Serious Klein (Screenshot YT)

Unabhängig von seiner elterlichen Herkunft, Sozialisierung oder seinem aktuellem Wohnort  zeigt sich schnell, was für ein wahnsinniges Talent Serious Klein ist. Sein Ausdruck, seine markante Stimme und die dazugehörigen Beats stehen für authentischen Rap, ohne Rumgepose, fette Autos oder knapp bekleidete Frauen, die sich auf Letzterem räkeln. Serious Klein braucht keine unnötigen Gimmicks, um seine Kunst relevant zu machen oder zu halten. Er ist zu Recht selbstbewusst genug, um die Aufmerksamkeit ausschließlich auf seine Gabe zu lenken und mit seinen autobiographischen Texten, fernab des aktuellen Singsang-Raps, überzeugen zu wollen.

Erstmals aufgefallen ist er mir 2017 mit dem Ohrwurm “Try Me”, einem Feuerwerk an Song in dem Seri The King, wie er auch genannt wird, mit seiner Intonation, Dynamik und einer melidiösen Hook begeistert. 2018 folgt sein Debütalbum “You Should’ve Known”, er wird von Casper gleichermaßen wie Alicia Keys (!!!) gefeiert und auch ein Jahr später liefert der Oer-Erkenschwicker Künstler weiterhin kontinuierlich neue Tracks, die sich immer wieder durch ihre musikalische Qualität hervorstellen und ihm den Titel des “Deutschen Kendrick Lamar” einbringen. Gemeinsam mit seinem Produzenten Rascal, der bereits einen Grammy für die Mitarbeit an Chance The Rappers “Coloring Book” gewonnen und eine Produktion für den “Black Panther” Soundtrack beigesteuert hat, definierten sie Kelvin Boakyes, wie Serious mit bürgerlichem Namen heißt, Sound aus und kreierten eine eigene, wiedererkennbare Rap Persona, die nicht im Ansatz den deutschen Streaming-Trends gleicht.

Sein neuester Release “Lil Capo” ist visuell wie auch musikalisch ein weiteres Highlight, das locker mit dem internationalen Niveau mithalten kann. “Capo” bedeutet aus dem italienischen übersetzt “Kopf” und wird kontextuell mit dem Chef einer mafiösen Gruppierung in Verbindung gebracht. Seri benutzt den Begriff um zu verdeutlichen, was für ihn “Boss” ist und damit seinen Respekt verdient. Mit der Zeile “Head down toe, that’s capo” führt er zum Beispiel an, dass er Bescheidenheit als Stärke und damit als groß empfindet. “Lil Capo” ist somit ein Battle-Rap-Track in der wahrsten Essenz seines Genres. Serious Klein stellt seine Skills durch pures Spitten unter Beweis und sorgt dabei dennoch für musikalische Eingängigkeit.

Als deutscher Künstler, mit ghanaischer Herkunft, ist Seri‘s zweite Muttersprache Englisch, er bewegt sich sicher in ihr und kann seine Gedankenwelt darin natürlich wiedergeben. In einer globalisierten Welt sollten wir spätestens bei Serious Klein die Engstirnigkeit ablegen, das die Reichweite von hier entstandener Musik mit den Landesgrenzen endet. Amen!

 


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