schätzen wissen! Dafür möchte ich dir noch mal ganz herzlich danken!

Peter: Dicker, ohne dich wäre der Sunday Joint nicht dort, wo er jetzt ist. Deine konstante Lieferung und hohe Qualität, die sich nicht zuletzt in den Plays widerspiegeln, sind mittlerweile essenziell für die Serie. 1000 Dank dafür! Wie groß ist eigentlich deine Plattensammlung?

Djanzy: Das variiert tatsächlich! Seit ich in den Achtzigern angefangen Flohmärkte nach Vinyl abzugrasen, sind nicht immer nur Platten dazugekommen, sondern habe ich auch immer mal wieder welche verkauft! Ich würde mich selbst auch gar nicht als Sammler bezeichnen, da ich nicht so der Nerd bin, wie viele meiner Freunde, die jeder seltenen Scheibe hinterher jagen und diese dann auf ewig in der hintersten Ecke des Plattenregals verstauben lassen. Mir gehts darum wirklich nur Platten zu kaufen, auf denen Tracks sind, die ich natürlich mag und von denen ich glaube, diese auch noch in 30 Jahren hören zu können! Was nicht bei jeder Platte der Fall ist! Wenn ich nur daran denke, was ich mir in der Vergangenheit für kurzweiligen Technokrams kaufte, den ich einen Sommer lang abgefeiert habe und der jetzt auf dem Dachboden vor sich her gammelt!? Aber um auf deine Frage zurück zukommen, ein paar Meter Vinyl kommen da schon zusammen! Die gut gefüllten Kisten vom Dachboden nicht mitgerechnet!

Peter: Und deine ganze Musik ist auf Vinyl, oder hast du auch CDs?

Djanzy: Klar habe ich auch CDs. Wie so viele Musikliebhaber, dachte ich Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger, dass wird das neue Ding (was sich ja auch zwei Jahrzehnte bewahrheitet hatte). Bin damals dann auch fast komplett auf CD umgestiegen! Heute reihen sich diese in Kartons verstaut an die Plattenkisten auf dem Dachboden an. Obwohl, in der Küche und im Auto sind diese immer noch das beliebteste Musik-Medium! Auch leihe ich mir noch immer gerne CDs aus der Bücherhalle aus, meist von Künstlern von denen ich noch nie etwa gehört habe, oder einfach weil das Cover mich anspricht, die ich mir dann aufs Handy lade! Um zu entdecken, mich inspirieren zu lassen, oder auch gleich wieder zu löschen!

Peter: Apropos Inspiration: wie kommst du an für dich neue Künstler und (Sub-) Genres?

Djanzy: Ich sag nur Ohren immer offen halten! Ob In der Bar um die Ecke, im Club, oder auch Radio! Und ggf. immer Shazam fragen :-)! In den letzten Jahren war es für mich aber auch immer das fantastische ÜberJazzFestival in Hamburg! Da gehst du wegen ein paar Headliner-Acts hin, verläufst dich, und landest auf einmal auf einen der geilsten Konzerte eines dir bis dahin völlig unbekannten Künstlers!

Peter: Gibt es in deinem Freundeskreis viele musikverrückte Leute mit denen du dich austauschen kannst?

Djanzy: Ich denke dass das, von vielen anderen Gründen natürlich auch, ein Grund für eine Freundschaft ausmacht. Wie viele nette Menschen hat man nur über Musik kennengelernt? Das ist bei uns beiden ja nicht anders! Wichtig ist erstmal offen für alles zu sein. Ich kann auch mit meinen Arbeitskollegen auf der Weihnachtsfeier zu Justin Biber und Katy Perry in Dauerschleife abfeiern!

Peter: Haha, richtig. Djanzy, vielen Dank für diesen Chat, Fortsetzung folgt…

Tracklisting
01. Orlando Julius & The Afro Sounders – Alo Mi Alo (Parts 1 & 2) / (Nigeria / 1973)
02. The Funkees – Akula Owu Onyeara / (Nigeria / 1972)
03. Effi Duke & The Love Family – The Time Is Come / (Nigeria / 1980)
04. Peter King – African Dialects / (Nigeria / 1979)
05. Monomono – Kenimania / (Nigeria / 1973)
06. Itadi – Live In Other World / (Togo / 1977)
07. Tony Sarfo & The Funky Afrosibi – I Beg / (Ghana / 1973)
08. Gabo Brown & Orchestre Poly-Rythmo / (Benin / 1971)
09. Les Loups Noirs – Pile Ou Face / (Haiti / 1972)
10. Fuentes All Stars – Pégale A La Nalga (Colombia / 1975)
11. Franco & O.K. Jazz – Tcha Tcha Tcha De Mi Amor / (Kongo / 1960)
12. Orchestre Laye Thiam – Sanga Té / (Senegal / 1970)
13. Tabu Ley Rochereau – Aon Aon / (Kongo / 1973)
14. City Boys Band – Nye Asem Hwe / (Ghana / 1976)
15. The Beaters – Harari / (South Africa / 1977)
16. Blo – Chant To Mother Earth / (Nigeria / 1973)


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