In den nächsten Tagen stellen wir Euch nach und nach die Crew der Festival Task Force vor. Den Anfang macht Denise, angehende Kulturwissenschaftlerin und Metal-Fachfrau mit jahrelang angehäufter Expertise. Wer sie ist, was sie macht, und was sie von Festivals so hält erzählt sie Euch heute bei uns. We proudly present: Denise!

Teilt auf Festivals mit netten Menschen auch mal ihre Pommes: Denise.

1) Wer bist Du und was machst Du, und warum hast Du Dich entschieden die Blogrebellen nach Roskilde zu begleiten?

Hey! Ich bin Denise, 24, und wohne und studiere in Bonn Anglistik und Literatur- und Kulturwissenschaften. Ich interessiere mich besonders für Populärkultur, und alles, was damit zu tun hat. Wenn ich nicht gerade seriös und professionell-akademisch unterwegs bin, Wörter hin- und her schubse und wissenschaftliche Paper schreibe, pendle ich nach Essen (oder gerne auch mal bis nach Erfurt, München oder Berlin), um meinem feucht-fröhlichen-80er-Jahre-Metal-Konzerte-Dasein zu frönen, zu bloggen oder zu fotografieren. Ich bin seit meiner Jugend in der ‚Szene‘ aktiv (ein herzliches ‚Meddl, Loide‘ an alle Schwestern im Geiste) und habe schon so einige Festivals besucht – als Gast, aber auch als Mitarbeiter.

Die gesamte 80s aesthetics und Subkultur ist rebellisch, anders, laut – und das gefällt mir. Ich kann es also kaum erwarten, den Glam auf’s Roskilde zu bringen. Denn das Roskilde ist vom Konzept auch ganz anders als alle anderen Festivals, die ich bisher besucht habe! Ich bin schon super gespannt! Come at me, Roskilde – meine Mädels und ich sind eine erprobte Feminist Festival Task Force!

2) Auf welchen Festivals hängst Du sonst so rum?

Das ist tatsächlich ganz unterschiedlich und hängt ganz oft mit dem LineUp, als auch mit den Leuten vor Ort zusammen. Meine Favoriten sind aber die Folgenden: das Graspop Metal Meeting (Dessel), das Trveheim (München/Hallbergmoos), das Rock Fest (Barcelona) und das Nord- sowie Turock-Open-Air (Essen).

An meiner Graspop-Experience gefällt mir vor allem, dass ich dort nicht nur Besucherin, sondern auch Mitarbeiterin bin. Ich kann alles machen, was ein normaler Festival-Gänger so tut, aber bekomme gleichzeitig einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen. Tagsüber kann ich mir Bands anschauen und feiern, abends arbeite ich. Ich kann alles miteinander verbinden, was ich liebe und was mich als Person ausmacht: mein Bock auf Rock, Tanz und Kreativität. Ich erlebe wie es ist, wenn man vor der Bühne steht – aber mittlerweile weiß ich auch, wie es sich anfühlt, auf der Bühne zu stehen und zu liefern. Es ist verdammt anstrengend, aber es macht auch unheimlich viel Spaß! Auch dieses Jahr bin ich wieder dabei.

In enormem Kontrast zum GMM, welches wirklich groß ist, steht das Trveheim Festival. Es ist total überschaubar und gleicht viel mehr einem Familientreffen, als einem Festival, bei welchem die Konzerte im Vordergrund stehen. Die Musikauswahl ist immer top und verbindet klassische Metal-Bands aus diversen Subgenres mit New Comer Bands. Irgendwie ähnelt das Ganze einer kleinen Zeitreise – ich hatte das gesamte Wochenende mein Smartphone in der Tasche und habe einfach nur im Moment gelebt. Der Badesee ist natürlich im Sommer auch ein riesen Bonus!

Der Geheimtip: Nord- und Turock Open Air finden im Herzen des Ruhrpotts statt, mitten auf’m rheinländischen Sunset-Strip – und Beide sind auch noch umsonst! Ich schwöre euch, es ist eine kathartische Erfahrung, mit einem Bierchen auf der Verkehrsinsel mitten auf der Hauptstraße zu sitzen – probiert es mal aus!

3) Feminismus und Festivals – was für Chancen bietet diese Kombination für Dich?

Mit Hinblick auf meine heimatlichen Szene-Gefilde bin ich vor allem der Meinung, dass Festivals als (aufklärerischer) Safe-Space fungieren können sollten – an diesem Punkt sind wir natürlich noch lange nicht angekommen, aber ich freue mich auch genau deshalb so auf das Roskilde, weil es mit Offenheit und feministischem Interesse wirbt. Eventuell wird es eine gänzlich andere Erfahrung als bisherige Festivals und ermöglicht einem einen Ausblick auf das, was auch andere Veranstaltungen zu einem entspannteren Miteinander führen könnte.

4) Was war Dein einprägsamstes Festival-Erlebnis ever?

Puh, ich bin ehrlich: diese Frage finde ich verdammt schwer zu beantworten. Es gibt so viele kleine Vorkommnisse auf jedem Festival, die zu einem großen Ganzen verschmelzen. DEN einen einprägsamen Moment gibt es für mich nicht. Vermutlich habt ihr euch bei dieser Frage auf eine glorreiche Anekdote gefreut – aber ich muss sagen, ich behalte Festivals lieber als ganzheitliche Erfahrung im Hinterkopf. Und wer weiß , vielleicht erleben wir mein „einprägsamstes Festival-Erlebnis“ ja auf dem Roskilde – gemeinsam!

5) Worauf freust Du Dich am Roskilde am meisten?

Auf die Mädels-Truppe, mit der ich hinfliege. Ich lerne einfach super gerne neue Leute kennen und reise auch gerne. In Dänemark war ich noch nicht und ich bin gespannt wie Bolle! Außerdem: auf hoffentlich kurze Klo-Schlangen, denn das Roskilde hat scheinbar keine geschlechtlich getrennten Toiletten – alle meine Daumen hoch für dieses Konzept.

6) Was sind Deine Festival-Essentials?

Das gute, alte Turmbräu, oder, wer ganz vornehm sein möchte, der möge bitte 5,0er einpacken. Biergenuss vom Feinsten, sage ich. Vor allem, wenn es bei 28 Grad unter dem Auto gelagert wird.

Ok. Jetzt aber mal Spaß beiseite – ich finde, je nachdem wo es hingeht, sollte man sich Getränke- und Essenstechnisch echt ordentlich vorbereiten (packt Unmengen an Sprudelwasser ein. Und Ravioli. Am Besten einen Jahresvorrat nudeliger Konserven). Ein guter Schlafsack und ein flauschiges Kissen können auch echt heilsam sein. Außerdem: Abschmink-Zeugs, Zahnbürste und Peel-Off-Gesichtsmasken. Letzteres rettet auch das zerknittertste Gesicht!

Oh, und hier eine Nachricht von Vergangenheits-Denise an Zukunfts-Denise und alle baldigen Festival-Gänger: vergesst eure French-Press nicht. Festivals ohne Kaffee sind der Teufel.


Female Festival Task Force


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