Julia Reda (Screenshot Youtube)

Kaum eine andere EU-Abgeordnete hat in den letzten Monaten einen solchen Einsatz gegen die Urheberrechtsreform gezeigt, wie Julia Reda. Sie war die Stimme der jungen Menschen im Parlament und konnte mit viel Fachwissen ihren meist männlichen und teils sehr aggressiven politischen Gegnern die Stirn bieten.

Nicht nur bei uns finden sich inzwischen viele Artikel und Videos über Julia Reda, auch der Rest der deutschen und europäischen Presselandschaft kam nicht an dieser engagierten Frau vorbei.

Zwar konnte auch Sie schließlich die Urheberrechtsreform nicht stoppen, um diese zu überarbeiten und in eine zeitgemäße Reform zu verwandeln, dennoch sie hat mit ihrer Arbeit viel bewegt und das Vertrauen vieler jungen und auch älteren Menschen gewonnen.

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Julia Reda verlässt die Politik

Schon lange vor der Abstimmung im EU-Parlament war zu erfahren, dass Reda nicht noch einmal für das EU-Parlament kandidieren wird. Das ist in meinen Augen wirklich sehr schade, denn nicht nur ihre Politik, auch ihr Handeln und Auftreten waren überzeugend. Mit diesem positiven Zuspruch hätte sie und die Piratenpartei, für die sie aufgestellt war, bei der kommenden Europawahl sicher viele Stimmen erhalten können. Dennoch hat sie sich dafür entschlossen, wieder zurück in die Forschung und Wissenschaft zu gehen. In meinen Augen ein großer Verlust für die Europapolitik.

Austritt und KEINE Wahlempfehlung für die Piratenpartei

Über ihre Gründe für den Ausstieg aus der Politik konnte ich bis nun nur mutmaßen, doch nun nennt Julia Reda in einem Video nachvollziehbare Gründe hierfür – zumindest was ihr Austritt aus der Piratenpartei betrifft. Kurz zusammengefasst geht es in erster Linie dabei um den Piratenpartei-Politiker Gilles Bordelais, der auf Listenplatz 2 kandidiert.

Der “Beratende Ausschuss Mobbing und Mobbingpräventation am Arbeitsplatz” des Europaparlaments stellte nun offiziell fest, was zuvor bereits monatelang die Piraten-Abgeordneten belastete und ausbremste: das Verhalten Gilles Bordelais gegenüber einer Mitarbeiterin wurde als sexuelle Belästigung eingestuft!

Der Spitzenkandidat der Piratenpartei, Patrick Breyer, hat hierzu eine öffentliche Erklärung abgegeben. Auch die Piratenpartei schreibt in ihrer “Wählerinformation betreffend unserer Liste zur Europawahl“, dass es der Partei nicht mehr möglich war, Bordelais “von der Liste zur Europawahl streichen zu lassen. Das Wahlrecht sieht einen Rücktritt von Kandidierenden nicht vor (§ 9 Abs. 3 S. 5 EuWG)”.

Julia Reda, Europa braucht dich!

Ob das Verhalten von Bordelais auch der Grund für Redas Rückzug aus der Politik ist, kann ich derzeit nicht einschätzen. Ich denke (und hoffe) jedenfalls, dass Julia Reda nur eine Auszeit von der Politik nimmt und mit neuem Schwung und vielleicht in einer neuen Partei ihre Arbeit wieder in den Dienst für das europäische Volk stellt.

Neben ihrem politischen Talent und hohem Fachwissen ist sie mit ihren 32 Jahren auch jung genug, um wieder in die Politik zurückzukehren. Wir haben eine solch engagierte Frau bitter nötig! Denn was letztendlich in der europäischen Politik fehlt, ist eine junge und weibliche Politik.

Bis dahin bleibt mir nur Julia Reda für ihr Engagement herzlich zu danken!

Und euch allen kann ich nur empfehlen: geht wählen!




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