Schon beim Hören der neuen Platte „Andorra“ von Fatoni dachte ich mir ‚oh mann. Das könnte ein langweiliges Interview werden!‘ Warum? Weil es sehr wenig bis nix gibt, was ich kritisieren kann. Beim ersten Durchören hatte ich die Augenbrauen kritisch zusammengekniffen und versucht, die Textzeilen zu dekonstruieren, denn da liegt meist viel im Verborgenen, am Rande des Abgrund des Egos.
Gerade männliche Rapper, die meinen kritisch und selbstreflektiert zu sein, verraten sich hier durch Überheblichkeit und Arroganz und sonnen sich in ihrer moralischen Überlegenheit. Sie konstruieren ein ‚Ihr‘ und ein ‚Ich‘. Dieses ‚Ihr‘ wird gefüttert mit Stereotypen und Klischees, einfachstes Bashing und ja, auch Verschwörung und Systemkritik, wie man sie aus den 90er kennt.

Zurück zu Fatoni. Er schwimmt mit dem Flow. Ja, das darf man hier auch wörtlich nehmen, denn er hat es geschafft, sich als ein Teil des Ganzen zu sehen. Seine Herkunft und seine Sozialisation zu reflektieren und hieraus sich zu positionieren. Für mich das männlich selbstreflektierteste Album, was nach langer Zeit erschienen ist. Es geht um den Anspruch an sich selbst, was ausgedrückt wird und wie Mann sich selbst verortet.

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