Die Fashionistas von Dandy Diary denken ja, dass sie die intellektuelle Kulturkritik gepachtet haben. Ich werde ihr jüngstes Video hier nicht teilen, weil ich es wirklich schlecht und zum Kotzen finde. An dieser Stelle möchte ich an alle die Rassismus-Erfahrungen machen mussten, eine Triggerwarnung aussprechen, falls ihr euch überlegt das Video aufzusuchen. Auch wenn es satirisch sein soll, ist es jene Art von Humor, wie wir sie unser Lebenlang von Weißen ertragen mussten.

Ich bringe es kurz auf den Punkt: ein Schauspieler, als Scheich verkelidet, geht mit seinen Frauen, die alle einen Burka tragen in ein Hamburger Luxuskaufhaus und verhält sich klischeehaft und frauenverachtend vor den Verkäufer*innen.
Als Erklärung, vielmehr ein ratloser Wortschwall, unter dem Video, welches den geistreichen Titel “Fata Morgana” trägt, ist folgender Text zu finden:

NIKE will mit dem “Pro Hijab” muslimischen Athletinnen zu mehr Gleichberechtigung verhelfen. Dolce &Gabbana produziert Luxuskopftücher. Und das Frankfurter Museum der Angewandten Kunst polarisiert mit der Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“.

„Modest Fashion“ ist ein Multi-Million-Dollar Business, welches immer relevanter für die Modeindustrie wird, somit auch für uns, als Thema: „Fata Morgana“.

Ein Schauspieler, verkleidet als Scheich, geht mit seinen drei Frauen (und: 4 versteckten Kameras) in eines der größten deutschen Luxuskaufhäuser.

Unser Scheich wird vorab per E-Mail und Telefon glaubhaft angekündigt, dementsprechend gebührend fällt sein Empfang aus.

Fata Morgana ist eine Satire. Aber über was denn schlussendlich eigentlich? Über die Kultur der Scheichs? Oder aber über eine Industrie, die – sobald das Bakschisch stimmt – offensichtlich keine Grenzen mehr kennt?

Darf der weiße Mann 2019 die arabische Kultur parodieren,, um das weiß-kapitalistische System zu entlarven?

Zur letzten Frage mal direkt: NEIN. Genauso wenig, wie er sich Blackfacing unter dem Deckmantel der Satire erlauben darf.
Und euren Aktionismus gepaart mit Skandalgeilheit hier mit unsicheren Fragen zu tarnen und dies als Kunst darzustellen, bildet genau das ab, was der weiße Mann eben immer macht und gemacht hat: Brutal und herablassend auf andere Kulturen losgehen, weil die andere ‘Rasse’ ja so dumm und unterentwickelt ist, dass sie es nicht verdient ein Teil von eurer Welt zu sein. Die möchtegern unsicheren Fragen tragen einen Hauch von das-wird-man-wohl-sagen-dürfen-Mentalität mit sich und sind alles andere als schlau. Wer den Diskurs kennt, kennt auch die Antworten.

Dandy wer?

Meine erste Frage, als ich von dieser Aktion erfahren habe war: Was qualifiziert Dandy Dirary eine solche Kritik auf eine solche Art zu äußern?
Mit dieser oberflächlichen Aktion haben sie eigentlich nur gezeigt, wie ungebildet und ethnozentrisch ihr Weltbild ist.
Wer kritisch sein möchte, fängt zunächst mit dem eigenen Weltbild an. Veganismus schützt vor Rassismus nicht! Wallah!

Weil ich ja in der Überschrift von erneuter rassistischen Aktion spreche: hier geht es zur letzten Aktion:

CHRONIK AUS BERLINIn Berlin wurde kürzlich eine Party veranstaltet, zu welchem mit einem stark sexistisch und…

Gepostet von Linke PoC am Mittwoch, 13. Juni 2018

 


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