Nach Jahren auf dem Campingplatz, mit unberechenbarem Regen und Schlamm (Wacken), nicht funktionierenden Duschen (wir hörten davon bei Rock im Park), und Zeltplätzen so vollgestopft dass wir kaum Platz fanden unsere Unterkunft aufzubauen und fast einen Nervenzusammenbruch bekamen, der wiederum fast zur Abreise führte (Graspop), war es dieses Jahr mal an der Zeit, sich etwas Glamour zu gönnen: Eine eigene Hütte im Skullotel beim Graspop Metal Meeting in Belgien. Dafür griffen wir Monate im Voraus tief in die Tasche und opferten einiges an Weihnachtsgeld um eins der begehrten kleinen Häuser anzumieten.

Fast wie in Bullerbü. Und überschaubar mit nur ca. 300 Hütten.

Donnerstag reisten wir also aufgeregt in das kleine Örtchen Dessel, um in diesem Jahr statt Chaoszeltlager einiges an Komfort zu genießen.

Vorab: Wer jemals zum Graspop fahren möchte sollte sich darüber im Klaren sein, dass das Festival an sich zwar perfekt organisiert ist, sofern man jedoch zeltet das Ausladen der Ausrüstung und der Aufbau der Unterkunft eine mittelschwere Katastrophe ist. Im letzten Jahr hätten wir also kiloweise Kram dabei, doch zum Glück auch eine Sackkarre um vom Parkplatz bis zum Gelände (circa anderthalb Kilometer) unseren ganzen Mist zu transportieren. Am Eingang angekommen standen wir dann erstmal fünf Stunden in der Mittagshitze am Einlass, um und am Ende wie Ölsardinen auf die letzten Zentimeter Zeltplatz zu quetschen. Zum Glück hatten wir einen halben Liter Wasser und eine halbe Tafel Schokolade dabei (naiv wie wir waren dachten wir, wir könnten am ersten Tag noch ein zweites Mal zum Auto, um den Proviant zu holen. Tja. Falsch gedacht!)

Betten, richtige Kissen und Decken, maßgeschneiderte Deko und vor allem: Steckdosen! Endlich mal den Lockenstab benutzen können, Baby!

Dieses Jahr waren wir also schlauer und buchten das volle Programm: Häuschen mit richtigen Betten, Bettwäsche, Handtüchern, Strom, einer Mini-Veranda, Sitzgelegenheiten und anderen Annehmlichkeiten (Frühstücksbuffet). Angesiedelt auf dem Gelände eines Sportvereins in Dessel mitten zwischen grünen Wiesen und einem ordentlichen Parkplatz konnten wir dann auch direkt bei Ankunft an der “Rezeption” (Vereinshäuschen) unseren Schlüssel holen und einchecken. Einmal eingerichtet, akklimatisiert und das Gelände gesichtet nahmen wir den Fußmarsch zum Infield auf uns (15 Minuten) – glücklich über die Aussicht, in den nächsten Tagen mit ordentlichem Kaffee, aufgeladenen Handys und Duschen fast so gut wie zuhause versorgt zu sein.

Morgens gibt man seine Frühstücksmarken beim süßen Opa vom Sportverein, der im Anzug die Gäst_innen begrüsst, ab. Dann kann man beim Frühstücksbuffet zuschlagen und bekommt alles, was das Metaler-Herz begehrt: Kaffee, Donuts, und auch mal eine Rutsche Obst. Danke, Flexotel!

Heute an Tag 4 in Sessel können wir zusammenfassen: Es hat sich alles gelohnt. Der Nachtschlaf ist besser, die Nachbarn sind ruhiger (nur Hobby-Rentner_innen und natürlich wir), und die Toiletten- und Duschsituation akkurat (wobei letzte aber insgesamt top sind auf dem Graspop).

Fazit: So lässt es sich aushalten und wir könnten den Spass hier auch zwei Wochen am Stück durchexerzieren. Wenn Ihr also mal zu einem Festival wollt, jedoch keinen Bock auf Camping habt: Gönnt Euch!

PS: Auch für Alleinreisende eine tolle Sache, grade auch für Frauen. Der Platz ist 24 Stunden mit Personal besetzt, ruhig und man fühlt sich sehr sicher.


Female Festival Task Force


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